2026 bringt mehr Netto, höhere Tickets – das sind die wichtigsten Änderungen im Vergleich zu 2025

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Die Bundesregierung dreht zum Jahreswechsel 2025/2026 kräftig an vielen Stellschrauben – von Steuern über Sozialabgaben bis zum Deutschlandticket. Familien, Pendler und Rentner können sich über Entlastungen freuen, an der Tankstelle und bei CO₂ gibt es dagegen steigende Preise.​

Was sich 2026 konkret ändert

  • Die Pendlerpauschale wird ab 1. Januar 2026 einheitlich auf 38 Cent je Kilometer angehoben – und zwar bereits ab dem ersten Kilometer, was Berufspendler deutlich stärker entlastet als 2025, als 38 Cent erst ab dem 21. Kilometer galten.​
  • Das Kindergeld steigt von 255 auf 259 Euro pro Kind und Monat, gleichzeitig klettert der Kinderfreibetrag für zusammen veranlagte Eltern auf 9.756 Euro im Jahr.​
  • Der steuerliche Grundfreibetrag wächst von 12.096 Euro im Jahr 2025 auf 12.348 Euro in 2026 – bis zu dieser Grenze bleibt Einkommen einkommensteuerfrei.​

Steuerlast, Spitzensteuersatz und Reichensteuer

  • Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent bleibt 2026 bestehen, greift aber erst bei etwas höheren Einkommen, weil der Tarifzug insgesamt inflationsbedingt nach rechts verschoben wird.​
  • Für sehr hohe Einkommen bleibt es beim Reichensteuersatz von 45 Prozent, der wie 2025 ab rund 277.826 Euro Jahreseinkommen fällig wird.​
  • Durch die Anpassung des Tarifs werden insbesondere mittlere Einkommen um einige hundert Euro jährlich entlastet, weil Gehaltserhöhungen weniger von der kalten Progression aufgefressen werden.​

Sozialversicherung, Mindestlohn und Minijob

  • Die Beitragsbemessungsgrenze in Kranken- und Pflegeversicherung steigt von 66.150 Euro auf 69.750 Euro Jahreseinkommen, in Renten- und Arbeitslosenversicherung von 96.600 auf 101.400 Euro.​
  • Wer gut verdient, zahlt damit 2026 auf einen größeren Teil des Gehalts volle Beiträge, während für Durchschnittsverdiener alles beim Alten bleibt.​
  • Der gesetzliche Mindestlohn klettert zum 1. Januar 2026 auf 13,90 Euro brutto pro Stunde, die Minijob-Grenze steigt von 556 auf 603 Euro monatlich.

Aktivrente, Deutschlandticket und Mehrwertsteuer

  • Neu ist die sogenannte Aktivrente: Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und weiter arbeitet, kann bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen – ein kräftiger Anreiz für alle, die im Ruhestand noch im Job bleiben wollen.
  • Das Deutschlandticket wird teurer und kostet 2026 monatlich 63 Euro statt bislang 58 Euro, Bund und Länder stützen das Ticket weiter mit jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.
  • In der Gastronomie sinkt die Mehrwertsteuer auf Speisen wieder dauerhaft auf 7 Prozent, was Restaurants, Bäckereien und Kantinen spürbar entlasten soll.​

Energie, CO₂-Preis und Entlastungen

  • Der nationale CO₂‑Preis liegt 2025 bei 55 Euro pro Tonne und bewegt sich 2026 in einem Korridor zwischen 55 und 65 Euro, was Heizen und Tanken tendenziell verteuert.
  • Gleichzeitig fällt die Gasspeicherumlage weg, und der Bund dämpft über Milliardenzuschüsse die Netzentgelte beim Strom, sodass Haushalte trotz CO₂‑Preis insgesamt entlastet werden sollen.
  • Produzierende Unternehmen und Landwirte profitieren dauerhaft von einer auf den EU‑Mindeststeuersatz abgesenkten Stromsteuer, was deren Energiekosten zusätzlich drückt.​

Vergleich 2025 vs. 2026 im Überblick

Bereich20252026
Pendlerpauschale0,30–0,38 €/km (38 Cent ab 21. km)​0,38 €/km ab dem 1. km​
Kindergeld255 €/Monat je Kind​259 €/Monat je Kind​
Grundfreibetrag12.096 €​12.348 €​
Spitzensteuersatz 42%Schwelle ca. 68.430 €​leicht höhere Schwelle 2026​
Reichensteuer 45%ab 277.826 €​ab 277.826 €​
Ø Zusatzbeitrag GKV2,5%​2,9%​
BBG KV & PV (Jahr)66.150 €​69.750 €​
BBG RV & ALV (Jahr)96.600 €​101.400 €​
Jahresarbeitsentgeltgr.66.150 €​69.750 €​
Mindestlohn12,82 €/Std.13,90 €/Std.
Minijob-Grenze556 €/Monat603 €/Monat
Aktivrentekeine Steuerfreiheitbis 2.000 €/Monat steuerfrei
Deutschlandticket58 €/Monat63 €/Monat
CO₂-Preis55 €/t​55–65 €/t​
MwSt. auf Speisen Gastro19%​7%​

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