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Rentenstreit 2026: Was die neue Kommission zur Rente für heutige Rentner und junge Beitragszahler bedeutet

In Berlin hat eine neue Regierungskommission zur Reform der Rente und Altersvorsorge ihre Arbeit vor einiger Zeit aufgenommen. Das Gremium, das von Bundesministerin Bärbel Bas (SPD) offiziell eingesetzt wurde, soll bis Ende des zweiten Quartals 2026 konkrete Vorschläge vorlegen, wie die Altersabsicherung in Deutschland gerechter, stabiler und nachhaltiger gestaltet werden kann. Bas betonte beim Start der Kommissionsarbeit, das Ziel sei klar: „Die Alterssicherung muss auch in den kommenden Jahrzehnten verlässlich funktionieren.“ Dabei sollen alle Bereiche – von der gesetzlichen Rente über die betriebliche Altersvorsorge bis hin zur privaten Vorsorge – auf den Prüfstand gestellt werden. Die große Frage: Bleibt die Rente in Deutschland sicher? Worüber die Kommission berät, skizzieren wir hier in folgendem Artikel auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V.!

Breites Meinungsspektrum in der Renten-Kommission

Die Leitung der Kommission haben Sozialrechtsprofessorin Constanze Janda (SPD-nah) und Frank-Jürgen Weise, ehemaliger Chef der Bundesagentur für Arbeit (Union). Neben Vertretern der Regierungsfraktionen gehören dem Gremium auch acht renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an – viele von ihnen stehen für sehr unterschiedliche Ansichten in der Rentenpolitik.

Für Spannung sorgt insbesondere die Teilnahme von Pascal Reddig (CDU), der sich als „Rentenrebell“ einen Namen gemacht hat. Er lehnt Teile der jüngsten Rentenpolitik ab, während etwa Annika Klose (SPD) in ihrem Bundestagsausschuss die aktuellen Rentengesetze aktiv mitgestaltet hat.

Streit um Kosten und Gerechtigkeit bei der Rente der Zukunft

Das bislang beschlossene Rentenpaket der Bundesregierung, das das Rentenniveau langfristig sichern soll, bringt enorme Belastungen für den Bundeshaushalt – mehrere Milliarden Euro jährlich. Vor allem jüngere Unionsabgeordnete hatten deshalb vor Weihnachten heftige Kritik geübt. Dennoch wurde das Gesetz noch kurz vor dem Jahreswechsel verabschiedet.

Ökonomen mahnen nun eine grundsätzliche Reform an: Da die Zahl der Rentner in Folge der Babyboomer-Jahrgänge weiter steigt, müssten die staatlichen Ausgaben massiv angepasst werden. Immer lauter wird dabei der Ruf nach einer längeren Lebensarbeitszeit. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte zuletzt, Deutschland müsse „insgesamt länger arbeiten“, um das Rentensystem zu entlasten.

Alarmstimmung zur Rente bei Gewerkschaften

Die Gewerkschaften zeigen sich alarmiert. IG Metall und Verdi warnen vor einer möglichen Rentenkürzungspolitik. Hans-Jürgen Urban vom IG-Metall-Vorstand erklärte, die Kommission dürfe „keine Kürzungsrunde durch die Hintertür“ werden. Auch Verdi-Chef Frank Werneke sieht die Prüfaufträge kritisch: Würden Renten künftig nur noch an die Inflation und nicht mehr an die Lohnentwicklung gekoppelt, drohe eine schleichende Entwertung der Altersbezüge.

Fazit zur Rentenkommission Stand Januar 2026

Während also die Expertenrunde nach Lösungen sucht, bleibt das politische und gesellschaftliche Umfeld hoch sensibel. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein – für Millionen Rentnerinnen und Rentner ebenso wie für die künftigen Generationen in Deutschland.

Redakteure

  • ik

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

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  • Peter Kosick
    Experte:

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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