Neue Airbnb-Hausregeln: Weniger Putzpflichten nur bei Buchung ab 20. November

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Von Januar bis Juli 2026 zählten Beherbergungsbetriebe in Deutschland 282,1 Millionen Übernachtungen, ein Rekord für diesen Zeitraum, wie das Statistische Bundesamt meldet. Bei Ferienwohnungen kommt zur Miete oft eine Reinigungspauschale, vor der Abreise trotzdem eine Putzliste. Die neuen Airbnb-Hausregeln begrenzen solche Pflichten, allerdings erst für Buchungen ab dem 20. November 2026.

Airbnb-Hausregeln: Es zählt der Tag der Buchung

Airbnb hat die Änderungen am 20. Oktober 2026 angekündigt. Die Richtlinie für angemessene Hausregeln und Aufgaben gilt für alle Buchungen, die am oder nach dem 20. November 2026 getätigt werden. Der Reisetermin spielt dafür keine Rolle.

Wer also Anfang November eine Hütte für die Osterferien 2027 reserviert, reist noch nach den bisherigen Bedingungen. Wer dieselbe Unterkunft eine Woche nach dem Stichtag bucht, fällt unter die neuen Vorgaben. Für Familien, die Urlaube oft Monate im Voraus planen, kann dieser Unterschied bei Weihnachts- und Frühjahrsreisen relevant werden.

Welche Aufgaben Gastgeber künftig nicht mehr verlangen sollen

Airbnb zieht die Grenze bei Tätigkeiten, die viel Zeit kosten oder sonst eine Reinigungskraft erledigt. Kleine Handgriffe bleiben als Bitte erlaubt. Das Unternehmen nennt dazu in einem Beitrag für Gastgeber mehrere Beispiele.

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Bitte des GastgebersNach neuer Richtlinie
Geschirr spülen und in den Schrank räumenin der Regel unzulässig
Benutztes Geschirr ins Spülbecken stellenzulässig
Bettwäsche abziehen, Waschmaschine startenin der Regel unzulässig
Benutzte Handtücher zusammenlegen oder sammelnzulässig
Müll außerhalb der Unterkunft entsorgenin der Regel unzulässig
Müll in Behälter im Gebäude sortierenzulässig
Auf beworbene Klimaanlage verzichtenunzulässig
Klimaanlage beim Verlassen ausschaltenzulässig

Ausnahmen sind möglich, wenn örtliche Umstände es verlangen. Airbnb nennt als Beispiele kürzere Duschzeiten bei dürrebedingter Wasserknappheit und tiersichere Müllbehälter in Gegenden mit Bären.

Kein Zettel in der Küche, keine Strafgebühr

Neu ist auch, wo Regeln stehen dürfen. Alle Hausregeln und Aufgaben müssen vor der Buchung im dafür vorgesehenen Bereich des Inserats sichtbar sein. Neue Anforderungen nach der Buchung schließt die Richtlinie aus, ob per Nachricht, durch ein Schild in der Unterkunft oder mündlich beim Schlüsselübergeben.

Bußgelder oder andere Sanktionen dürfen Gastgeber Gästen nach den neuen Regeln ebenfalls nicht auferlegen. Für echte Schäden an der Unterkunft verweist Airbnb auf seinen Schutz für Gastgeber. Drohen Strafen einer Hausverwaltung oder Gemeinde, etwa wegen Lärm, dürfen Gastgeber im Inserat darauf hinweisen.

Verträge und Ausweisdokumente werden ebenfalls eingeschränkt. Gastgeber dürfen Gäste nur dann um eine Unterschrift oder ein behördliches Dokument bitten, wenn das Gesetz es vorschreibt oder besondere Umstände vorliegen. Als Beispiele nennt Airbnb längere Aufenthalte, Regeln einer Eigentümergemeinschaft und optionale Ausstattung wie Golfwagen.

Warnhinweis im Inserat bei anhaltenden Verstößen

Wie Airbnb die Regeln durchsetzt, ist gestuft. Zunächst werden unzulässige Aufgaben im Inserate-Editor markiert, Gastgeber erhalten eine E-Mail und können Einspruch einlegen. Wird nichts geändert, kann im Inserat ein Hinweis wie „Enthält Reinigungsaufgaben“ erscheinen. Möglich sind laut Richtlinie außerdem eine schlechtere Platzierung in den Suchergebnissen und weitere Maßnahmen nach den Nutzungsbedingungen.

Für Reisende macht das Angebote vergleichbarer. Eine Putzliste lässt sich künftig schon bei der Suche erkennen und nicht erst beim Check-out.

Reinigungspauschale bleibt Teil des Preises

An der Reinigungsgebühr selbst ändert die Richtlinie nichts. Sie regelt, welche Aufgaben Gästen zugemutet werden, nicht wie Gastgeber ihre Preise kalkulieren. Gebühren für beworbene Teile der Unterkunft müssen allerdings im Preis enthalten sein, der bei der Buchung angezeigt wird.

Wie stark eine feste Pauschale ins Gewicht fällt, hängt von der Aufenthaltsdauer ab. Ein fiktives Beispiel: Ein Paar bucht am 1. Dezember 2026 eine Wohnung im Harz für 95 Euro pro Nacht, die Reinigungspauschale beträgt 70 Euro. Bei vier Nächten kostet der Aufenthalt vor weiteren Gebühren 450 Euro, die Reinigung macht 17,50 Euro pro Nacht aus. Bleibt das Paar nur zwei Nächte, sind es 260 Euro, und auf jede Nacht entfallen 35 Euro Reinigung.

Gäste bleiben in der Pflicht

Die neuen Vorgaben entlasten bei der Abreise, erlauben aber keinen nachlässigen Umgang mit der Unterkunft. Die Grundregeln für Gäste verlangen weiterhin, Hausregeln zu befolgen. Bei wiederholten oder schweren Verstößen kann Airbnb Konsequenzen gegen Gäste verhängen. Gastgeber dürfen eine Buchung ohne Nachteile stornieren, wenn Gäste gegen Hausregeln verstoßen. Zu den sieben Standardregeln gehören unter anderem Ruhezeiten, Rauchverbot, maximale Gästezahl und die Bitte, beim Check-out abzuschließen.

Häufige Fragen zu den neuen Airbnb-Hausregeln

Gilt die neue Airbnb-Regel auch für Buchungen vor dem 20. November?

Nein. Die Richtlinie erfasst nur Buchungen, die am oder nach dem 20. November 2026 getätigt werden. Für frühere Reservierungen gelten die Bedingungen, die zum Zeitpunkt der Buchung im Inserat standen, auch wenn die Reise erst 2027 stattfindet.

Darf ein Gastgeber Geld verlangen, wenn Gäste nicht spülen?

Nach der neuen Richtlinie dürfen Gastgeber Gästen keine Bußgelder oder Sanktionen auferlegen. Das schließt Zusatzforderungen für unerledigte Reinigungsaufgaben ein. Anders liegt der Fall bei tatsächlichen Schäden an der Unterkunft.

Dürfen Airbnb-Gastgeber einen Ausweis oder eine Unterschrift verlangen?

Nur in Ausnahmefällen. Ausweisdokumente oder separate Verträge sind zulässig, wenn ein Gesetz sie vorschreibt oder besondere Umstände vorliegen. Zulässige Verträge müssen Gastgeber im Inserat hinterlegen, Airbnb setzt sie nicht für sie durch.

Was gilt, wenn Gäste die Unterkunft beschädigen?

Gäste müssen weiterhin sorgsam mit der Unterkunft umgehen und die Hausregeln einhalten. Für Schäden während eines Aufenthalts bietet Airbnb Gastgebern einen eigenen Schutz. Die Entlastung bei Putzaufgaben ändert daran nichts.

Einschätzung der Redaktion

Die neue Richtlinie ist für Reisende ein Fortschritt, vor allem wegen der Transparenz. Wer eine Reinigungspauschale zahlt, sollte nicht zusätzlich die Arbeit der Reinigungskraft übernehmen müssen. Dass Regeln künftig vor der Buchung feststehen und nicht per Zettel nachgereicht werden dürfen, schützt gerade Familien, die knapp kalkulieren. Der Stichtag bleibt eine Schwäche: Viele Weihnachts- und Frühjahrsreisen sind längst gebucht und fallen nicht darunter. Offen ist auch, ob Gastgeber die wegfallenden Aufgaben über höhere Pauschalen ausgleichen. Ob die Neuregelung Reisende wirklich entlastet, zeigt sich erst an den Endpreisen.

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