Rente selbst: Anpassung und neue Regeln
Die gesetzliche Rente steigt zum 1. Juli 2026 voraussichtlich um rund 3,73 Prozent, alle Rentner erhalten dann mehr Geld. Trotzdem reicht die Erhöhung vielerorts kaum aus, um die höheren Preise für Energie, Lebensmittel und Versicherungen auszugleichen.
Wichtige Punkte 2026:
- Rentenanpassung ab 1.7.2026: Plus etwa 3,73 Prozent auf die Bruttorente, konkrete Werte folgen mit dem Rentenbescheid.
- Stabilisierung des Rentenniveaus: Das Rentenpaket 2025 sichert ein Mindestniveau, ändert aber nichts an der Pflicht, die Rentenbesteuerung im Blick zu behalten.
Zusätzlich greifen neue Altersgrenzen und Abschlagsregeln für Neurentner, die entscheiden, ob jemand 2026 abschlagsfrei oder nur mit Abschlag in Rente gehen kann.
Steuern: Höherer Grundfreibetrag, aber mehr Rentenbesteuerung
Steuerlich bringt 2026 Licht und Schatten: Der Grundfreibetrag steigt, gleichzeitig wächst der steuerpflichtige Anteil für Neurentner. Wer mehrere Einkunftsquellen hat, sollte die Steuerpflicht genau prüfen.
Darauf müssen Rentner achten:
- Grundfreibetrag 2026: Er steigt auf 12.348 Euro pro Person; Ehepaare haben 24.696 Euro steuerfrei.
- Besteuerungsanteil für Neurentner: Wer 2026 erstmals Rente bezieht, muss 84 Prozent der ersten vollen Jahresbruttorente versteuern; 16 Prozent bleiben dauerhaft steuerfrei.
- Steuererklärungspflicht: Entscheidend sind alle Einkünfte zusammen (Rente, Aktivrente/Nebenjob, Mieten, Kapitalerträge). Wird der Grundfreibetrag überschritten, drohen bei Nichtabgabe Nachzahlungen über mehrere Jahre.
Bestandsrentner haben ihren einmal festgelegten steuerfreien Rentenanteil, müssen aber steigende Gesamteinkünfte trotzdem im Blick behalten.
Arbeiten im Alter: Aktivrente und Hinzuverdienst
2026 wird Weiterarbeiten im Ruhestand gezielt attraktiver gemacht – ein Punkt, den gerade fitte Rentner nutzen können. Die neue Aktivrente ist dabei der zentrale Baustein.
Kernregeln zur Aktivrente:
- Ab 1.1.2026 dürfen Rentner nach Erreichen der Regelaltersgrenze bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen, also 24.000 Euro im Jahr zusätzlich zur Rente.
- Zusätzlich gilt der normale Grundfreibetrag, sodass 2026 insgesamt bis zu 3.029 Euro monatlich steuerfrei möglich sind (Rente + Aktivrente‑Lohn).
- Sozialabgaben: Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen auf Arbeitslohn weiterhin an; sie reduzieren den Nettovorteil, sichern aber auch Versicherungsschutz.
Wer ohnehin weiterarbeiten wollte, sollte 2026 gezielt prüfen, ob ein Aktivrenten‑Job das Haushaltsbudget stabilisieren und die eigene Rente durch zusätzliche Beiträge langfristig erhöhen kann.
Kranken- und Pflegeversicherung: Beiträge und Freibeträge
Neben der Rente selbst entscheiden Kranken- und Pflegebeiträge massiv darüber, wie viel Netto im Alltag bleibt. 2026 treffen Rentner hier sehr unterschiedliche Entwicklungen.
Gesetzlich Versicherte:
- Beitragsbemessungsgrenze GKV: Sie steigt 2026 auf 69.750 Euro Jahreseinkommen (5.812,50 Euro monatlich); darüber werden keine zusätzlichen Beiträge mehr fällig.
- Betriebsrenten-Freibetrag: Der GKV‑Freibetrag für Betriebsrenten steigt auf 197,75 Euro pro Monat – erst darüber werden Krankenversicherungsbeiträge fällig.
- Pflegeversicherung: Der Beitragssatz wurde bereits 2025 erhöht; eine weitere Erhöhung 2026 ist politisch im Gespräch, weil die Pflegekassen strukturelle Defizite haben.
Privat Versicherte:
- PKV‑Beitragsschock: Viele private Versicherer erhöhen 2026 die Beiträge im Schnitt um rund 13 Prozent, einzelne Tarife sogar bis knapp 50 Prozent.
- Besonders betroffen sind Rentner mit kleinen und mittleren Renten, deren PKV‑Prämien längst über 600 Euro im Monat liegen – hier kann ein Tarifwechsel oder ein Wechselversuch in die GKV existenziell werden.
Wer seine Beiträge 2026 nicht gezielt prüft, riskiert, dass ein Großteil der Rentenerhöhung in steigenden PKV‑ oder Pflegebeiträgen verschwindet.
Lebenshaltungskosten: Heizen, Wohnen, Entlastungen
Die größte Sorge vieler Rentner bleibt die Frage: Reicht das Geld für Miete und Heizung? 2026 wird insbesondere das Heizen teurer, gleichzeitig existieren aber neue Förderungen und Zuschüsse.
Heizkosten und Energie:
- CO₂‑Preis steigt 2026 weiter (z. B. von 45 auf 55 Euro/Tonne), was Gas und Öl spürbar verteuert.
- Bei 20.000 kWh Gas im Jahr ergeben sich grob rund 40 Euro zusätzliche CO₂‑Kosten pro Jahr; je nach Tarif können die Gesamtkosten deutlich höher steigen.
- Förderprogramme wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder regionale Tauschprogramme von Stadtwerken helfen beim Umstieg auf effizientere Heizungen.
Wohnen und Hilfen:
- Wohngeld Plus bleibt eine wichtige Entlastung für Rentner mit kleiner Rente und hoher Miete; viele Berechtigte stellen trotzdem keinen Antrag.
- Ergänzende Grundsicherung im Alter oder Heizkostenzuschüsse können greifen, wenn die Rente auch nach der Anpassung 2026 nicht reicht, um Miete, Heizung und Lebensunterhalt zu decken.
Rentner sollten 2026 Heiz‑ und Nebenkostenabrechnungen genau prüfen und frühzeitig klären, ob sie Anspruch auf Wohngeld oder Grundsicherung haben – das verhindert Schuldenfallen.
Praktische To‑dos für Rentner 2026
Wer 2026 gut vorbereitet sein will, sollte das Jahr aktiv planen – nicht nur die Rentenerhöhung abwarten.
Wichtige Schritte im Überblick:
- Rentenbescheid und Zahlungsmitteilung prüfen: Stimmt die Rentenerhöhung, sind Kranken- und Pflegebeiträge korrekt berücksichtigt, ist der Freibetrag für Betriebsrenten eingerechnet?
- Steuercheck machen: Gesamteinkünfte mit Freibetrag und Besteuerungsanteil abgleichen, ggf. eine Steuerberatung oder Lohnsteuerhilfe einschalten, um Nachzahlungen zu vermeiden.
- Aktivrente/Job planen: Wer weiterarbeiten will, sollte 2026 Arbeitsumfang, Stundenlohn und steuerfreie 2.000‑Euro‑Grenze genau durchrechnen.
- Versicherungen überprüfen: PKV‑Tarif, Pflegezusatz, Hausrat und Haftpflicht anpassen; gerade in der PKV kann ein interner Tarifwechsel Beiträge deutlich senken.
- Wohnen und Heizen sichern: Heizkostenentwicklung beobachten, Wohngeld‑ Anspruch testen, Energiespar‑ und Förderprogramme nutzen.
So wird aus dem „Problemjahr“ 2026 ein Planungsjahr: Wer seine Unterlagen sortiert, Ansprüche nutzt und rechtzeitig reagiert, kann Belastungen abfedern und Chancen – von Rentenerhöhung bis Aktivrente – gezielt für einen stabilen Ruhestand nutzen.


