Weniger Rente für Vorschussrentner bereits im Februar 2026 – das steckt dahinter!
Kurz erklärt: Warum ist weniger auf dem Konto?
Vorschussrentner bekommen ihre Rente nicht nachträglich, sondern vorschüssig für den kommenden Monat – also Ende Februar bereits die Rente für März. Zum Jahreswechsel 2025/2026 sind die Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung gestiegen, teils auch die kassenindividuellen Beiträge. Diese höheren Beiträge wirken für Rentner offiziell ab März 2026, schlagen bei Vorschussrentnern aber schon mit der Zahlung Ende Februar voll auf die Nettorente durch.
Was sind Vorschussrentner überhaupt?
- Vorschussrentner sind Personen, deren Rentenbeginn vor dem 1. April 2004 lag und die ihre Rente traditionell am Ende des Vormonats für den Folgemonat erhalten.
- Sie sehen die Märzzahlung deshalb schon am letzten Bankarbeitstag im Februar auf dem Konto – im Jahr 2026 ist das der 27. oder 28. Februar, je nach Zahlungsweg und Bank.
- Für alle anderen Rentner (nachschüssige Zahlung) wird die Rente erst Ende März für den Monat März überwiesen, dort taucht der niedrigere Nettobetrag also später auf.
Damit gehören Vorschussrentner zur Gruppe, die die Netto‑Kürzung als erste direkt im Februar bemerken.
Grund Nr. 1: Höhere Krankenkassenbeiträge ab 2026
Zum 1. Januar 2026 wurde der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung angehoben; viele Krankenkassen haben ihre eigenen Zusatzbeiträge ebenfalls erhöht.
- Die Bruttorente bleibt gleich, es handelt sich nicht um eine Rentenkürzung, sondern um höhere Abzüge für Kranken- und ggf. Pflegeversicherung.
- Die Deutsche Rentenversicherung übernimmt weiterhin die Hälfte des Zusatzbeitrags, die andere Hälfte wird direkt von der Bruttorente abgezogen.
- Für Rentner werden Änderungen der Beitragssätze systembedingt erst mit zwei Monaten Verzögerung in der Rentenzahlung umgesetzt – daher wirkt die Erhöhung offiziell ab März 2026.
Vorschussrentner erhalten die Märzauszahlung eben schon Ende Februar – und sehen damit den höheren Beitragsabzug früher als andere.
Grund Nr. 2: Technischer Nachlaufeffekt bei der Rentenzahlung
Dass die Mehrbelastung zeitversetzt kommt, hat mit dem sogenannten „technischen Nachlaufeffekt“ im Rentenzahlverfahren zu tun.
- Zum Jahreswechsel laufen Rentenberechnung und Beitragssätze noch eine Zeit mit den Vorjahreswerten, während Krankenkassen bereits den neuen Zusatzbeitrag erheben.
- Die Deutsche Rentenversicherung setzt geänderte Beitragssätze in der Regel erst im übernächsten Monat in der Auszahlung um.
- Für die meisten Rentner bedeutet das: Netto weniger ab der Zahlung für März 2026 (bei nachschüssiger Zahlung also Ende März).
Vorschussrentner hingegen bekommen die März‑Rente Ende Februar – deshalb entsteht der Eindruck, als würde schon die Februar‑Rente gekürzt, obwohl es technisch die Märzauszahlung ist.
Wie stark fällt die Kürzung aus?
Die konkrete Minderung hängt von Höhe der Rente und vom Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse ab.
Beispiel:
- Bruttorente: 2.000 Euro
- Erhöhung des Zusatzbeitrags um 0,4 Prozentpunkte (z.B. von 2,5% auf 2,9%)
- Eigenanteil des Rentners: 0,2 Prozentpunkte auf 2.000 Euro = rund 4 Euro weniger im Monat
- Hebt die Krankenkasse zusätzlich den kassenindividuellen Beitrag, kann die Nettorente auch um 10 Euro oder mehr sinken.
Auch kleinere Beträge summieren sich im Jahr auf spürbare Einbußen, weshalb viele Betroffene den Unterschied sofort bemerken.
Was sollten Vorschussrentner jetzt tun?
- Rentenbescheid und Kontoauszug genau prüfen
Vergleichen Sie die Überweisung Ende Januar 2026 mit der Zahlung Ende Februar 2026 und achten Sie auf geänderte Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung. - Schreiben der Krankenkasse beachten
Krankenkassen müssen Beitragserhöhungen gesondert ankündigen – prüfen Sie diese Post und gleichen Sie die angegebenen Prozentsätze mit Ihrer Rentenabrechnung ab. - Kassenwechsel prüfen
Bei deutlichem Anstieg des Zusatzbeitrags kann ein Wechsel in eine günstigere Krankenkasse sinnvoll sein; hier zählen Beitragssatz, Leistungen und Service. - Steuerliche Auswirkungen im Blick behalten
Höhere Sozialabgaben können Ihre steuerliche Belastung verändern; bei knappen Nettohaushalten lohnt ein Blick auf Werbungskosten, Sonderausgaben und mögliche Freibeträge.
Wer diese Punkte kennt, versteht, warum Vorschussrentner bereits im Februar weniger Rente ausgezahlt bekommen – und kann frühzeitig gegensteuern, etwa durch Kassenwahl, Haushaltsplanung oder Beratung bei der Rentenversicherung.

