Gefälschte E-Mails im Namen der Deutschen Rentenversicherung sind derzeit in großer Zahl im Umlauf. Wie die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg in einer aktuellen Pressemitteilung bekannt gibt, nutzen Kriminelle einen besonders raffinierten Vorwand: ein angeblich neues Datenschutzgesetz, für das Versicherte persönliche Daten in einem gefälschten Internetportal hinterlegen sollen.
Ein Vorwand, der Dringlichkeit erzeugt
Die Masche folgt einem bekannten Muster der Cyberkriminalität, wirkt aber durch die Berufung auf ein vermeintliches Gesetz besonders glaubwürdig. Empfängerinnen und Empfänger werden in den E-Mails aufgefordert, ihre Daten „aus rechtlichen Gründen“ zu aktualisieren. Wer dem Link in der Mail folgt, landet auf einer Seite, die dem echten Kundenportal der Rentenversicherung täuschend ähnlich sieht. Dort werden dann Zahlungsinformationen oder persönliche Angaben abgefragt.
Die Betrugswelle ist kein Einzelfall. Bereits im Februar und im Mai dieses Jahres hatten andere Regionalträger der Rentenversicherung vor ähnlichen Wellen gewarnt, damals unter anderen Vorwänden wie einem angeblichen Sicherheitsupdate der Digitalen Rentenübersicht oder einer vermeintlichen Fehlbuchung mit Beitragserstattung. Die Grundmechanik bleibt dabei stets identisch: ein Klick, gefolgt von der Preisgabe sensibler Daten.
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👉 Jetzt als bevorzugte Quelle bei Google News speichern (⭐️ klicken)So kommuniziert die echte Rentenversicherung
Ein zentraler Hinweis zur Einordnung solcher Mails: Die Rentenversicherung fragt persönliche Daten oder Zahlungsinformationen grundsätzlich nicht telefonisch, per E-Mail oder per SMS ab. Diese Informationen werden ausschließlich schriftlich per Post oder über das offizielle Kundenportal „Mein Konto“ angefordert. Ein Anruf durch Mitarbeitende der insgesamt 16 Rentenversicherungsträger erfolgt nur in Ausnahmefällen, etwa wenn zuvor selbst ein Antrag auf Kontenklärung oder eine Rente gestellt und dabei eine Telefonnummer für Rückfragen hinterlegt wurde.
| Merkmal | Echte Rentenversicherung | Phishing-Mail |
|---|---|---|
| Abfrage persönlicher Daten | Nur schriftlich per Post oder im Kundenportal | Per E-Mail-Link oder SMS |
| Absenderadresse | Offizielle Domain der DRV | Oft leicht abweichend oder auffällig |
| Handlungsdruck | Kein Zeitdruck | Angebliche Fristen, „sofort handeln“ |
| Verlinkte Seite | Kein Direktlink zur Dateneingabe per Mail | Nachgebaute Login-Seite |
Kriminelle setzen zunehmend auf künstliche Intelligenz
Nach Einschätzung von IT-Sicherheitsexperten wird die Unterscheidung zwischen echten und gefälschten Nachrichten schwieriger, weil Betrüger zunehmend KI-Werkzeuge einsetzen, um E-Mails und Landingpages professioneller zu gestalten. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt im Rahmen seines Cybersicherheitsmonitors vor einer wachsenden Rolle künstlicher Intelligenz bei Online-Betrug. Ein verlässliches Erkennungsmerkmal bleibt trotzdem die genaue Prüfung der Absenderadresse, da diese bei gefälschten Mails häufig von der offiziellen Domain abweicht, selbst wenn der angezeigte Name auf den ersten Blick echt wirkt.
Die IT-Sicherheitsabteilung der Rentenversicherung beobachtet nach eigenen Angaben laufend neue Betrugsseiten und lässt sie sperren. Ein vollständiger Schutz vor neu auftauchenden Fälschungen ist damit allerdings nicht garantiert, weshalb die aufmerksame Prüfung eingehender Nachrichten weiterhin die wirksamste Schutzmaßnahme bleibt.
Häufige Fragen zur aktuellen Phishing-Welle
Woran lässt sich eine gefälschte Mail der Rentenversicherung erkennen?
Typische Warnsignale sind eine Aufforderung zur Eingabe persönlicher oder finanzieller Daten über einen Link, ein erzeugter Zeitdruck sowie eine Absenderadresse, die von der offiziellen Domain der Rentenversicherung abweicht. Auch der Verweis auf angebliche neue Gesetze, die eine sofortige Datenaktualisierung erfordern, gilt als typisches Merkmal solcher Betrugsversuche.
Fragt die Rentenversicherung jemals persönliche Daten per Telefon oder E-Mail ab?
Nein. Persönliche Daten und Zahlungsinformationen werden ausschließlich schriftlich per Post oder über das offizielle Online-Kundenportal angefordert. Telefonische Rückfragen erfolgen nur, wenn zuvor selbst ein Antrag gestellt und eine Telefonnummer angegeben wurde.
Was passiert, wenn Daten bereits auf einer gefälschten Seite eingegeben wurden?
In diesem Fall empfiehlt es sich, betroffene Zugangsdaten umgehend zu ändern, die Hausbank bei bereits übermittelten Bankdaten zu informieren und Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Die Rentenversicherung selbst kann kompromittierte Konten im Kundenportal sperren lassen.
Wo lassen sich verdächtige Phishing-Mails melden?
Die Rentenversicherung nimmt Hinweise auf gefälschte Seiten und Mails entgegen, um diese sperren zu lassen. Weiterführende Informationen und Meldewege bietet die Themenseite Betrugsversuche der Deutschen Rentenversicherung.