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Mit dem Deutschlandticket ins Ausland: Diese versteckten Grenzziele sind jetzt gratis erreichbar

Mit einem Ticket quer durch Deutschland – und plötzlich kostenlos in Österreich, Frankreich oder an die polnische Ostsee stehen: Das Deutschlandticket macht geheime Grenztrips möglich, die kaum jemand nutzt.

Mit dem Deutschlandticket lässt sich nicht nur günstig durch die Republik fahren, sondern auch ganz legal über die Grenze in Nachbarländer rollen – ohne Aufpreis und oft direkt bis zum ersten Bahnhof im Ausland. Wer Grenzstädte wie Salzburg, Venlo, Wissembourg oder Tønder ansteuert, kann mit dem Monatsticket komplette Kurztrips samt Stadtbummel, Café‑Besuch und Sightseeing abdecken. Alle wichtigen Infos dazu gibt es hier auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e. V..

Verstecktes Potenzial des Deutschlandtickets

Offiziell ist das Deutschlandticket für den öffentlichen Nahverkehr innerhalb Deutschlands gedacht, doch zahlreiche Verkehrsverbünde lassen es bis zum ersten Bahnhof hinter der Grenze gelten. Möglich wird das, weil deren Tarifgebiete über die Staatsgrenze hinausreichen und grenznahe Orte im Ausland wie deutsche Vororte behandeln.

Für Reisende bedeutet das: Wer geschickt plant, kann mit einem einzigen Monatsticket gleich mehrere Länder ansteuern, ohne sich um zusätzliche Tickets für den kurzen Abschnitt im Ausland kümmern zu müssen. Besonders attraktiv ist das für Wochenendtouren, Shoppingfahrten oder Tagesausflüge – mit kalkulierbaren Kosten und ohne komplizierte Tarifzonen.

Beliebte Ziele in den Nachbarländern

Entlang fast aller deutschen Außengrenzen gibt es Strecken, auf denen das Ticket bis ins Ausland gilt. Dazu zählen unter anderem:

  • Österreich: etwa Salzburg oder Reutte in Tirol, die mit Regionalzügen direkt aus Bayern erreichbar sind.
  • Schweiz: Verbindungen nach Basel, Schaffhausen und in weitere grenznahe Orte, die an deutsche Netze angebunden sind.
  • Frankreich: das elsässische Wissembourg, von der Pfalz aus ein Klassiker für Weinliebhaber und Spaziergänge durch historische Gassen.
  • Niederlande und Luxemburg: Ziele wie Venlo, Arnhem oder Luxemburg-Stadt liegen an Linien, die an deutsche Verkehrsverbünde gekoppelt sind.
  • Polen, Tschechien und Dänemark: Küsten- und Grenzstädte wie Świnoujście, Zgorzelec, Hrádek nad Nisou oder Tønder lassen sich ebenfalls in vielen Fällen mit dem Deutschlandticket anfahren.

Die Auswahl variiert je nach Verbund und Linie, weshalb vor jeder Reise ein genauer Blick in die Fahrplanauskunft nötig ist. Nicht jede grenzüberschreitende Verbindung eines Regionalzuges ist automatisch im Geltungsbereich enthalten.

So funktioniert die Planung in der App

Die Deutsche Bahn und mehrere Verbünde haben ihre Apps inzwischen auf das Deutschlandticket zugeschnitten. Im DB Navigator lässt sich unter den „Optionen“ der Filter „Nur D‑Ticket‑Verbindungen“ aktivieren, sodass ausschließlich Verbindungen erscheinen, die mit dem Deutschlandticket nutzbar sind.

Wichtig: Trotz aktivem Filter können im Einzelfall Verbindungen auftauchen, auf denen einzelne Abschnitte nicht vollständig abgedeckt sind, etwa weil Partnerunternehmen abweichende Regeln haben. Wer sicher gehen möchte, prüft in der Detailansicht der Verbindung die Tarifhinweise oder informiert sich zusätzlich beim regionalen Verkehrsverbund.

Grenzen des Tickets und wichtige Regeln

Trotz aller Möglichkeiten bleibt das Deutschlandticket ein Nahverkehrsprodukt ohne regulären Fernverkehrsanspruch. ICE, IC und EC sind ebenso ausgeschlossen wie internationale Hochgeschwindigkeitszüge – es sei denn, einzelne Abschnitte sind ausdrücklich für das Ticket freigegeben.

Zudem endet der Geltungsbereich in der Regel am ersten Bahnhof hinter der Grenze oder an einem festgelegten Grenzpunkt, selbst wenn der Zug noch weit ins Nachbarland weiterfährt. Wer anschließend andere Städte ansteuern will, benötigt zusätzliche Tickets der jeweiligen Auslandsbahnen oder lokalen Verkehrsnetze.

Warum sich Grenzfahrten besonders lohnen

Gerade für Menschen aus Grenzregionen macht das Ticket den spontanen Sprung über die Grenze alltagstauglich – zum Beispiel für Arbeit, Einkauf oder Arztbesuche. Städtereisende aus dem Inland wiederum kombinieren das Ticket mit einer Übernachtung und entdecken so Ziele, die sonst meist im Schatten großer Metropolen stehen.

Wer mehrere Kurztrips im Monat plant, kann den Preis des Deutschlandtickets durch die gesparten Einzelfahrkarten schnell wieder hereinholen. Hinzu kommt der ökologische Effekt: Jeder grenzüberschreitende Ausflug mit Bahn und Bus ersetzt potenziell eine Autofahrt oder einen Kurzstreckenflug.

Redakteure

  • Peter Kosick

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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  • ik
    Experte:

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

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