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Betriebsrente 2026: So hoch ist der neue Freibetrag wirklich

2026 steigt der Freibetrag für Betriebsrenten in der gesetzlichen Krankenversicherung auf 197,75 Euro im Monat – erst darüber werden Beiträge fällig. Das entlastet viele pflichtversicherte Rentner, gilt aber nicht für alle Versichertengruppen und ändert nichts an der vollen Beitragspflicht in der Pflegeversicherung. In folgendem Artikel auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V., erklären wir die Einzelheiten!

Freibetrag 2026: Die wichtigsten Zahlen

Der Freibetrag für Betriebsrenten in der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt 2026 genau 197,75 Euro monatlich. Grundlage ist die bundeseinheitliche Bezugsgröße der Sozialversicherung von 3.955 Euro im Monat; der Freibetrag entspricht 1/20 dieser Bezugsgröße (3.955 ÷ 20 = 197,75 Euro).

Im Vergleich zu 2025 steigt der Freibetrag damit um 10,50 Euro (2025: 187,25 Euro). Betriebsrenten bis 197,75 Euro bleiben 2026 komplett beitragsfrei in der gesetzlichen Krankenversicherung; erst der Anteil oberhalb dieser Grenze wird mit dem vollen GKV-Beitragssatz verbeitragt.

Für wen gilt der Freibetrag – und für wen nicht?

Vom Freibetrag profitieren ausschließlich gesetzlich pflichtversicherte Rentnerinnen und Rentner in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) beziehungsweise pflichtversicherte Beschäftigte mit Betriebsrente. Für sie wird der Freibetrag automatisch bei der Beitragsberechnung berücksichtigt – ein separater Antrag ist normalerweise nicht nötig.

Nicht profitieren dagegen:

  • freiwillig gesetzlich Versicherte (sie zahlen ab dem ersten Euro Betriebsrente Beiträge),
  • privat Krankenversicherte (keine GKV‑Beitragspflicht auf Betriebsrenten),
  • Personen, deren Einkommen nicht über der Freigrenze liegt, aber auf andere Weise verbeitragt wird.

Ein Urteil des Bundessozialgerichts hat 2024 bestätigt, dass freiwillig Gesetzlichversicherte keinen Anspruch auf den Betriebsrenten-Freibetrag haben.

Krankenversicherung vs. Pflegeversicherung

Der Freibetrag von 197,75 Euro gilt ausschließlich für die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. In der sozialen Pflegeversicherung existiert 2026 weiterhin kein entsprechender Freibetrag; dort wird die gesamte Betriebsrente verbeitragt, sobald die GKV-Freigrenze bzw. der Freibetrag überschritten wird.

Die Beitragssätze 2026 liegen in der Summe (allgemeiner GKV-Satz, durchschnittlicher Zusatzbeitrag und Pflegeversicherung) bei über 20 Prozent – für viele Rentner mit mittleren und höheren Betriebsrenten bleibt deshalb trotz Freibetrag eine spürbare Abgabenlast. Positiv ist: Je kleiner die Betriebsrente, desto stärker wirkt der Freibetrag und desto höher fällt der Nettoanteil aus.

Rechenbeispiel: So wirkt der Freibetrag 2026

  • Betriebsrente: 300 Euro monatlich
  • Freibetrag 2026: 197,75 Euro
  • Beitragspflichtiger Teil: 300,00 – 197,75 = 102,25 Euro.

Bei einem Gesamtbeitragssatz von 21,1 Prozent (14,6 Prozent GKV, 2,9 Prozent Zusatzbeitrag, 3,6 Prozent Pflegeversicherung mit Kindern) ergeben sich:

  • Beiträge: 102,25 × 21,1% ≈ 21,57 Euro
  • Netto-Betriebsrente: 300,00 – 21,57 ≈ 278,43 Euro.

Ohne Freibetrag wären die vollen 300 Euro verbeitragt worden; der Freibetrag sichert hier also jeden Monat knapp über 40 Euro mehr Netto – aufs Jahr gerechnet ein dreistelliger Betrag.

Was Betriebsrentner 2026 beachten sollten

  • Versicherungsstatus klären: Nur wer in der KVdR pflichtversichert ist, profitiert voll vom Freibetrag – ein Statuswechsel kann sich lohnen.
  • Betriebsrenten bündeln: Bezieht jemand mehrere Betriebsrenten, gilt der Freibetrag von 197,75 Euro insgesamt, nicht je Vertrag; die Krankenkasse verrechnet alle Versorgungsbezüge.
  • Bescheide prüfen: Ab Januar 2026 sollten Rentner die Beitragsabrechnungen und Rentenauszahlungsmitteilungen genau kontrollieren, ob der neue Freibetrag korrekt berücksichtigt ist.

Der erhöhte Freibetrag 2026 bringt für viele Betriebsrentner spürbar mehr Netto – entscheidend ist jedoch der eigene Krankenversicherungsstatus, der über die tatsächliche Entlastung im Ruhestand entscheidet.

Redakteure

  • ik

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

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  • Peter Kosick
    Experte:

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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