Kaufkraft der Rente in Deutschland: Wo Rentner gut, wo schlecht leben

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Ungleich verteilt: Rentner in Deutschland

Die Kaufkraft der Rentner in Deutschland ist regional unterschiedlich hoch. Es sind Differenzen von bis zu 70 Prozent zu verzeichnen. Das geht aus einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor.

Die höchste Rentenkaufkraft hat Gera in Thüringen mit 1.437 Euro im Monat. Das entspricht einem Plus von 39,6 Prozent gegenüber dem Bundesdurchschnitt von 1.036 Euro. Am niedrigsten ist die Kaufkraft im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz mit nur 856 Euro im Monat. Das entspricht einem Minus von 17,2 Prozent gegenüber dem Bundesdurchschnitt.

Gründe für regionale Unterschiede beim Wert der Rente?

Die Rentenhöhe wird in Deutschland nach dem sogenannten Eckrentenprinzip berechnet. Dabei werden die durchschnittlichen Bruttolöhne der letzten 55 Jahre zugrunde gelegt. In den neuen Bundesländern sind die Löhne in der Regel niedriger als in den alten Bundesländern. Daher sind  die Rentenhöhen im Osten höher.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Höhe der Lebenshaltungskosten. In den Städten sind die Lebenshaltungskosten in der Regel höher als auf dem Land. Daher ist die Kaufkraft der Rentner in ländlichen Regionen in der Regel höher.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Es existiert ein starkes Stadt-Land-Gefälle: In den Städten ist das Leben weit teurer als auf dem Land.
  • Das Preisniveau  in Ostdeutschland geringer als im Westen Deutschlands, sog. West-Ost-Gefälle.
  • Die Renten sind in Ostdeutschland durchschnittlich viel höher als in Westdeutschland.

Was bedeutet das für Rentner in Deutschland?

Rentner, die in Regionen mit hoher Kaufkraft leben, haben mehr Spielraum für ihre Ausgaben. Sie können sich beispielsweise mehr leisten, wenn es um Reisen, Freizeitaktivitäten oder die Pflege von Angehörigen geht.

Rentner, die in Regionen mit niedriger Kaufkraft leben, müssen hingegen genauer haushalten. Sie müssen sich bei ihren Ausgaben oft einschränken.

Was tun, um die Kaufkraft der Rentner zu verbessern?

Eine Möglichkeit wäre, die Rentenhöhen zu erhöhen. Dies würde jedoch zu einer höheren Belastung der Beitragszahler führen.

Eine andere Möglichkeit wäre, die Lebenshaltungskosten in den Städten zu senken. Dies könnte beispielsweise durch mehr bezahlbaren Wohnraum oder durch günstigere öffentliche Verkehrsmittel erreicht werden.

Letztendlich ist es wichtig, dass die Politik die Kaufkraft der Rentner im Blick hat. Die Rente ist für viele Menschen die wichtigste Einkommensquelle im Alter.

Was tun, wenn Rente nicht reicht?

Reicht die Kaufkraft der Rente nicht aus, um den Lebensunterhalt sicherzustellen, so könnte man daran denken, in eine andere Region umzuziehen, wo die Kaufkraft besser ist, insbesondere die Wohnungsmieten niedriger.

Aber das muss nicht sein. Wenn die Rente zum Lebensunterhalt nicht ausreicht, so kann ein Antrag auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gestellt werden. Man erhält dann vom Staat aufstockend Leistungen.

Zusammenfassung: Kaufkraft der Rentner in Deutschland unterschiedlich verteilt

Wie viel sich Rentner von  ihrem Geld leisten können (Rentenkaufkraft), lässt sich nur von Region zu Region beantworten unterschiedlich.

Im Osten Deutschlands gibt es vom Grundsatz her hohe Renten auf der einen Seite und geringe Preise auf der anderen Seite. Deshalb ist die Rentenkaufkraft im Osten höher als im Westen. Das gilt insbesondere für Ballungszentren, wo die Renten relativ gering sind und ein hohes Preisniveau herrscht.

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