So vermeiden Sie Rentenverluste: Der Trick mit dem parallelen Antrag

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Warum der Rentenantrag gut überlegt sein sollte

Die Beantragung der Rente ist mehr als nur ein einfacher Verwaltungsakt – sie bestimmt über das finanzielle Fundament im Ruhestand. Viele denken zunächst nur an die Altersrente. Doch was, wenn gesundheitliche Einschränkungen eintreten? Hier kann die Erwerbsminderungsrente entscheidend sein. Wer beides parallel beantragt, wahrt die bestmögliche Absicherung.

Altersrente und Erwerbsminderungsrente: Zwei Wege, verschiedene Voraussetzungen

  • Altersrente: Ab einem bestimmten Alter oder vorzeitig mit Abschlägen.
  • Erwerbsminderungsrente (EMR): Abhängig von der Arbeitsfähigkeit – weniger als sechs Stunden täglich können bereits einen Anspruch begründen.

Ohne Antrag läuft allerdings nichts. Deshalb ist es sinnvoll, beides zeitgleich einzureichen. So prüft die Deutsche Rentenversicherung automatisch, welche Variante greift.

Warum es klug ist, parallel zu beantragen

Diese Strategie hat klare Vorteile:

  1. Doppelte Prüfung: Die DRV entscheidet, ob Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht oder ob die Altersrente gezahlt wird.
  2. Absicherung gegen Ablehnungen: Wird der EMR-Antrag abgelehnt, greift die bereits beantragte Altersrente.
  3. Bessere Planbarkeit: Versicherte wissen frühzeitig, welche Einkünfte möglich sind.
  4. Stabile Grundlage bei Rechtsstreit: Auch bei Widersprüchen bleibt die Altersrente im Spiel.

Worauf Versicherte achten sollten

Auch bei einer klugen Strategie gibt es Stolperfallen:

  • Mehr Bürokratie: Zwei Anträge bedeuten mehr Dokumentation und Abstimmungen.
  • Abschläge einkalkulieren: Vorzeitige Altersrente ist oft mit Kürzungen verbunden.
  • Komplexe Regelungen: Unterschiedliche Voraussetzungen können leicht verwechselt werden.

Darum ist professionelle Unterstützung – etwa durch Sozialverbände oder spezialisierte Rentenberater – dringend empfohlen.

Tipps für ein erfolgreiches Vorgehen

  • Früh starten: Zwei bis drei Jahre vor dem Wunschdatum beraten lassen.
  • Parallel beantragen: Offensichtlich ankreuzen und beide Formulare einreichen.
  • Gesundheitsunterlagen bereithalten: Gerade für den EMR-Antrag entscheidend.
  • Auch Alternativen prüfen: Teilrente oder private Vorsorge bieten zusätzliche Sicherheit.

✅ Infobox: Die Checkliste für den parallelen Rentenantrag

📌 5 Dinge, die Sie bereithalten sollten:

🪪 1. Personalausweis & Versicherungsnummer
→ Grundlage für jede Antragstellung.

📄 2. Versicherungsverlauf
→ Prüfen, ob alle Beschäftigungszeiten korrekt erfasst wurden.

🩺 3. Ärztliche Unterlagen
→ Befundberichte und Gutachten sind entscheidend für die Erwerbsminderungsrente.

📑 4. Arbeitsverträge & Nachweise
→ Ergänzen den Versicherungsverlauf und dokumentieren Beschäftigungen.

💶 5. Angaben zu weiteren Einkünften
→ Wichtig für mögliche Anrechnungen und die Berechnung der Rentenhöhe.

💡 Tipp von Bürger & Geld: Wer diese Unterlagen vorbereitet, spart Zeit und vermeidet Rückfragen der Rentenversicherung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wann ist ein paralleler Antrag besonders sinnvoll?

Bei gesundheitlichen Unsicherheiten oder eingeschränkter Arbeitsfähigkeit.

Kann es Nachteile geben?

Abgesehen vom Mehraufwand bei den Anträgen: nein.

Wer bietet Hilfe?

Die Deutsche Rentenversicherung, Sozialverbände wie VdK oder SoVD sowie zugelassene Rentenberater.

Kann ich einen Antrag zurückziehen?

Ja, solange noch keine Zahlungen laufen, sind Änderungen oder Rücknahmen möglich.

Fazit: Parallel beantragen heißt sicherer planen

Altersrente und Erwerbsminderungsrente schließen sich nicht aus. Wer beide Varianten parallel beantragt, erhöht die Chancen auf finanzielle Sicherheit und vermeidet Versorgungslücken. Gerade in Zeiten unsicherer Arbeitsfähigkeit bietet diese Vorgehensweise eine solide Grundlage, um den Ruhestand verlässlich zu gestalten.

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