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Höhere Rente dank Abfindung: So machen Sie einmalige Zahlungen zur cleveren Rentenstrategie

Eine Abfindung kann Ihre gesetzliche Rente indirekt erhöhen, wenn daraus freiwillige Beiträge oder Ausgleichszahlungen in die Rentenversicherung geleistet werden. Ohne solche Einzahlungen steigert eine Abfindung Ihre Rente jedoch nicht. Wie man mit einer Abfindung die Rente erhöhen kann, erklärt folgender Artikel auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V.!

Was bedeutet „höhere Rente durch Abfindung“?

Eine Abfindung selbst ist in der Regel nicht rentenversicherungspflichtig, es werden also keine Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt. Entscheidend für die Höhe der gesetzlichen Rente sind Ihre Entgeltpunkte, die sich aus versicherungspflichtigem Einkommen ergeben. Eine höhere Rente entsteht nur dann, wenn ein Teil der Abfindung gezielt in die gesetzliche Rentenversicherung als zusätzliche Beiträge oder Ausgleichszahlungen fließt.

Modell 1: Freiwillige Sonderzahlungen aus der Abfindung

Viele Versicherte ab etwa 50 Jahren können freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, um Abschläge bei einem vorgezogenen Rentenbeginn auszugleichen oder zusätzliche Entgeltpunkte zu kaufen. Hierfür wird bei der Deutschen Rentenversicherung zunächst eine Berechnung angefordert, wie hoch die Ausgleichszahlung sein muss, um bestimmte Rentenabschläge zu kompensieren. Nutzen Sie Ihre Abfindung für eine solche Sonderzahlung, erhalten Sie im Gegenzug eine lebenslang höhere Monatsrente, von der im Todesfall meist auch Hinterbliebene profitieren.

Modell 2: Arbeitgeber zahlt direkt in die Rentenversicherung

Statt die Abfindung vollständig auf Ihr Konto zu überweisen, kann der Arbeitgeber vereinbaren, einen Teil unmittelbar als Ausgleichszahlung an die Deutsche Rentenversicherung zu leisten. Ziel ist häufig, einen früheren Rentenbeginn ohne oder mit geringeren Abschlägen zu ermöglichen. Für Beschäftigte kann diese Variante besonders attraktiv sein, wenn im Aufhebungsvertrag klar geregelt ist, welcher Teil der Abfindung in die Rentenversicherung fließt und welcher Teil als Barabfindung ausgezahlt wird.

Rechtliche Grundlage und Altersgrenzen

Rechtsgrundlage für Ausgleichszahlungen zur Minderung von Rentenabschlägen ist § 187a Sechstes Buch Sozialgesetzbuch (SGB VI). Danach dürfen Versicherte bis zur Regelaltersgrenze zusätzliche Beiträge zahlen, um die Kürzungen einer vorgezogenen Rente ganz oder teilweise auszugleichen. Voraussetzung ist in der Praxis, dass Sie ein bestimmtes Mindestalter – in der Regel 50 Jahre – erreicht haben und ein vorzeitiger Rentenbeginn realistisch geplant ist.

Steuern: Abfindung, Fünftelregelung und Sonderausgaben

Abfindungen sind einkommensteuerpflichtig, allerdings sozialversicherungsfrei, sofern sie als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes gezahlt werden. Häufig kommt die sogenannte Fünftelregelung zum Einsatz, bei der das Finanzamt die Steuerlast so berechnet, als ob die Abfindung auf fünf Jahre verteilt wäre, was die Progression abmildert. Zahlen Sie aus der Abfindung zusätzliche Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein, können diese als Altersvorsorgeaufwendungen steuerlich berücksichtigt werden, was die Gesamtbelastung weiter senken kann.

Wann lohnt sich eine Rente-aufstocken-Strategie mit Abfindung?

Besonders interessant ist die Strategie für Personen, die früher aus dem Job aussteigen wollen und mit Hilfe der Abfindung eine vorgezogene Altersrente ohne oder mit deutlich geringeren Abschlägen erreichen möchten. Auch für Gutverdiener oder Beschäftigte mit sehr hoher Abfindung kann es sinnvoll sein, einen Teil in die gesetzliche Rentenversicherung umzuleiten, um die lebenslange Rente zu erhöhen und gleichzeitig Steuer­vorteile zu nutzen. Ob sich das im Einzelfall lohnt, hängt von der Höhe der Abfindung, dem geplanten Rentenbeginn, dem persönlichen Steuersatz und der übrigen Altersvorsorge ab – eine individuelle Berechnung durch die Deutsche Rentenversicherung und eine steuerliche Beratung sind daher dringend empfehlenswert.

Redakteure

  • ik

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

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  • Peter Kosick
    Experte:

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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