Breites Meinungsspektrum in der Renten-Kommission
Die Leitung der Kommission haben Sozialrechtsprofessorin Constanze Janda (SPD-nah) und Frank-Jürgen Weise, ehemaliger Chef der Bundesagentur für Arbeit (Union). Neben Vertretern der Regierungsfraktionen gehören dem Gremium auch acht renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an – viele von ihnen stehen für sehr unterschiedliche Ansichten in der Rentenpolitik.
Für Spannung sorgt insbesondere die Teilnahme von Pascal Reddig (CDU), der sich als „Rentenrebell“ einen Namen gemacht hat. Er lehnt Teile der jüngsten Rentenpolitik ab, während etwa Annika Klose (SPD) in ihrem Bundestagsausschuss die aktuellen Rentengesetze aktiv mitgestaltet hat.
Streit um Kosten und Gerechtigkeit bei der Rente der Zukunft
Das bislang beschlossene Rentenpaket der Bundesregierung, das das Rentenniveau langfristig sichern soll, bringt enorme Belastungen für den Bundeshaushalt – mehrere Milliarden Euro jährlich. Vor allem jüngere Unionsabgeordnete hatten deshalb vor Weihnachten heftige Kritik geübt. Dennoch wurde das Gesetz noch kurz vor dem Jahreswechsel verabschiedet.
Ökonomen mahnen nun eine grundsätzliche Reform an: Da die Zahl der Rentner in Folge der Babyboomer-Jahrgänge weiter steigt, müssten die staatlichen Ausgaben massiv angepasst werden. Immer lauter wird dabei der Ruf nach einer längeren Lebensarbeitszeit. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte zuletzt, Deutschland müsse „insgesamt länger arbeiten“, um das Rentensystem zu entlasten.
Alarmstimmung zur Rente bei Gewerkschaften
Die Gewerkschaften zeigen sich alarmiert. IG Metall und Verdi warnen vor einer möglichen Rentenkürzungspolitik. Hans-Jürgen Urban vom IG-Metall-Vorstand erklärte, die Kommission dürfe „keine Kürzungsrunde durch die Hintertür“ werden. Auch Verdi-Chef Frank Werneke sieht die Prüfaufträge kritisch: Würden Renten künftig nur noch an die Inflation und nicht mehr an die Lohnentwicklung gekoppelt, drohe eine schleichende Entwertung der Altersbezüge.
Fazit zur Rentenkommission Stand Januar 2026
Während also die Expertenrunde nach Lösungen sucht, bleibt das politische und gesellschaftliche Umfeld hoch sensibel. Die kommenden Monate könnten entscheidend sein – für Millionen Rentnerinnen und Rentner ebenso wie für die künftigen Generationen in Deutschland.


