Bürgergeld als Anrechnungszeit für die Rente?

Bürgergeld als Anrechnungszeit für die Rente?
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Es stellt sich die Frage, welche Bedeutung dem Bürgergeld in Bezug auf die Rente zukommt. Wir möchten den Zusammenhang erläutern und zusätzlich relevante finanzielle Aspekte beleuchten. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, ob das Bürgergeld bei der späteren Rentenzahlung berücksichtigt wird. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, ob der Bezug von Sozialhilfeleistungen Auswirkungen auf die Höhe des Rentenbeitrags hat. Wir möchten diese wesentlichen Fragen beantworten.

Bürgergeld und Rente

Im Vergleich zum Vorjahr gab es bei der Rente lediglich eine kurzzeitige Abschaffung der “Zwangsrente”. Jedoch ist es für Sie als Bürger wichtig zu wissen, dass das Bürgergeld als sogenannte Anrechnungszeit gilt. Diese spezielle Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung führt allerdings nicht zu einer Erhöhung Ihrer Rentenansprüche. Im Gegensatz zum Arbeitslosengeld I, wo die Arbeitsagentur jeden Monat Beiträge auf Ihr Rentenkonto einzahlt, ist dies beim Jobcenter nicht der Fall. Trotzdem kann die Anrechnungszeit des Bürgergeldes für Sie von Bedeutung sein, insbesondere wenn es darum geht, eine spezifische Rentenart zu erhalten. Denn für jede gesetzliche Rente müssen bestimmte Voraussetzungen – die Wartezeiten – erfüllt sein.


Rentenwartezeit

RenteWartezeit
Regelaltersgrenze 5 Jahre
Rente für Schwerbehinderte35 Jahre
Grundrente33 – 35 Jahre
Altersrente für langjährig Versicherte35 Jahre
Altersrente für besonders langjährig Versicherte45 Jahre
Erwerbsminderungsrente5 Jahre und 36 Monate in den letzten 5 Jahren
Wartezeit für die Renten

Fällt Bürgergeld in die Anrechnungszeit für die Rente?

Die Regelungen des Gesetzgebers sind oft schwer zu erfassen und lassen sich selten in wenigen Worten zusammenfassen. Daher möchten wir an dieser Stelle ausführlicher auf die Fragen eingehen, die sich rund um das 2023 eingeführte Bürgergeld ergeben. Dabei ist zu beachten, dass die Anrechnung des Bürgergeldes auf die spätere Rente von der Variante abhängt, um die es sich handelt. Hierbei spielen Entgeltpunkte eine Rolle, die die spätere Höhe der Rentenbezüge bestimmen. Um die geltenden Bestimmungen in Deutschland zu verdeutlichen, müssen wir die Kategorien benennen, die sich auf die gearbeiteten Jahre und den Anspruch auf eine Rentenzahlung beziehen. Für einen Anspruch auf die Regelaltersgrenze muss man insgesamt fünf Jahre gearbeitet haben. Bei Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters hat man dann Anspruch auf eine Rente, ohne dass der mögliche Bezug von Bürgergeld bei diesem Grundsatz einberechnet wird. Anders verhält es sich beim Renteneintritt nach 35 Versicherungsjahren, der mit Abzügen verbunden ist. Pflichtbeiträge, die durch Arbeit oder Kindererziehung geleistet wurden, fließen als sogenannte Anrechnungszeit in die Gesamtbewertung mit ein. In Bezug auf das Bürgergeld wird diese Zeit berücksichtigt. Dies gilt auch für den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente sowie für die vorzeitige Altersrente für Schwerbehinderte. Um die Rente abschlagsfrei zu bekommen, muss man 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Dies ist jedoch erst zwei Jahre vor der individuellen Altersregelgrenze möglich. Es sollte jedoch beachtet werden, dass das Bürgergeld in diesem Fall nicht in die Bewertung einbezogen wird und somit nicht zur Erreichung dieses Levels der Altersvorsorge beitragen kann.


Bürgergeld und 45-jährige Einzahlung

Bedauerlicherweise müssen wir Ihnen mitteilen, dass das Bürgergeld für die 45-jährige Wartezeit bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte keine Unterstützung bietet. Die Anrechnungszeit wird hierbei nicht berücksichtigt. Wenn Sie sich also in der Phase kurz vor Ihrem Rentenbeginn befinden und Ihren Job verlieren, sollten Sie einen Blick in Ihre letzte Rentenauskunft werfen. Prüfen Sie, ob die 45 Jahre bereits komplett erfüllt sind oder ob noch Wartezeiten offen sind. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie sich beim Bezug von Bürgergeld etwas einfallen lassen. Eine Möglichkeit kann unter anderem ein Minijob sein.

Fazit

Als Bezieher von Bürgergeld sollten Sie beachten, dass sich Ihr Rentenanspruch in dieser Zeit nicht erhöht. Es handelt sich gesetzlich um eine Anrechnungszeit, die keinen Einfluss auf Ihren Rentenanspruch hat. Wenn Sie allerdings in einigen Jahren mit Schwerbehinderung vorzeitig in die Altersrente einsteigen möchten, ist der Bezug von Bürgergeld für die Wartezeit kein Problem. Auch für die Altersrente ab 63 Jahren gilt dies, allerdings müssen Sie in jedem Fall Abschläge in Kauf nehmen. In beiden Fällen ist die 35-jährige Wartezeit relevant. Die 45-jährige Wartezeit hingegen berücksichtigt Bürgergeld nicht. Um sich hierzu kostenlos beraten zu lassen, empfiehlt es sich, die Deutsche Rentenversicherung aufzusuchen.