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Die 3 teuersten Fehler bei der Rente: Diese Entscheidungen kosten im Alter Zehntausende Euro

Die drei teuersten Fehler bei der Rente entstehen nicht durch „komplizierte Formeln“, sondern durch scheinbar kleine Entscheidungen, die sich über 20 oder mehr Rentenjahre massiv summieren. Welche drei Kardinalfehler bei der Rente in jedem Fall vermieden werden müssen, erklärt nachfolgender Artikel auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V..

Fehler 1: Zu früh in Rente gehen – ohne Plan

Viele gehen aus Frust, Erschöpfung oder Angst vor Jobverlust früher in Rente, obwohl sie es sich finanziell kaum leisten können.
In der gesetzlichen Rente bedeutet jeder Monat vorgezogener Rentenbeginn einen dauerhaften Abschlag von 0,3 Prozent – bei zwei Jahren sind das 7,2 Prozent weniger Rente, jeden Monat, ein Leben lang.

Beispiel:

  • Abschlag: 115 Euro pro Monat.
  • Jahresverlust: 1.380 Euro.
  • Verlust über 20 Jahre: mindestens 27.600 Euro – plus alle künftigen Rentenerhöhungen, auf die der Abschlag ebenfalls wirkt.

Teuer wird es, wenn:

  • der frühere Rentenstart nur „gefühlt“ nötig ist (z. B. angstgetrieben, aber ohne echte Notwendigkeit),
  • gleichzeitig noch Schulden laufen oder
  • durch die niedrigere Rente später Grundsicherung im Alter nötig wird.

So vermeidest du den Fehler

  • Vor einem frühen Rentenantrag immer eine konkrete Haushaltsrechnung machen (heute, in 5 und in 15 Jahren).
  • Alternativen prüfen: Teilzeit, Erwerbsminderungsrente, Krankengeld, Arbeitslosengeld mit Überbrückung bis zum regulären Rentenbeginn.
  • Unabhängige Beratung nutzen, bevor du den Rentenantrag stellst.

Fehler 2: Versicherungsverlauf & Rentenbescheid nicht prüfen

Viele lassen ihren Versicherungsverlauf und später den Rentenbescheid einfach durchlaufen – fehlende Zeiten oder Fehler fallen dann oft nie auf.
Fehlen Ausbildungszeiten, Kindererziehungszeiten oder Zeiten der Arbeitslosigkeit, verschenkt man Entgeltpunkte – und damit Monat für Monat Geld.

Beispiel aus einer typischen Rechnung:

  • Fehlen 0,6 Entgeltpunkte, können schnell rund 22–25 Euro Rente im Monat verloren gehen.
  • Jahresverlust: etwa 300 Euro.
  • Verlust über 20 Jahre: rund 6.000 Euro – und das nur für eine einzige Lücke.

In der Praxis gibt es häufig mehrere kleinere Lücken – da summieren sich die Verluste schnell auf 5.000 bis 15.000 Euro oder mehr.

Noch teurer wird es, wenn:

  • Rentenbescheide ungeprüft akzeptiert werden, obwohl falsche Zeiten, falsche Rentenart oder falsche Abschläge eingetragen sind.
  • kein Widerspruch eingelegt wird, obwohl Fristen noch laufen.

So vermeidest du den Fehler

  • Versicherungsverlauf regelmäßig anfordern und jede Lücke klären (v. a. Schule, Ausbildung, Kindererziehung, Pflege).
  • Spätestens vor Rentenantrag: Versicherungskonto klären lassen.
  • Rentenbescheid Zeile für Zeile prüfen (nicht nur die Endsumme).
  • Bei Unklarheiten innerhalb der Frist Widerspruch prüfen – im Zweifel fachliche Hilfe holen.

Fehler 3: Steuern und Entnahmen im Ruhestand falsch planen

Viele vergessen, dass die Rente selbst zunehmend steuerpflichtig wird und dass zusätzliche Einnahmen (Betriebsrente, private Rente, Kapitalentnahmen) den Steuersatz in die Höhe treiben.

Typische teure Missverständnisse:

  • Kapital aus Versicherungen oder Depots wird „auf einen Schlag“ ausgezahlt und erhöht so das zu versteuernde Einkommen deutlich.
  • Mehrere Rentenquellen (gesetzliche Rente, Betriebsrente, private Rente) starten gleichzeitig, ohne dass die Steuerwirkung bedacht wurde.
  • Es gibt keinen klaren Entnahmeplan aus Ersparnissen: Geld wird zu ungünstigen Zeitpunkten aus Aktien- oder Mischfonds entnommen, etwa nach Kursstürzen.

Beispielrechnung:
Schon 100 Euro pro Monat „zu viel“ Steuern oder verschenkte Freibeträge können über 20 Jahre 24.000 Euro kosten – in vielen realen Fällen sind es 20.000 bis 40.000 Euro oder mehr, wenn Steuern, falsche Entnahmen und verpasste Freibeträge zusammenkommen.

Besonders gefährlich ist die Kombination:

  • Rentenbeginn,
  • gleichzeitige hohe Kapitalentnahme
  • plus Start von zusätzlicher Betriebs- oder Privatrente.

So vermeidest du den Fehler

  • Vor Rentenbeginn eine Steuer- und Entnahmeplanung machen: Wann startet welche Rente, wann wird welches Kapital genutzt?
  • Freibeträge nutzen (z. B. Sparer-Pauschbetrag, ggf. Grundfreibetrag beim Partner, Verteilung auf mehrere Jahre).
  • Entnahmeplan für Ersparnisse aufstellen: Nicht alles im ersten Jahr ziehen, lieber gestaffelt und angepasst an die Börsenlage.
  • Prüfen, ob es Sinn macht, einzelne Kapitalauszahlungen zu verschieben oder zu verrenten, um Steuer-Spitzen zu vermeiden.

Fazit: 3 Kardinalfehler bei der Rente und dem Antrag

  1. Zu frühe Rente ohne Not – dauerhaft hohe Abschläge.
  2. Ungeprüfte Versicherungsverläufe und Bescheide – verschenkte Entgeltpunkte und tausende Euro Verlust.
  3. Falsche Steuer- und Entnahmeplanung – unnötig hohe Steuerlast und schlecht genutztes Vermögen im Ruhestand.

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