Rentenreform 2026: Das will Merz an der Rente in Deutschland ändern

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Rentenreform 2026: Bundeskanzler Friedrich Merz stellt die Altersvorsorge in Deutschland neu auf – mit mehr Kapitalmarkt, stärkerer privater Vorsorge und neuen Regeln für lebenslanges Arbeiten – so der Plan. In unserem Artikel auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V., werfen wir einen Blick darauf!

Merz’ Grundidee: Paradigmenwechsel bei der Rente

  • Die gesetzliche Rente soll weiter die Basis der Altersvorsorge bleiben, aber nicht mehr allein tragende Säule sein.
  • Private und betriebliche Vorsorge sollen deutlich wichtiger werden und stärker kapitalgedeckt sein, also über Anlagen am Kapitalmarkt funktionieren.
  • Merz spricht von einem „Paradigmenwechsel“: Weg vom fast reinen Umlagesystem, hin zu einem Mischsystem aus Umlage- und Kapitaldeckung.

Beispiel: Wer heute hauptsächlich auf die gesetzliche Rente setzt, soll künftig deutlich mehr Anreize (oder sogar Pflichten) erhalten, zusätzlich privat oder über den Arbeitgeber anzusparen.

Was sich 2026 konkret ändern soll

  • Noch 2026 will Merz eine umfassende Rentenreform politisch anstoßen; erste große Projekte sollen bis zum Ende der Legislaturperiode stehen.
  • Eine Rentenkommission arbeitet bis Mitte 2026 an Vorschlägen, über die die Regierung dann zügig entscheiden will.
  • Schon beschlossen ist: Das Rentenniveau soll bis 2031 bei mindestens 48 Prozent stabil bleiben, was vielen Rentnern Planungssicherheit geben soll.

Daneben laufen bereits vorbereitende Maßnahmen wie das Rentenpaket 2025 mit Haltelinie beim Rentenniveau, Aktivrente, Frühstartrente und einer stärkeren Förderung der Betriebsrenten.

Diese Bausteine will Merz verändern

a) Gesetzliche Rente

  • Die gesetzliche Rentenversicherung bleibt Kernbaustein, soll aber stärker als „Basisabsicherung“ verstanden werden.
  • Die 48‑Prozent-Haltelinie wird verlängert, gleichzeitig wird im Hintergrund über langfristig höhere Beiträge, längeres Arbeiten und mehr Steuerzuschüsse diskutiert.
  • Die Rentenkommission soll prüfen, wie die gesetzliche Rente demografiefest bleibt, ohne die junge Generation zu stark zu belasten.

b) Private Vorsorge

  • Merz will, dass die private Altersvorsorge „eine wesentlich größere Rolle“ spielt als bisher.
  • Kapitalmarkt und Aktien sollen laut Merz ein Schlüssel für höhere Renditen in der Altersvorsorge werden.
  • Diskutiert werden Pflicht- oder Standardprodukte, bei denen Bürger automatisch sparen und nur aktiv widersprechen („Opt‑out‑Modelle“).

c) Betriebliche Altersvorsorge

  • Die Betriebsrente soll neben der privaten Vorsorge die zweite wichtige kapitalgedeckte Säule werden.
  • Ziel ist, dass deutlich mehr Beschäftigte über ihren Arbeitgeber zusätzlich fürs Alter sparen, idealerweise mit Zuschüssen und steuerlichen Vorteilen.

Neue Konzepte: Aktivrente, Frühstart und Zuverdienst

  • Im Umfeld der Merz‑Reformen stehen Konzepte wie die Aktivrente: Rentner sollen länger arbeiten und mehr dazuverdienen können, ohne hohe steuerliche Nachteile.
  • Vorgesehen ist, dass Rentner ab 2026 deutlich höhere Zuverdienste steuerlich begünstigt erzielen können; genaue Ausgestaltung und endgültiger Beschluss stehen aber noch aus.
  • Zudem laufen Pläne wie die Frühstartrente mit Kapitalanlage für Kinder, bei der der Staat früh mit kleinen Beträgen eine kapitalgedeckte Vorsorge aufbaut.

Diese Instrumente verfolgen ein gemeinsames Ziel: länger im Beruf bleiben, früher mit Sparen beginnen und die reine Abhängigkeit von der gesetzlichen Rente verringern.

Chancen, Risiken und was Bürger jetzt beachten sollten

Chancen

  • Stabilität beim Rentenniveau bis 2031 verschafft heute Erwerbstätigen und Rentnern mehr Planungssicherheit.
  • Höhere Bedeutung von Kapitalmarkt, Betriebsrenten und privater Vorsorge kann langfristig höhere Renditen ermöglichen – gerade für Jüngere.

Unsere Meinung und Kritik

  • Der Verein Für soziales Leben e.V. warnt davor, dass eine stärkere Kapitaldeckung und mehr Eigenvorsorge Geringverdiener und Menschen mit unsteten Erwerbsbiografien benachteiligen könnten.​
  • Höhere Aktienquoten machen die Altersvorsorge anfälliger für Börsenschwankungen; erforderlich wird somit eine breite und ruhige Anlagestrategie über Jahrzehnte.

Was Sie jetzt tun können (Tipps)

  • Eigene Renteninformation prüfen und mit Online‑Rentenrechnern simulieren, wie stark Sie auf die gesetzliche Rente angewiesen wären.
  • Arbeitgeber nach Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge fragen und bestehende Angebote auf Kosten, Garantien und Renditechancen vergleichen.
  • Private Vorsorge (ETF‑Sparplan, Fondspolicen, Riester‑Alternativen) kritisch prüfen und bei Bedarf unabhängige Beratung nutzen, um von möglichen Reformboni zu profitieren.

Kurze Übersicht: Was Merz an der Rente neu gewichten will

BereichRolle bisherRolle nach Merz‑Plänen 2026+
Gesetzliche RenteHauptquelle der Altersvorsorge.Basisabsicherung, bleibt wichtig, aber allein nicht genug.
Private VorsorgeErgänzung, oft freiwillig genutzt.Stark ausgebaut, evtl. standardisiert oder teil‑pflichtig.
Betriebliche AltersvorsorgeZusatzangebot, vor allem in größeren Firmen.Zentrale zweite Säule, breiter verteilt und gefördert.
Kapitalmarkt/AktienNebenrolle, häufig mit Skepsis betrachtet.Schlüssel für Rendite, deutlich höhere Bedeutung.

Fazit zur Rentenreform 2026

2026 werden entscheidende Weichen für die Rente gestellt: Wer früh versteht, was Merz an der Rentenreform ändern will, kann seine eigene Altersvorsorge rechtzeitig anpassen und Chancen optimal nutzen.

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