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Unglaublich! Nullrunde beim Bürgergeld und Grundsicherung 2026: auch Rentner betroffen!

Die Bundesregierung will den Anpassungsmechanismus für Bürgergeld und Grundsicherung ab 2026 nicht verändern. Nach den starken Erhöhungen bis 2024 und der ersten Nullrunde im Jahr 2025 wird der Regelsatz, 563 Euro zum Beispiel für alleinstehende Erwachsene, 2026 deshalb nicht steigen. Das betrifft alle Leistungsarten der Grundsicherung: Bürgergeld, Sozialhilfe sowie die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Einzelheiten und Hintergründe zeigt der nachfolgende Artikel auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V.!

Was bedeutet eine Nullrunde?

Die Nullrunde entspricht einer ausbleibenden Erhöhung des Regelsatzes, obwohl die Preise für Lebenshaltungskosten weiterhin steigen. Wer bisher monatlich 563 Euro Bürgergeld oder Grundsicherung als Regelsatz erhalten hat, muss auch 2026 mit diesem Betrag auskommen. Haushalte mit Paaren oder Kindern sind ebenfalls betroffen – deren Sätze bleiben ebenfalls unverändert.

Wer ist besonders betroffen?

  1. Rentnerinnen und Rentner: Etwa 1,2 Millionen Menschen im Rentenalter sind auf Grundsicherung angewiesen und erhalten denselben Satz wie Bürgergeld-Bezieher. Gerade Rentner mit kleiner Rente sind durch die Nullrunde besonders gefährdet, da ihre Kosten für Miete, Energie und Lebensmittel dennoch steigen.
  2. Erwerbsgeminderte und langfristig Arbeitslose: Die Regelungen betreffen alle Leistungsbezieher in der Grundsicherung und im Bürgergeld gleichermaßen. Auch Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder dauerhafter Erwerbsminderung müssen mit stagnierenden Beträgen haushalten.

Die Folgen: Mehr Armut, weniger Kaufkraft

  • Die Sozialverbände warnen, dass diese Entwicklung das Armutsrisiko deutlich verschärft: Der reale Wert des Bürgergeldes sinkt, weil die Kaufkraft durch anhaltende Preissteigerungen und hohe Lebenshaltungskosten weiter abnimmt.
  • Besonders für Rentner wird die Lücke zwischen Regelsatz und tatsächlichem Lebensbedarf immer größer. Viele sind gezwungen, Nothilfe in Sozialberatungsstellen zu suchen, um Grundbedürfnisse wie Ernährung oder Strom zu decken.

Politischer Hintergrund

Nach der Bürgergeldreform wurde der Anpassungsmechanismus wieder auf das Niveau vor Corona zurückgeführt. Die jährliche Berechnung für die Fortschreibung der Regelbedarfe berücksichtigt nur noch moderat gestiegene Preise und Löhne. Forderungen an die Regierung, eine Anpassung mindestens in Höhe der Inflation zu garantieren, sind bislang nicht umgesetzt worden.

Prognosen und Forderungen

  • Millionen Menschen bleiben 2026 auf dem Stand von 2025 – ohne Ausgleich für gestiegene Lebenshaltungskosten.
  • Sozialverbände wie Der Paritätische oder der Verein Für soziales Leben e.V. und Experten fordern dringend eine Reform des Anpassungsmechanismus: Bürgergeld und Grundsicherung verhindern Armut nicht mehr, sondern verschärfen sie.
  • Insbesondere die finanzielle Lage älterer und gesundheitlich eingeschränkter Menschen sollte durch politische Maßnahmen stärker geschützt werden.

Fazit zur Nullrunde 2026 bei Bürgergeld und Grundsicherung

Die Nullrunde bei Bürgergeld und Grundsicherung im Jahr 2026 ist ein sozialpolitischer Einschnitt, der Millionen Menschen in Deutschland direkt betrifft. Ohne eine zügige Anhebung der Regelsätze steigt das Risiko der Alters- und Erwerbsarmut; besonders Rentner und langjährig Bedürftige stehen vor zusätzlichen Herausforderungen!

Weiterführende Infos zur Nullrunde 2026

Redakteur

  • Peter Kosick

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Vereins und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen. Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein. Seine Arbeit im Redaktionsteam von buerger-geld.org gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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