Bahn-Freifahrt 2026: Warum sich die Wertmarke jetzt noch mehr lohnt

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Wer einen Schwerbehindertenausweis besitzt, zahlt auch 2026 nur 104 Euro im Jahr für die Wertmarke zur unentgeltlichen Beförderung im Nahverkehr. Das Deutschlandticket ist dagegen zum Jahresbeginn auf 63 Euro pro Monat gestiegen – ein Plus, das die Freifahrt für Betroffene noch attraktiver macht. Wer seine Ansprüche aus dem SGB IX kennt, kann beim Bahnfahren mit Schwerbehinderung mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.

Was sich 2026 konkret ändert

Der Eigenanteil für die Wertmarke war zum 1. Januar 2025 von 91 Euro auf 104 Euro pro Jahr angehoben worden, für ein halbes Jahr werden 53 Euro fällig. Für 2026 gab es keine weitere Erhöhung, der Betrag bleibt auf dem Stand von 2025. Ganz anders beim Deutschlandticket: Die Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister der Länder hatten sich bereits im September 2025 auf die Preiserhöhung von 58 auf 63 Euro verständigt, seit Januar 2026 gilt der neue Preis. Ab 2027 soll ein Kostenindex über künftige Anpassungen entscheiden, größere prozentuale Sprünge sollen dabei ausgeschlossen sein. Der rechtliche Rahmen für den Nachteilsausgleich im Nahverkehr selbst bleibt unverändert und findet sich seit der Reform des Sozialgesetzbuchs IX nicht mehr in Paragraf 145, sondern in Paragraf 228 SGB IX.

Wer Anspruch auf kostenlose Fahrten hat

Voraussetzung für die Freifahrt ist ein gültiger Schwerbehindertenausweis mit passendem Merkzeichen, insbesondere G, aG, H, Bl oder Gl, zusammen mit Beiblatt und gültiger Wertmarke. Wer die Merkzeichen G, aG oder Gl trägt, zahlt die genannten 104 Euro pro Jahr. Menschen mit den Merkzeichen H oder Bl erhalten die Wertmarke dagegen als Rechtsanspruch vollständig kostenfrei. Kostenfrei ist sie außerdem für alle, die Bürgergeld, Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe nach dem SGB XII beziehen. Dieser Punkt geht in vielen Ratgebern unter, obwohl er gerade für einkommensschwache Haushalte entscheidend ist. Wichtig in der Praxis: Ausweis und Beiblatt mit eingeklebter Wertmarke müssen immer zusammen mitgeführt werden, sonst droht trotz bestehender Berechtigung eine Nacherhebung des Fahrpreises.

Die Rechnung im Vergleich

Wer regelmäßig mit Bus, Straßenbahn, U-Bahn oder Regionalzug fährt, profitiert klar von der Wertmarke. Eine Pendlerin mit Merkzeichen G, die an rund 200 Arbeitstagen im Jahr innerhalb ihres Verkehrsverbunds unterwegs ist, müsste für ein vergleichbares Monatsticket etwa 65 Euro zahlen, macht rund 780 Euro im Jahr. Mit Wertmarke fallen nur 104 Euro an, ein rechnerischer Vorteil von mehr als 670 Euro. Auch der Vergleich zum Deutschlandticket zeigt die Lücke: Wer ohne Freifahrtberechtigung darauf angewiesen ist, zahlt inzwischen 756 Euro im Jahr, gegenüber 104 Euro mit Wertmarke ein Unterschied von über 650 Euro. Wer den Nahverkehr dagegen nur gelegentlich nutzt, etwa 12 bis 18 Fahrten im Jahr, fährt mit Einzeltickets mitunter günstiger als mit der Wertmarke.

NutzungsprofilKosten pro Jahr
Wertmarke (Merkzeichen G, aG, Gl)104 Euro
Deutschlandticket ganzjährig756 Euro
Regionales Monatsticket (Pendlerbeispiel)rund 780 Euro
Gelegentliche Nutzung, ca. 15 Fahrtenmeist unter 104 Euro

Fernverkehr, BahnCard und Begleitperson

Die Freifahrt gilt ausschließlich im Nahverkehr, also in Bus, U-Bahn, S-Bahn sowie Regionalzügen wie RE, RB oder IRE. Im Fernverkehr mit ICE, IC oder EC besteht auch 2026 keine allgemeine Freifahrt für schwerbehinderte Reisende. Hier greifen andere Vergünstigungen: Menschen mit einem Grad der Behinderung ab 70 oder mit voller Erwerbsminderungsrente können eine ermäßigte BahnCard 25 oder 50 erhalten und damit Flexpreise sowie viele Sparangebote zusätzlich reduzieren. Ist im Ausweis das Merkzeichen B eingetragen, fährt die eingetragene Begleitperson im Nahverkehr in Kombination mit der Wertmarke kostenlos mit, im Fernverkehr gilt das nach den Beförderungsbedingungen der Bahn ebenfalls, sofern die Begleitperson im Ticket vermerkt ist.

Deutschlandticket, Sozialtarife und regionale Unterschiede

Für schwerbehinderte Menschen ohne Freifahrtberechtigung wird das Deutschlandticket 2026 spürbar teurer. Einzelne Bundesländer und Verkehrsverbünde, etwa in Nordrhein-Westfalen, Berlin oder Bayern, bieten zwar ermäßigte Sozialtickets an, diese sind jedoch regional sehr unterschiedlich ausgestaltet und oft an bestimmte Sozialleistungen gekoppelt. Der Bund hat die Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2030 gesichert, Bund und Länder stellen dafür jeweils weiterhin jährlich 1,5 Milliarden Euro bereit. Wer Landesgrenzen überschreitet oder auf bestimmte Regionallinien angewiesen ist, profitiert von der Wertmarke daher stärker als von regionalen Rabattmodellen.

Was Betroffene jetzt prüfen sollten

Für alle, die auf Mobilität angewiesen sind, lohnt sich ein genauer Blick auf die eigenen Ansprüche: Welches Merkzeichen ist eingetragen, besteht Anspruch auf eine kostenfreie Wertmarke, und rechnet sich diese gegenüber dem Deutschlandticket oder Einzeltickets? Wer ein fehlendes Merkzeichen vermutet oder einen Ablehnungsbescheid des Versorgungsamts erhalten hat, sollte diesen prüfen lassen, bevor er ihn akzeptiert. Ein einziges zusätzliches Merkzeichen kann über mehrere Hundert Euro Ersparnis im Jahr entscheiden.

FAQ Wertmarke für Schwerbehinderte – Bahnfahrt

Wie viel kostet die Wertmarke 2026?

Die Wertmarke kostet unverändert 104 Euro für ein volles Jahr beziehungsweise 53 Euro für ein halbes Jahr. Eine Erhöhung wie zum Jahreswechsel 2024/2025 hat 2026 nicht stattgefunden.

Wer bekommt die Wertmarke kostenlos?

Kostenfrei erhalten die Wertmarke Menschen mit den Merkzeichen H oder Bl sowie Personen, die Bürgergeld, Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe nach dem SGB XII beziehen. Für die Merkzeichen G, aG oder Gl fällt der reguläre Eigenanteil an.

Gilt die Freifahrt auch im ICE oder IC?

Nein. Die unentgeltliche Beförderung nach Paragraf 228 SGB IX gilt nur im Nahverkehr. Im Fernverkehr können ermäßigte BahnCards genutzt werden, eine kostenlose Fahrt ist dort nicht vorgesehen.

Lohnt sich die Wertmarke gegenüber dem Deutschlandticket?

Für alle, die regelmäßig unterwegs sind, ja, meist deutlich. Bei nur wenigen Fahrten im Jahr können Einzeltickets günstiger sein als die 104 Euro für die Wertmarke.

Quellenangaben

Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Schwerbehinderung und Nachteilsausgleiche Gesetze im Internet: Paragraf 228 SGB IX Bundesregierung: Deutschlandticket, Fragen und Antworten

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