Heizkosten 2026 / 2027: Öl und Pellets werden deutlich teurer für Mieter und Eigentümer

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Für viele Haushalte wird Heizen 2026 / 2027 zur spürbaren Belastung. Besonders bei Heizöl und Holzpellets rechnen Experten mit deutlichen Mehrkosten – während Gas im Jahresdurchschnitt etwas günstiger werden könnte. Entscheidend ist aber nicht nur die Heizart: Auch Wohnfläche, Dämmzustand, individuelles Heizverhalten und die Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern bestimmen, wie hoch die nächste Abrechnung ausfällt.

Der neue Heizspiegel von co2online zeigt große Unterschiede zwischen den Energieträgern. Wer mit Öl heizt, muss in einer typischen 70-Quadratmeter-Wohnung laut Prognose im Schnitt mit 1.275 Euro Heizkosten rechnen. Das wären 24 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei Holzpellets werden rund 860 Euro erwartet, ein Plus von 17 Prozent.

Heizöl trifft Haushalte 2026 / 2027 besonders hart

Die Entwicklung bei Heizöl ist für Eigentümer und Mieter mit Ölheizung besonders unangenehm. Für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus prognostiziert co2online Heizkosten von 1.275 Euro im Abrechnungsjahr 2026. Im Vergleich zu 2025 entspricht das einem Anstieg um 24 Prozent. Bei einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern werden sogar durchschnittlich 2.745 Euro erwartet – 28 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Ein Grund sind die aktuell höheren Kosten für Rohöl und damit für Heizöl. Hinzu kommen langfristige Belastungen für fossile Energieträger. Denn für Heizöl fällt weiterhin ein CO₂-Preis an. Im nationalen Emissionshandel gilt 2026 grundsätzlich ein Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne Kohlendioxid; bei einer Unterdeckung kann der Preis im Nachverkauf bis auf 68 Euro steigen. Für Heizöl bedeutet das – abhängig vom Zertifikatpreis – einen CO₂-Aufschlag von bis zu 4,1 Cent pro Liter, jeweils vor Mehrwertsteuer.

Für Mieter ist wichtig: Der CO₂-Preis muss bei vermieteten Wohnungen nicht vollständig vom Mieter getragen werden. Je schlechter die energetische Qualität eines Gebäudes ist, desto stärker muss sich der Vermieter an den CO₂-Kosten beteiligen. Rechtsgrundlage ist das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG). Wer seine Heizkostenabrechnung erhält, sollte deshalb prüfen, ob diese Aufteilung nachvollziehbar ausgewiesen wurde.

Auch Pellets werden laut Prognose teurer

Holzpellets galten lange als vergleichsweise kalkulierbare Alternative zu Öl und Gas. Für 2026 erwartet co2online jedoch auch hier deutlich höhere Kosten. In der Musterwohnung mit 70 Quadratmetern sollen die jährlichen Heizkosten von 735 Euro auf rund 860 Euro steigen. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent.

Für ein 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus rechnet die Prognose mit 1.740 Euro im Jahr – 23 Prozent mehr als 2025. Als einen wichtigen Faktor nennt co2online die knapperen Rohstoffe für die Pelletproduktion. Eine schwache Baukonjunktur kann dazu führen, dass weniger Sägenebenprodukte wie Hobelspäne und Sägemehl verfügbar sind. Diese werden jedoch für die Herstellung von Pellets benötigt.

Für Betroffene zeigt sich damit ein grundsätzlicher Punkt: Eine Heizung bleibt nicht allein deshalb dauerhaft günstig, weil sie mit einem vermeintlich preiswerten Brennstoff betrieben wird. Auch bei Pellets beeinflussen Rohstoffmärkte, Nachfrage, Witterung, Lieferkosten und saisonale Bestellungen den Endpreis erheblich.

Gas könnte vorübergehend entlasten

Anders sieht die Prognose für Erdgas aus. Für die 70-Quadratmeter-Vergleichswohnung rechnet co2online 2026 mit durchschnittlich 1.120 Euro Heizkosten. Das wären vier Prozent weniger als im Vorjahr. Für ein 130-Quadratmeter-Einfamilienhaus werden 1.930 Euro erwartet, ein Rückgang um fünf Prozent.

Diese Entlastung ist jedoch keine Garantie für dauerhaft sinkende Gasrechnungen. co2online begründet die Prognose unter anderem mit günstigeren Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und dem Wegfall der Gasspeicherumlage. Zugleich weist die Organisation darauf hin, dass gestiegene Großhandelspreise zeitverzögert bei Verbrauchern ankommen können. Damit könnten die Gaskosten gegen Ende 2026 oder im Jahr 2027 wieder steigen.

Auch der CO₂-Preis bleibt bei Gas ein Kostenfaktor. Nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle kann der CO₂-Aufschlag 2026 – abhängig vom Zertifikatpreis – zwischen 0 und 0,28 Cent je Kilowattstunde Erdgas liegen, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.

Wärmepumpe bleibt in der Prognose günstigste Heizart

Die Wärmepumpe bleibt nach der aktuellen Vergleichsrechnung die günstigste untersuchte Heiztechnik. In einer 70-Quadratmeter-Wohnung werden für 2026 durchschnittlich 735 Euro prognostiziert. Das wären drei Prozent mehr als im Jahr 2025, aber deutlich weniger als bei Öl, Gas, Fernwärme oder Pellets.

Bei Fernwärme erwartet co2online in der Musterwohnung Kosten von rund 1.310 Euro. Das entspricht einem moderaten Anstieg um ein Prozent. Allerdings sind Fernwärmepreise stark vom jeweiligen Versorger, dem Netz, den langfristigen Preisformeln und regionalen Beschaffungskosten abhängig. Ein bundesweit einheitlicher Fernwärmepreis existiert nicht.

Die Vergleichswerte sind deshalb keine individuelle Kostenprognose. Eine ältere, schlecht gedämmte Wohnung mit hohem Verbrauch kann trotz günstiger Heiztechnik teuer sein. Umgekehrt kann ein sparsamer Haushalt in einem energetisch guten Gebäude auch mit Gas oder Fernwärme deutlich unter dem Durchschnitt liegen.

HeizartPrognose 2026 für 70 m²Veränderung gegenüber 2025
Erdgas1.120 Eurominus 4 Prozent
Heizöl1.275 Europlus 24 Prozent
Fernwärme1.310 Europlus 1 Prozent
Wärmepumpe735 Europlus 3 Prozent
Holzpellets860 Europlus 17 Prozent

Die Werte beziehen sich auf eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus und sind Durchschnittsprognosen, keine verbindlichen Preisangaben für einzelne Haushalte.

Was Mieter jetzt bei der Heizkostenabrechnung prüfen sollten

Wenn die Heizkostenabrechnung kommt, lohnt sich ein genauer Blick. Das gilt besonders dann, wenn die Vorauszahlungen erhöht wurden oder die Nachforderung deutlich höher ausfällt als erwartet. Mieter haben nach § 556 Abs. 3 BGB grundsätzlich zwölf Monate nach Zugang der Abrechnung Zeit, Einwendungen gegen die Betriebskostenabrechnung zu erheben.

Wichtig sind vor allem die Abrechnungsperiode, der Verteilerschlüssel, die Gesamtkosten des Gebäudes, der eigene Verbrauch, die geleisteten Vorauszahlungen und gegebenenfalls die Aufteilung der CO₂-Kosten. Eine hohe Nachzahlung ist nicht automatisch falsch. Sie kann aber Anlass sein, Belegeinsicht zu verlangen und die Abrechnung fachlich prüfen zu lassen.

Bei zentralen Heizungsanlagen müssen Heiz- und Warmwasserkosten grundsätzlich verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Das folgt aus § 6 Heizkostenverordnung. Nur in bestimmten Ausnahmefällen ist eine andere Abrechnung zulässig. Werden gesetzliche Vorgaben zur Verbrauchserfassung oder Abrechnung nicht eingehalten, kann unter Umständen ein Kürzungsrecht bestehen.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Eine Mieterin erhält eine Nachforderung von 680 Euro, obwohl sie nach eigener Einschätzung kaum mehr geheizt hat als im Vorjahr. Dann sollte sie nicht nur auf ihren persönlichen Verbrauch schauen. Möglich sind auch höhere Brennstoffpreise, ein strenger Winter, geänderte Verteilerschlüssel, höhere Hausnebenkosten oder ein gestiegener Anteil der CO₂-Kosten. Erst die vollständige Abrechnung zeigt, welche Ursache tatsächlich ausschlaggebend ist.

Kleine Maßnahmen können spürbar helfen

Die Heizspiegel-Auswertung sieht bei rund 90 Prozent der Haushalte noch Einsparpotenzial. Schon richtiges Lüften, passende Raumtemperaturen und ein bewusster Warmwasserverbrauch können den Energieverbrauch senken. co2online beziffert das mögliche Einsparpotenzial durch einfache Verhaltensänderungen auf bis zu zehn Prozent.

Praktisch kann das bedeuten: Heizkörper nicht durch Möbel oder schwere Vorhänge verdecken, nachts Rollläden schließen, nur kurz und kräftig lüften statt dauerhaft Fenster zu kippen und Räume nicht unnötig überheizen. In Mietwohnungen sollten Bewohner bauliche Maßnahmen wie einen hydraulischen Abgleich, den Austausch von Thermostatventilen oder Arbeiten an der Heizungsanlage aber mit dem Vermieter abstimmen.

Eigentümer stehen vor weiterreichenden Entscheidungen. Heizungsoptimierungen, bessere Dämmung oder ein Wechsel des Heizsystems können hohe Investitionen erfordern. Dennoch sollten sie die langfristigen Betriebskosten einbeziehen. Nach der co2online-Prognose könnten sich die Kosten für Öl- und Gasheizungen bis 2045 mehr als verdoppeln. Als Treiber nennt die Organisation unter anderem CO₂-Kosten, Netzentgelte und Vorgaben zur Beimischung klimafreundlicher Brennstoffe.

Häufige Fragen zu Heizkosten 2026 / 2027

Müssen Mieter höhere Heizkosten immer vollständig bezahlen?

Nein. Mieter zahlen nur die tatsächlich umlagefähigen und korrekt abgerechneten Kosten. Bei der CO₂-Bepreisung für Öl und Gas ist außerdem gesetzlich geregelt, dass Vermieter – abhängig von der CO₂-Emission des Gebäudes – einen Teil der Kosten tragen müssen. Die Abrechnung sollte diese Aufteilung transparent ausweisen.

Warum wird Heizöl 2026 so viel teurer?

Die Prognose von co2online führt den starken Anstieg vor allem auf höhere Ölpreise im Zusammenhang mit der internationalen Lage zurück. Zusätzlich verteuert der CO₂-Preis fossiles Heizen. Für die Musterwohnung mit 70 Quadratmetern wird ein Kostenplus von 24 Prozent erwartet.

Sinkt die Gasrechnung 2026 automatisch?

Nein. Die Prognose geht zwar im Jahresdurchschnitt von einem Rückgang um vier Prozent aus. Die tatsächliche Rechnung hängt aber vom individuellen Verbrauch, Vertrag, regionalen Preisen, Wetter und Gebäudezustand ab. Zudem können steigende Großhandelspreise zeitversetzt zu höheren Endkundenpreisen führen.

Kann ich meine Heizkostenabrechnung kürzen?

Ein Kürzungsrecht besteht nur unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen, etwa wenn Vorgaben der Heizkostenverordnung nicht eingehalten werden. Wer Fehler vermutet, sollte die Abrechnung und die zugrunde liegenden Belege prüfen lassen, statt eigenmächtig einen beliebigen Betrag abzuziehen.

Fazit: Jetzt prüfen statt erst auf die Nachzahlung warten

2026 wird für viele Haushalte kein einheitliches Heizkostenjahr. Während Gas nach der derzeitigen Prognose vorübergehend etwas günstiger werden könnte, müssen Nutzer von Heizöl und Pellets mit deutlichen Mehrbelastungen rechnen. Besonders wichtig ist deshalb, Abschläge, Verbrauch und Heizkostenabrechnungen frühzeitig zu kontrollieren.

Wer zur Miete wohnt, sollte auf eine nachvollziehbare CO₂-Kostenaufteilung und eine korrekte verbrauchsabhängige Abrechnung achten. Eigentümer sollten nicht nur den aktuellen Brennstoffpreis betrachten, sondern auch die langfristigen Kosten ihrer Heizung. Eine genaue Prüfung schützt zwar nicht vor jedem Preisanstieg – sie kann aber verhindern, dass fehlerhafte oder unplausible Forderungen unbemerkt bleiben.

Quellen


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