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Tarifrunde 2026: Was hinter den 7 % für Landesbedienstete und Beamte wirklich steckt

7 % mehr Gehalt, mindestens 300 Euro, 200 Euro extra für Anwärter – klingt nach Geldregen im öffentlichen Dienst. Doch viele Landesbeamte ahnen: Bis bei ihnen wirklich mehr auf dem Konto landet, könnte es lange dauern.

Die Tarifrunde 2026 für den öffentlichen Dienst der Länder wird härter, als es die nackte „7‑Prozent-Forderung“ vermuten lässt. Denn hinter den Prozenten verbergen sich Mindestbeträge, Extra-Zahlungen für Anwärter – und die bange Frage, ob Beamtinnen und Beamte überhaupt etwas davon sehen werden.​

Was wirklich hinter den 7 Prozent steckt

  • Die Gewerkschaften von ver.di bis dbb fordern 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro im Monat, damit vor allem die unteren Entgeltgruppen real spürbar profitieren.​
  • Der Prozentwert ist damit eher politische Signalzahl – entscheidend ist der feste Mindestbetrag von 300 Euro, der bei niedrigen Einkommen schnell deutlich über 7 Prozent Plus bedeuten kann.​

300 Euro Mindestbetrag: Gewinner und Verlierer

  • Der geforderte Mindestbetrag von 300 Euro würde viele Beschäftigte in den unteren und mittleren Entgeltgruppen deutlich besserstellen als eine reine 7‑Prozent-Erhöhung.​
  • Für höher eingruppierte Angestellte wäre der Effekt dagegen deutlich kleiner, hier läge das Plus teilweise sogar unter dem, was in anderen Branchen zuletzt durchgesetzt wurde.​

Plus 200 Euro für Anwärter – Kampf um den Nachwuchs

  • Zusätzlich verlangen die Gewerkschaften monatlich 200 Euro mehr für Anwärter, Auszubildende und Praktikantinnen, um den öffentlichen Dienst im Wettbewerb mit Wirtschaft und Kommunen attraktiver zu machen.​
  • Gerade Länderpolizei, Schulen, Justiz und Finanzverwaltungen klagen seit Jahren über Bewerbermangel – ohne spürbare Aufschläge droht die Lücke bei Nachwuchskräften weiter zu wachsen.​

Zähes Ringen in Potsdam: So geht es weiter

  • Die Tarifrunde TV‑L 2025/26 ist dreistufig angelegt: Nach dem Auftakt im Dezember 2025 folgen die zweite Runde am 15./16. Januar 2026 und die entscheidende Abschlussrunde vom 11. bis 13. Februar 2026 in Potsdam.​
  • Bislang liegen von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) keine konkreten Angebote auf dem Tisch – die Arbeitgeber pochen auf enge Haushalte, während die Gewerkschaften bereits zu Warnstreiks und Großdemos mobilisieren.​

Was das für Beamtinnen und Beamte bedeutet

  • Ein Tarifergebnis gilt direkt nur für Tarifbeschäftigte; für die Beamtinnen und Beamten der Länder müssen die Parlamente eigene Besoldungsgesetze beschließen, eine automatische Übernahme gibt es nicht.​
  • Zwar haben viele Länder in der Vergangenheit Tarifergebnisse „zeit- und wirkungsgleich“ übertragen, doch Haushaltsklauseln und Verschiebungen – etwa um mehrere Monate – sind längst keine Seltenheit mehr.​

Warum die Erhöhung oft verspätet ankommt

  • Selbst wenn ein Land das Ergebnis 1:1 übernimmt, vergehen bis zum Inkrafttreten des Besoldungsgesetzes und zur technischen Umsetzung in den Besoldungsstellen häufig etliche Monate.​
  • Für Beamtinnen und Beamte bedeutet das: Während Tarifangestellte ihr höheres Entgelt meist zeitnah auf dem Konto sehen, müssen sie sich häufig mit rückwirkenden Nachzahlungen begnügen – und bis dahin steigende Preise aus eigener Tasche stemmen.​

Redakteure

  • Peter Kosick

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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  • ik
    Experte:

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

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