Was ist die Plus-Rente überhaupt?
Die Plus-Rente ist ein Konzept der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) um Karl-Josef Laumann. Kerngedanke: Wer im Alter trotz langer Erwerbsarbeit so wenig Rente hat, dass Grundsicherung nötig ist, soll 25 Prozent mehr auf die eigenen Rentenansprüche bekommen.
- Der Zuschlag knüpft an die tatsächlich erarbeiteten Rentenansprüche an, nicht an eine pauschale Einheitsleistung.
- Finanziert werden soll die Plus-Rente aus Steuermitteln, nicht aus höheren Rentenbeiträgen.
Für wen wären 25 Prozent mehr Rente gedacht?
Begünstigt werden sollen Rentnerinnen und Rentner, deren Einkommen trotz Rente unter dem Niveau der Grundsicherung liegt. Betroffen wären vor allem Menschen mit niedrigen Löhnen, gebrochenen Erwerbsbiografien oder vielen Teilzeitjahren.
- Besonders im Fokus stehen Geringverdiener, viele Frauen und viele Rentner in Ostdeutschland, die überdurchschnittlich häufig auf Grundsicherung angewiesen sind.
- Schätzungen zufolge könnten Hunderttausende bis hin zu mehreren Millionen Rentner Anspruch auf einen solchen Zuschlag haben.
So soll die Plus-Rente funktionieren
Die Plus-Rente soll als individueller Aufschlag auf die bereits erarbeitete Rente gewährt werden. Anders als bei der Grundrente steht klar die “Lebensleistung” im Mittelpunkt.
- Wer mehr Rentenpunkte erworben hat, bekommt auch mehr Plus-Rente – im Verhältnis zu den eigenen Ansprüchen.
- Voraussetzung ist eine Bedürftigkeitsprüfung: Nur wer trotz Rente nicht über die Grundsicherung kommt, erhält den Zuschlag.
- Die Finanzierung über Steuern soll verhindern, dass Beitragszahler allein die Mehrkosten tragen müssen.
Welche Vorteile hätte die Plus-Rente?
Befürworter sehen in der Plus-Rente einen wichtigen Baustein gegen Altersarmut. Gleichzeitig soll sie das Gefühl stärken, dass sich langjährige Arbeit im Rentensystem wirklich lohnt.
Wichtige Pluspunkte:
- Leistungsgerechtigkeit: Wer Jahrzehnte Beiträge gezahlt hat, soll am Ende mehr haben als Menschen ohne oder mit sehr wenigen Beitragsjahren.
- Armutsprävention: Altersarmut bei Geringverdienern würde gezielt abgefedert, weil die Rente sichtbar über das reine Grundsicherungsniveau steigt.
- Zielgenauigkeit: Durch Bedürftigkeitsprüfung fließt Geld nur dorthin, wo tatsächlich Bedarf besteht – das begrenzt Kosten und Mitnahmeeffekte.
Wo liegen Risiken und offene Fragen?
Kritisch betrachtet wird vor allem, wie aufwendig und gerecht die Prüfung in der Praxis funktionieren könnte. Zudem ist die langfristige Finanzierung in einer alternden Gesellschaft ein Unsicherheitsfaktor.
Mögliche Probleme:
- Mehr Bürokratie: Einkommens- und Vermögensprüfung kann kompliziert sein und Betroffene abschrecken, wie bei der Grundsicherung.
- Komplexes Nebeneinander: Plus-Rente, Grundrente, Grundsicherung, Aktivrente und andere Reformbausteine machen das System noch schwerer durchschaubar.
- Finanzierungsdruck: Zusätzliche Steuermittel sind nötig, während gleichzeitig Rentenniveau-Stabilisierung und Rentenpakete ohnehin Milliarden kosten.
Ist die Plus-Rente ein guter Plan?
Als sozialer Korrekturvorschlag verbessert die Plus-Rente eindeutig die Lage von langjährigen Beitragszahlern mit Mini-Renten. Sie setzt ein Signal gegen Altersarmut und für mehr Anerkennung von Lebensleistung, passt aber nur als Baustein in ein größeres Renten-Reformpaket.
- Für Betroffene mit sehr niedriger Rente wäre ein Zuschlag von 25 Prozent spürbar, etwa wenn aus 900 Euro 1.125 Euro werden
- Ob der Plan „gut“ ist, hängt davon ab, ob die Politik ihn einfach, transparent und dauerhaft finanzierbar gestaltet – ohne neue Ungerechtigkeiten und Bürokratiefallen zu schaffen.


