Einleitung: Warum 2026 ein starkes Rentenjahr wird
Zum 1. Juli 2026 sollen die gesetzlichen Renten in Deutschland um rund 3,7 bis 3,73 Prozent steigen – das geht aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2025 und aktuellen Stellungnahmen der Deutschen Rentenversicherung hervor. Für rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner bedeutet das: spürbar mehr Geld im Portemonnaie, erneut über der erwarteten Inflation.
Die Erhöhung betrifft alle gesetzlichen Rentenarten – also Altersrenten, Erwerbsminderungsrenten und Hinterbliebenenrenten – und gilt seit der Ost-West-Angleichung mit einem einheitlichen Prozentsatz für ganz Deutschland. Im Fokus der Politik steht zugleich das Sicherungsniveau von 48 Prozent, das nach Angaben der Regierung durch die Anpassung stabil gehalten werden soll.
Wie wird die Rentenerhöhung 2026 berechnet?
Die Rentenanpassung folgt der gesetzlichen Rentenformel: Entscheidend ist vor allem die Lohnentwicklung des Vorjahres, ergänzt um Faktoren wie Beitragssatz, Nachhaltigkeitsfaktor und Sicherungsniveau. Da die Bruttolöhne 2025 deutlich gestiegen sind, fällt auch der rechnerische Anpassungssatz für 2026 deutlich aus.
Seit 1. Juli 2024 gibt es nur noch einen aktuellen Rentenwert für Ost und West, sodass die Rentensteigerung 2026 bundesweit einheitlich erfolgt. Für 2025 wurden die Renten bereits um etwa 3,74 Prozent angehoben; auf dieser Basis kommt nun das zusätzliche Plus von rund 3,7 Prozent obendrauf.
Die große Prognose-Tabelle 2026 (brutto)
Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie stark typische Bruttorenten mit einer Erhöhung um 3,7 Prozent ab 1. Juli 2026 steigen können. Die Berechnungen sind gerundet und dienen der Orientierung.
| bisherige Monatsrente brutto | Rentenplus 3,7 % | neue Monatsrente brutto |
|---|---|---|
| 700 € | ca. 25,90 € | ca. 725,90 € |
| 800 € | ca. 29,60 € | ca. 829,60 € |
| 900 € | ca. 33,30 € | ca. 933,30 € |
| 1.000 € | ca. 37,00 € | ca. 1.037,00 € |
| 1.100 € | ca. 40,70 € | ca. 1.140,70 € |
| 1.200 € | ca. 44,40 € | ca. 1.244,40 € |
| 1.300 € | ca. 48,10 € | ca. 1.348,10 € |
| 1.400 € | ca. 51,80 € | ca. 1.451,80 € |
| 1.500 € | ca. 55,50 € | ca. 1.555,50 € |
| 1.600 € | ca. 59,20 € | ca. 1.659,20 € |
| 1.700 € | ca. 62,90 € | ca. 1.762,90 € |
| 1.800 € | ca. 66,60 € | ca. 1.866,60 € |
| 1.900 € | ca. 70,30 € | ca. 1.970,30 € |
| 2.000 € | ca. 74,00 € | ca. 2.074,00 € |
| 2.200 € | ca. 81,40 € | ca. 2.281,40 € |
| 2.500 € | ca. 92,50 € | ca. 2.592,50 € |
Diese Größenordnung deckt sich mit verschiedenen Beispielrechnungen von Sozialverbänden und Portalen, die bei 1.000 Euro Rente von rund 37 Euro und bei 1.400 Euro von rund 52 Euro Plus ausgehen. So werden aus 1.500 Euro rund 1.555 Euro – also gut 55 Euro mehr jeden Monat.
Auch Witwen- und Erwerbsminderungsrenten steigen
Die geplante Rentenerhöhung gilt grundsätzlich für alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung – also auch für Hinterbliebenenrenten (zum Beispiel Witwen- und Witwerrenten) sowie Erwerbsminderungsrenten. Aus einer Witwenrente von 1.000 Euro würden damit voraussichtlich rund 1.037 Euro, wie es konkrete Beispielrechnungen zur Rentenanpassung 2026 vormachen.
Auch Bestands-Erwerbsminderungsrentner profitieren von der prozentualen Anhebung, zusätzlich zu bereits in den Vorjahren gewährten Zuschlägen für bestimmte ältere Rentenzugänge. Wer neben der Rente arbeitet, muss aber prüfen, ob sich durch die Rentenerhöhung etwas an Hinzuverdienstgrenzen oder der Steuerbelastung verändert.
Brutto vs. Netto: Was kommt wirklich an?
Von der Bruttorente gehen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ab; je nach Kasse und Zuschlägen liegen diese zusammen grob bei 11–13 Prozent. Hinzu kommt das Thema Einkommensteuer: Durch jede Rentenerhöhung steigt der steuerpflichtige Anteil, und immer mehr Rentner überschreiten den jährlichen Grundfreibetrag.
Ein Praxisbeispiel: Bei einer Bruttorente von bisher 1.500 Euro erhöht sich der Betrag auf rund 1.555 Euro; nach Abzug der Sozialabgaben bleibt netto typischerweise etwa ein Drittel bis die Hälfte der Brutto-Erhöhung übrig, abhängig von Krankenversicherung, Pflegeversicherung und individueller Steuerlast. Plattformen und Rechnerbeispiele zeigen, dass sich das Plus im Portemonnaie vielfach eher im Bereich von 25–40 Euro monatlich bewegt, obwohl brutto über 50 Euro mehr auf dem Bescheid stehen.
Netto-Rente nach Rentenerhöhung 2026
Netto bleibt von der Rentenerhöhung 2026 oft deutlich weniger übrig als brutto – viele Beispielrechnungen zeigen, dass vom Plus von gut 3,7 % real häufig nur rund 1–2 % mehr Kaufkraft ankommt. Grund sind die Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung sowie ggf. zusätzliche Einkommensteuer, weil der steuerpflichtige Rentenanteil 2026 weiter steigt.
So funktionieren Abzüge bei der Rente
- Von der Bruttorente gehen zunächst Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ab; zusammen sind das grob 11–13 % der Rente, je nach Kasse und Pflegebeitrag.
- Erst danach stellt sich die Nettorente vor Steuern ein, aus der wiederum ggf. Einkommensteuer zu zahlen ist – Netto bedeutet bei Rentnern also nicht automatisch „nach Steuern“.
- Der steuerpflichtige Anteil der Rente steigt bis 2040 schrittweise; 2026 sind laut aktuellen gesetzichen Vorgaben sind 84 % einer neuen Rente steuerpflichtig, was mehr Ruheständler über den Grundfreibetrag schiebt.
Typische Abzüge KV/PV 2025/2026
- Beispielhafte Sätze: Krankenversicherung 7,3 % allgemeiner Beitrag + Zusatzbeitrag (z. B. 1,6–1,7 %), den sich Rentenversicherung und Rentner je zur Hälfte teilen.
- Pflegeversicherung liegt ab 2025 bei 3,6 % Grundsatz, Kinderlose zahlen mit Zuschlag rund 4,0–4,2 %; diesen Beitrag tragen Rentner allein.
- Informationsportale und DRV-FAQ kommen so zu der Faustregel, dass etwa gut 11 % der Bruttorente für KV/PV abgehen, in Einzelfällen durch Zuschläge mehr.
Beispiele: So viel bleibt vom Plus 2026
Die folgenden Beispiele nutzen das erwartete Rentenplus von rund 3,7 % und realistische Abzüge aus aktuellen Musterfällen.
Beispiel 1: 1.000 € → ca. 1.037 € brutto
- Brutto nach Erhöhung: 1.037 €.
- KV-Anteil des Rentners (z. B. rund 8 % von 1.037 € / 2) plus PV (ca. 3,6 %) führen laut Rechenbeispielen zu Sozialabgaben um etwa 110–120 € bei rund 1.000 € Rente.
- Resultat: Das Plus von 37 € brutto wird netto oft auf etwa 20–25 € zusammenschmelzen, sofern keine oder nur geringe Steuern anfallen.
Beispiel 2: 1.500 € → ca. 1.555 € brutto
Ein Musterfall mit 1.500 € Rente zeigt KV- und PV-Abzüge von zusammen grob 170–180 € und eine Nettorente um etwa 1.330 €. Nach der Erhöhung auf rund 1.555 € steigen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung proportional mit, sodass netto typischerweise nur etwa 25–35 € vom Brutto-Plus von ca. 55 € greifbar bleiben. Je nach Steuerpflicht kann das reale Nettoplus sogar unter 2 % liegen.
Beispiel 3: 1.800 € → ca. 1.867 € brutto
Für eine Bruttorente von 1.800 € nennen Musterrechnungen KV-Abzug von ca. 7,3 % plus Zusatzbeitrag und PV-Abzug von 3,6–4,2 %, sodass insgesamt weit über 200 € an Sozialbeiträgen wegfallen.
Das scheinbar üppige Rentenplus schrumpft durch Kranken-, Pflege- und Steuerabzüge deutlich zusammen.
Tabelle: Brutto-Plus vs. geschätztes Netto-Plus
| neue Bruttorente 2026 | Brutto-Plus (3,7 %) | grob geschätztes Netto-Plus nach KV/PV* |
|---|---|---|
| 1.037 € | 37 € | ca. 20–25 € |
| 1.244 € | 44 € | ca. 25–30 € |
| 1.452 € | 52 € | ca. 30–35 € |
| 1.556 € | 56 € | ca. 25–35 € (je nach Steuer) |
| 1.867 € | 67 € | ca. 35–45 € |
| 2.074 € | 74 € | ca. 40–50 € |
*Orientierungswerte auf Basis typischer KV/PV-Sätze und moderater Steuerbelastung; individuelle Werte können abweichen.
