Bürgergeld / Grundsicherung: Regelsatz 2026
Für 2026 ist geplant, dass die Regelsätze beim Bürgergeld (und später bei der neuen Grundsicherung) stabil bleiben – eine sogenannte Nullrunde. Für alleinerziehende Eltern gelten folgende Beträge (Stand 2025, unverändert 2026):
- Alleinerziehende Person: 563 Euro Regelsatz pro Monat.
- Kind 6–13 Jahre: 390 Euro Regelsatz pro Monat.
- Kind 14–17 Jahre: 471 Euro Regelsatz pro Monat.
- Kind 18–24 Jahre im Haushalt: 451 Euro Regelsatz pro Monat.
Zusätzlich werden die Kosten der Unterkunft (Miete, Nebenkosten, Heizung) übernommen, soweit sie angemessen sind.
In diesem Zusammenhang nicht uninteressant: der Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. hat neue Empfehlungen zur Unterstützung von Alleinerziehenden im SGB II-Bezug (Bürgergeld) bei der Erwerbsintegration
durch die Jobcenter herausgegeben: hier.
Mehrbedarf für Alleinerziehende: Extra-Geld für die Erziehung
Alleinerziehende Eltern erhalten neben dem Regelsatz einen Mehrbedarf für Alleinerziehende, weil sie sich allein um die Pflege und Erziehung des Kindes kümmern. Dieser Zuschlag wird als Prozentsatz des eigenen Regelsatzes berechnet.
Für ein Kind gilt:
- Kind unter 7 Jahren: 36% des eigenen Regelsatzes als Mehrbedarf.
→ Bei 563 Euro Regelsatz sind das etwa 202,68 Euro zusätzlich pro Monat. - Kind 7 Jahre und älter: 12% des eigenen Regelsatzes als Mehrbedarf.
→ Bei 563 Euro Regelsatz sind das etwa 67,56 Euro zusätzlich pro Monat.
Dieser Mehrbedarf wird direkt zum Bürgergeld hinzugerechnet und ist eine wichtige Entlastung für alleinerziehende Eltern.
Beispiel: Bürgergeld für alleinerziehende Mutter mit einem Kind
Ein typisches Beispiel für 2026 (Basis: 2025‑Niveau):
- Alleinerziehende Mutter (Regelsatz): 563,00 €
- Mehrbedarf (Kind unter 7 Jahren): 202,68 €
- Kind 6 Jahre (Regelsatz): 390,00 €
- Fiktive Miete und Nebenkosten: 600,00 €
- Fiktive Heizkosten: 120,00 €
Brutto-Bürgergeld-Anspruch: ca. 1.875,68 € pro Monat.
Davon wird das Kindergeld angerechnet (2026: 259 € pro Kind), sodass der Netto-Bürgergeld-Betrag etwas niedriger ausfällt.
Was ändert sich 2026 für Alleinerziehende?
Ab Mitte 2026 wird das Bürgergeld in die neue Grundsicherung für Arbeitsuchende umgewandelt. Für alleinerziehende Eltern mit einem Kind bedeutet das:
- Der Regelsatz bleibt stabil (Nullrunde 2026).
- Der Mehrbedarf für Alleinerziehende bleibt erhalten (36% bei Kind unter 7 Jahren, 12% bei Kind 7 Jahre und älter).
- Eltern müssen künftig früher aktiv werden: sobald das Kind ein Jahr alt ist und eine Betreuungsmöglichkeit besteht, gilt eine zumutbare Arbeit als Pflicht.
- Die Kosten der Unterkunft werden strenger geprüft; die bisherige Bestandsschutzregelung (Übernahme der Miete im ersten Jahr) entfällt.
Kindergeld: Fester Zuschuss pro Kind
Unabhängig vom Bürgergeld gibt es das Kindergeld, das für jedes Kind gezahlt wird, solange die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Für 2026 beträgt das Kindergeld 259 Euro pro Monat und Kind.
Wichtig: Das Kindergeld wird auf das Bürgergeld voll angerechnet – es erhöht also nicht den Bürgergeld-Betrag, sondern wird stattdessen als Teil des Einkommens angesehen.
Kinderzuschlag: Für Familien knapp über Bürgergeld
Wer etwas mehr verdient als die Bürgergeld-Grenze, aber dennoch nicht auskommt, kann den Kinderzuschlag (KiZ) beantragen. Der KiZ ist ein monatlicher Zuschuss pro Kind, der zusätzlich zum Einkommen gezahlt wird.
Für 2026 gilt:
- Höchstbetrag: bis zu 297 € pro Monat und Kind.
- Anspruch, wenn das Einkommen knapp über der Bürgergeld-Grenze liegt und die Kosten für das Kind nicht gedeckt sind.
- Der Kinderzuschlag kann parallel zu Wohngeld beantragt werden.
Für alleinerziehende Eltern mit einem Kind kann der Kinderzuschlag eine wichtige Brücke sein, um ohne Bürgergeld auszukommen.
Wohngeld: Zuschuss zur Miete
Auch alleinerziehende Eltern mit eigenem Einkommen können Wohngeld beantragen, wenn die Miete im Verhältnis zum Einkommen zu hoch ist. Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss, der die Miete entlastet.
Wichtig ist:
- Wohngeld wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst ab dem Antragsmonat.
- Es wird für 12 Monate bewilligt; danach muss ein neuer Antrag gestellt werden.
- Wer Bürgergeld bezieht, erhält kein zusätzliches Wohngeld, weil die Miete bereits im Bürgergeld enthalten ist.
- Kinderzuschlag kann hingegen zusätzlich zum Wohngeld gezahlt werden.
Kindesunterhalt vom anderen Elternteil
Der das Kind nicht betreuende Elternteil muss in aller Regel Kindesunterhalt an den das Kind betreuenden Elternteil zahlen. Die Höhe richtet sich nach der Düsseldorfer Tabelle, die 2026 erhöht worden ist, s. hier: Düsseldorfer Tabelle 2026.
Unterhaltsvorschuss: Wenn der andere Elternteil nicht zahlt
Wenn der andere Elternteil keinen oder zu wenig Kindesunterhalt zahlt, kann der Unterhaltsvorschuss beantragt werden. Dieser Vorschuss wird vom Staat gezahlt und soll sicherstellen, dass das Kind trotzdem versorgt ist.
Für 2026 gilt:
- Unterhaltsvorschuss für Kinder bis 12 Jahre: 250 € pro Monat.
- Für Kinder ab 12 Jahren: 320 € pro Monat.
- Der Vorschuss wird später vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurückgefordert.
- Unterhaltsvorschuss muss vorrangig vor dem Bürgergeld beantragt werden. Aufstockend kann Bürgergeld beantragt werden; der Unterhaltsvorschuss wird dort angerechnet.
Kinderkrankengeld: Wenn das Kind krank ist
Wenn ein Kind krank ist und betreut werden muss, kann der Kinderkrankentag genutzt werden. Für 2025/2026 gelten folgende Regelungen:
- Pro Elternteil: 30 Tage pro Jahr und Kind (bei mehreren Kindern mehr Tage).
- Bei Alleinerziehenden: 60 Tage pro Jahr und Kind.
- Das Kinderkrankengeld beträgt 90% des Nettoentgelts, maximal aber 112,86 € pro Tag (2025, 2026 unverändert).
Fazit: diese Ansprüche auf staatliche Hilfe haben Alleinerziehende mit Kind
Alleinerziehende Eltern mit einem Kind sollten jetzt prüfen, welche Leistungen in Frage kommen:
- Bei geringem Einkommen: Bürgergeld mit Mehrbedarf für Alleinerziehende beantragen.
- Bei knappem Einkommen: Kinderzuschlag und ggf. Wohngeld prüfen.
- Wenn der andere Elternteil nicht zahlt: Unterhaltsvorschuss beantragen.
- Auf aktuelle Informationen achten: sobald der Gesetzentwurf zur neuen Grundsicherung im Bundestag liegt, werden die genauen Regeln der Bürgergeld-Reform deutlicher.

