Rente gekürzt ab März 2026: Das sind die wahren Gründe für weniger Geld im Frühjahr

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Einordnung: Wird die Rente wirklich „gekürzt“?

Umgangssprachlich ist von einer „Rentenkürzung“ die Rede, juristisch ändert sich aber zunächst nur der Abzug für Kranken- und Pflegeversicherung von der Rente.
Die monatliche Bruttorente bleibt gleich, aber durch die höheren Sozialabgaben kommt weniger auf dem Konto an – die Kürzung betrifft also die Netto-Rente.

Hauptgrund: Höhere Krankenkassen-Zusatzbeiträge

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen steigt 2026 auf rund 2,9 Prozent, vorher lag er bei etwa 2,5 Prozent.

Viele Kassen (auch große wie die Techniker Krankenkasse) haben für 2026 zusätzlich eigene, kassenindividuelle Beitragserhöhungen angekündigt.

​Rentner zahlen ihren Anteil zur Krankenversicherung direkt aus der Rente; steigt der Beitragssatz, sinkt automatisch die ausgezahlte Netto-Rente.

Ein Beispiel:
Erhöht sich der Zusatzbeitrag um 0,4 Prozentpunkte, macht das bei 1.500 Euro Bruttorente knapp 6 Euro mehr Beitrag pro Monat – die Rente wirkt „gekürzt“, obwohl der Bruttobetrag unverändert bleibt.

Warum merkt man die Kürzung erst ab März?

Die höheren Krankenkassenbeiträge gelten formal schon ab Januar 2026.

Die Deutsche Rentenversicherung braucht aber einige Wochen, um die neuen Beitragssätze zu verarbeiten und in die Rentenabrechnungen einzubauen; gesetzlich ist eine verzögerte Umsetzung vorgesehen (unter anderem nach § 247 SGB V).

Deshalb tauchen die höheren Abzüge erst mit der Rentenzahlung ab März sichtbar auf – häufig inklusive rückwirkender Anpassung für Januar und Februar.

Weitere Faktoren, die wie eine Kürzung wirken

Neben den Krankenkassenbeiträgen gibt es 2026 noch Punkte, die das verfügbare Renteneinkommen drücken können:

Steuern auf die Rente: Durch höhere Bruttorenten und steigende Rentenanpassungen rutschen mehr Rentner über den Grundfreibetrag und werden steuerpflichtig; die Einkommensteuer mindert die Netto-Rente zusätzlich.

Dämpfungsfaktoren in der Rentenformel: Nachhol- und Nachhaltigkeitsfaktoren können künftige Rentenerhöhungen abmildern, was eher „weniger Plus“ als eine echte Kürzung bedeutet.

Frühverrentung mit Abschlägen: Wer 2026 vor der regulären Altersgrenze in Rente geht, muss mit Abschlägen von 0,3 Prozent pro Monat des vorzeitigen Bezugs leben; bei mehreren Jahren Vorziehen summiert sich das auf deutlich zweistellige Prozentsätze.

Was können Betroffene tun?

Krankenkasse prüfen: Da Zusatzbeiträge je nach Kasse unterschiedlich hoch sind, kann ein Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse über das Jahr gerechnet spürbar Geld sparen.

Rentenbescheid ab März kontrollieren: Ab der ersten Zahlung mit neuem Abzug sollten Rentner die Abrechnung genau prüfen, ob Beitragssatz, Zusatzbeitrag und Pflegeversicherungsbeitrag korrekt berechnet wurden.

Steuerliche Situation klären: Wer durch Rentenerhöhungen oder Nebeneinkünfte steuerpflichtig wird, sollte prüfen, ob sich Ausgaben (z. B. Krankheitskosten) als außergewöhnliche Belastungen oder Sonderausgaben ansetzen lassen.

Kurzes Fazit zur “Kürzung der Rente” ab März 2026

Es gibt kein neues „Renten-Kürzungsgesetz“, sondern eine Mischung aus gestiegenen Krankenkassenbeiträgen, technischer Verzögerung bis März und zusätzlichen Effekten wie Steuerpflicht und Dämpfungsfaktoren – alles zusammen sorgt dafür, dass sich die Rente ab März für viele anfühlt wie eine reale Kürzung.

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