Beiträge von Fabe86

    Hallo Ihr Lieben :) !

    Ich hoffe ganz stark, mein Thema passt hier überhaupt so richtig hin - sonst gerne verschieben oder mich darauf hinweisen.

    Folgende Situation:

    Nach vier Jahren teils Arbeitslosigkeit, teils krachend gescheiterter Versuche, nach Corona wieder irgendwie auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, hatte ich recht viel Glück mit meiner aktuellen Vermittlerin und bekomme nun wahrscheinlich eine Weiterbildung im Bereich Digitalisierungsmanagement bewilligt. Wahrscheinlich deshalb, weil ich zuvor noch einen Termin beim Berufspsychologischen Service absolvieren muss; den genauen Tag kenne ich noch nicht.

    Darauf bezieht sich auch meine Frage. Wie scheinbar so ziemlich jeder, der mal vor dieser Situation Stand, graut es mir recht stark vor diesem Tag. Gar nicht mal, weil die entsprechenden Testaufgaben so schwer wären - da ackere mich gerade durch so allerhand Trainer - sondern mehr wegen der schieren Menge und der ewigen Zeit, die das Ganze dauern soll. Man liest ja immer wieder, das Ganze sei eine "Chance, sich neu zu orientieren, unabhängig vom Ergebnis", aber egal ob das nun so gedacht ist oder nicht, bei mir greift das ziemlich bedingt. Ich habe seit 2020 gefühlt ein ganzes Berufsleben durch und weiß, was bei mir klappt und was nicht. Ob ich unter Zeitdruck Kommata richtig setzen und schriftlich im Kopf zweistellige Zahlen multiplizieren kann, hat damit eher weniger zu tun. Ich bin definitiv motiviert in der Sache und kann das schaffen.

    Hat hier schonmal jemand diesen Test gemacht und kann vielleicht etwas mehr dazu sagen, wie wichtig das Ergebnis selbst eigentlich ist? Das interessiert mich viel mehr als die Aufgaben selbst. Es gibt ja auch noch ein Vor- und Nachgespräch. Darüber findet man aber sehr wenig im Netz. Und mir bleiben keine Alternativen mehr, die ohne Weiterbildung auskommen (und damit ohne Test). Die Vermittlerin weiß das auch.

    Danke :)


    EDIT: Oh je, hab's jetzt erst gesehen, das hier ist garantiert das falsche Unterforum - sorry ?( ! Kann ich selbst jetzt nur nicht mehr ändern.

    Dankeschön, das hilft schon mal :) !

    Was ich trotzdem noch immer nicht ganz greifen kann, ist, wie ich da jetzt einen Fuß in die Tür kriegen soll? Dieses Problem begegnet mir übrigens nicht nur im ÖD, sondern auch auf dem privaten Arbeitsmarkt, die Frage ist also ziemlich wichtig für mich. Ich habe als Geisteswissenschaftler keine "Hard Skills" im Sinne von Wissen über Rechtswesen, Programmierung oder Ähnliches. Die Jobs, in denen ich und Menschen wie ich von Tag eins an produktiv sein konnten - Verlagswesen, Journalismus und quasi der ganze Kulturbereich - sind während meiner Studienzeit weggeschmolzen und finden heute entweder online statt (dann kostenlos) oder liegen im Niedriglohnbereich auf Projektbasis.

    Ergo:

    Man muss mich einlernen. Klar, ich kann mir jetzt auch ein Buch über Verwaltungsrecht kaufen und bin damit und mit ein paar guten Youtube-Playlists nach einem Vierteljahr vielleicht besser als mancher Masterand - oder auch nicht. Punkt ist doch: Wir sind in Deutschland. Ich brauche irgendeinen Zettel, auf dem steht, dass ich das kann. Ohne den komme ich auch auf Interamt nicht weiter, wenn die dortigen Angebote im Gros so aussehen wie das, was ich auf die Schnelle gesehen habe.

    Wie löse ich dieses Problem? Ich kann nicht nochmal studieren oder eine Ausbildung anfangen. Mir fehlen Geld, Zeit, Motivation und mein Lebenslauf sieht schlimm genug aus. Ich will einfach eine Arbeit, von der ich alleine leben kann und was für die Rente zurücklegen.

    Bewirb dich im Öffentlichen Dienst, die nehmen doch derzeit alles, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, danach aussieht, einen IQ über 80 zu haben.

    Auch unabhängig vom Inhalt des Abschlusses? Die Frage ist komplett ernst gemeint und keineswegs zynisch, bitte nicht falsch verstehen. Ich habe ja kein Verwaltungsrecht studiert oder Ähnliches, sondern Geschichte. Eine Bekannte von mir arbeitet bei einem Landratsamt, klagt auch dauerhaft über den massiven Fachkräftemangel, betont aber zugleich, ohne Abschluss in einem der einschlägigen Studienfächer könnte man dort nicht angestellt werden. Keine Ahnung, ob sich das auf die Arbeitsämter und Jobcenter umlegen lässt. Es müsste ja ein geordnetes Einlernprogramm geben für Leute wie mich.

    Lehrer kenne ich mehrere privat; das möchte ich nicht werden. Die Gründe wären ein eigenes Forum wert, zumal ich früher mal im Bereich der professionalisierten Nachhilfe gearbeitet habe und quasi auch die andere Seite kenne. Bitte einfach akzeptieren - manches sollte man lassen. Das ist kein Geld der Welt wert und ganz sicher kein Job mit viel Ferien, wie es manchmal heißt.

    Die letzten zwei Jahre waren gefühlt chaotisch, weil ich, so ehrlich muss und will ich sein, ein sturer Mensch bin. Ich bin als Akademiker am Anfang meiner Berufslaufbahn unverschuldet arbeitslos geworden und wollte weit über ein Jahr nicht den geringsten Knick im Lebenslauf hinnehmen. Nicht den geringsten. Ergo habe ich nach längerer Orientierungslosigkeit, Depression etc. versucht, nochmals ein duales Studium bei einer privaten Hochschule auf die Beine zu stellen (soziale Arbeit), was eigentlich interessant gewesen wäre. Warum das nicht geklappt hat, ist kein Forum, aber mindestens mal einen Thread wert. Ich führe es aber natürlich gerne aus, falls wichtig.

    Aktuell ist der Vermittlungsvorrang insofern für mich von Bedeutung, als ein größeres Jobangebot in Aussicht steht, der weg dorthin sich aber über einen mehrstufigen Prozess zieht. Der dauert Monate. Zwischenzeitlich will ich aber nicht zwangsvermittelt werden (siehe Sturheit), daher meine Frage.

    Die übrigens nicht beantwortet wurde, oder zumindest nur sehr leise ;) .

    P.S.: Ich weiß, dass meine Ansprüche vergleichsweise hoch wirken mögen. Vielleicht - kommt auf die lesende Person an. Niemand gibt gern seinen Lebensstandard und seine Träume auf, soviel ist mir klar geworden. Und ich sehe mich auch als Systemkritiker, etwas weiter gefasst. Aber das ist hier ja kein Politforum.

    Danke Dir erstmal.

    Leider kann ich das praktisch für mich ganz schwer einordnen. Bzw., eigentlich kann ich es schon, aber was wird der Staat im zweifel daraus machen? Ich bin studierter Historiker, Abschluss Bachelor of Arts (also KEIN Master) und wurde vor zwei Jahren coronabedingt gekündigt. Leute wie ich finden nur noch im Niedriglohnsektor Arbeit. Letzteres lässt Deine Antwort auf mich wenig rosig erscheinen.

    Soll heißen, ich muss mich mit dem Gedanken anfreunden, dass sich für mich in dem Punkt quasi gar nichts ändert? Ich bitte um schonungslose Ehrlichkeit...

    Danke :) !

    Hallo Ihr Lieben :) !

    Ich habe vor ein paar Wochen Mal gelesen, der Vermittlungsvorrang des ALG II würde im Rahmen des Bürgergeldes zwar abgeschafft werden, aber erst irgendwann Mitte 2023. Leider kann ich die Quelle nicht mehr rekonstruieren; könnte aber sogar die Tagesschau-Seite gewesen sein.

    Stimmt das so? Und falls ja: Wann ganz genau endet die Regelung denn dann?

    Vielen Dank :) !