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Neue Grundsicherung ab Juli 2026: Kommt endlich mehr Geld beim Regelsatz?

Zum 1. Juli 2026 startet in Deutschland voraussichtlich die neue Grundsicherung – doch eine erhoffte Regelsatzerhöhung bleibt aus. Die Regelsätze bleiben 2026 auf dem bisherigen Bürgergeld‑Niveau eingefroren, obwohl das System auf die neue Grundsicherung umgestellt wird. Für viele Leistungsbeziehende bedeutet das: härtere Regeln, mehr Druck, aber kein zusätzliches Geld im Regelsatz. Die Einzelheiten hier auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V.!

Was sich zum 1. Juli 2026 wirklich ändert

Mit der neuen Grundsicherung wird das Bürgergeld formal abgeschafft und durch ein reformiertes Grundsicherungssystem ersetzt. Der Begriff „Bürgergeld“ verschwindet aus dem Gesetz, zuständig bleiben aber weiterhin die Jobcenter mit einem engeren rechtlichen Rahmen.

Die Umstellung ist politisch auf Mitte 2026 terminiert; bereits ab 1. Januar 2026 gelten die festgelegten Regelbedarfe, die dann unverändert in die neue Grundsicherung übernommen werden. Laufende Bürgergeld‑Bescheide werden automatisch fortgeführt und in die neue Rechtslage überführt, ohne dass ein zusätzlicher Neuantrag nur wegen des Namenswechsels nötig ist.

Regelsätze 2026: Nullrunde statt Erhöhung

Die entscheidende Nachricht: Zum 1. Juli 2026 gibt es keine zusätzliche Regelsatzerhöhung – die Regelsätze bleiben 2026 vollständig eingefroren. Für alleinstehende Erwachsene bleibt es beim bisherigen Wert von 563 Euro im Monat, für Partner und Kinder gelten ebenfalls die aus 2025 bekannten Beträge.

Hintergrund ist die politische Entscheidung der Bundesregierung, die Regelbedarfe 2026 trotz Inflation nicht anzuheben. Sozialverbände sprechen daher von einer „Nullrunde beim Regelsatz“, der Verein Für soziales Leben e.V. von einer “traurigen Entscheidung”.

Warum trotz neuer Grundsicherung nicht mehr gezahlt wird

Die Bundesregierung begründet den Verzicht auf eine Erhöhung damit, dass die außergewöhnlich starken Regelsatzerhöhungen 2023 und 2024 die Teuerungsraten der Vorjahre überkompensiert hätten. Zudem soll der Anpassungsmechanismus für die Regelbedarfe wieder an ein „normales“ Vorkrisenniveau herangeführt werden, was faktisch niedrigere Steigerungen bedeutet.

Studien, etwa vom Institut der deutschen Wirtschaft, warnen jedoch, dass eine Nullrunde 2026 die reale Kaufkraft der Grundsicherung massiv belastet. Während Mieten, Strom und Lebensmittel weiter teurer werden, stagniert der Regelsatz – das rechtlich garantierte Existenzminimum bewegt sich damit an der Untergrenze dessen, was als verfassungsgemäß gilt.

Was sich stattdessen bei der neuen Grundsicherung verschärft

Auch ohne höhere Regelsätze wird die neue Grundsicherung spürbare Auswirkungen haben – vor allem durch strengere Regeln und weniger Schutzmechanismen. Die Schonfrist beim Vermögen, wie sie im Bürgergeld zeitweise vorgesehen war, wird deutlich eingeschränkt; Vermögen soll früher und konsequenter angerechnet werden.

Parallel dazu werden Sanktionen verschärft: Wer Termine versäumt, Angebote ablehnt oder Pflichten verletzt, muss schneller mit spürbaren Kürzungen bis hin zur vollständigen Leistungseinstellung rechnen. Das System nähert swich wieder stärker an frühere Hartz‑IV‑Regeln an und der Druck auf Arbeitsuchende wir deutlich erhöht.

Was Betroffene jetzt konkret tun sollten

Leistungsbeziehende sollten ab Mitte 2026 Bescheide und Regelsatzbeträge besonders sorgfältig prüfen, da zwar der Name der Leistung wechselt, die Höhe des Regelsatzes aber offiziell unverändert bleibt. Sie sollten kontrollieren, ob die richtige Regelbedarfsstufe (z. B. für Alleinstehende, Paare, Kinder) angesetzt wurde und ob es zu unzulässigen Kürzungen kommt.

Wohnung (KdU) – Bürgergeld: Wie hoch darf die Miete sein?Zudem empfiehlt sich eine rechtzeitige Beratung bei Sozialberatungsstellen, Erwerbsloseninitiativen oder Fachanwälten für Sozialrecht, um gegen fehlerhafte Bescheide und überzogene Sanktionen vorgehen zu können. Gerade weil zum 1. Juli 2026 keine Regelsatzerhöhung kommt, wird es umso wichtiger werden, alle übrigen Ansprüche – etwa auf Mehrbedarfe, Übernahme angemessener Wohnkosten – konsequent auszuschöpfen.

Redakteure

  • ik

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

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  • Peter Kosick
    Experte:

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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