Was man mit und in Rente alles erreichen kann – 11 unglaubliche Rekorde von Rentnern weltweit

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Rente als zweite Lebenshälfte – nicht als Schlusskapitel

Rente bedeutet für viele Menschen in erster Linie schlicht und einfach “Geld”. Das sollte aber nicht ausschließlich so sein. Die Rente, der Ruhestand, sollte auch Freiheit, Zeit und Möglichkeiten, statt Stillstand, beinhalten. Weltweit brechen Seniorinnen und Senioren Rekorde – im Sport, im Studium, im All und auf Bergen.

Die folgenden 11 Rekorde zeigen, dass die Rente, der Ruhestand, kein Ende, sondern oft der Beginn der spektakulärsten Kapitel im Leben ist. Seniorinnen und Senioren brechen Bestmarken, starten neue Leidenschaften und beweisen, dass Alter vor allem eine Zahl ist. Seien Sie neugierig und werfen einen Blick auf die im folgenden News-Artikel auf Bürger & Geld herausgehobenen Highlights, die Rentner aufgestellt haben!

1. Ältester Surfer der Welt – Seiichi Sano (88 Jahre, 288 Tage)

Der Japaner Seiichi Sano hält den Guinness-Weltrekord als ältester Mann, der gesurft ist. Am 8. Juli 2022 war er 88 Jahre und 288 Tage alt, als sein Rekord offiziell bestätigt wurde. Er begann erst mit etwa 80 mit dem Surfen, nachdem er zuvor bereits den Mount Fuji bestiegen hatte.

Sano sagt, er sehe sich „nicht als alten Mann“, sondern als jemanden, der immer noch Neues lernen will – ein starkes Signal dafür, wie aktiv man im Ruhestand noch sein kann.

2. 100 Jahre alt und Marathonläufer – Fauja Singh

Fauja Singh, ein in Indien geborener Brite, gilt als ältester Marathonläufer der Welt. Im Alter von 100 Jahren lief er beim Toronto Waterfront Marathon die volle Distanz von 42,195 Kilometern. Sein erster Marathon datiert erst auf sein 89. Lebensjahr, also in einem Alter, in dem viele längst keinen Sport mehr treiben.

Mit seinen Läufen wurde Singh zur Inspiration für unzählige ältere Menschen weltweit, die mit dem Laufen (wieder) beginnen.

3. Älteste Marathonläuferin – Harriette Thompson (92 Jahre)

Die US-Amerikanerin Harriette Thompson wurde mit 92 Jahren und 65 Tagen zur ältesten Marathonläuferin der Geschichte. Sie absolvierte den Rock ’n’ Roll Marathon in San Diego in 7 Stunden, 24 Minuten und 36 Sekunden.

Bemerkenswert: Thompson hatte zuvor mehrfach Krebs überstanden und zeigte dennoch die Ausdauer, diese Distanz im sehr hohen Alter zu bewältigen.

4. Marathon unter 3 Stunden mit 69 – Ed Whitlock

Der Kanadier Ed Whitlock lief mit 69 Jahren einen Marathon in 2:52:47 Stunden und wurde damit der älteste Mensch, der die Distanz in unter drei Stunden bewältigte. Er stellte außerdem zahlreiche Altersklassenrekorde in den Gruppen M70, M75, M80 und M85 auf.

Whitlock trainierte meist ruhig, viele Runden auf dem gleichen Friedhofsweg – und bewies, dass konsequente Routine auch im Rentenalter zu Weltklasseleistungen führen kann.

5. 102 Jahre und auf dem höchsten Berg Japans – Kokichi Akuzawa

Der Japaner Kokichi Akuzawa bestieg mit 102 Jahren den Mount Fuji (3.776 Meter) und stellte damit einen Altersrekord auf. Er wurde als ältester Mensch anerkannt, der den berühmten Vulkan erklommen hat.​

Begleitet von seiner Familie und einem Bergsteigerclub zeigte Akuzawa, dass selbst jenseits der 100 noch große Ziele erreichbar sein können – mit guter Vorbereitung, Teamunterstützung und Willenskraft.​​

6. Mit 90 ins All – William Shatner als ältester Weltraumreisender

Der Schauspieler William Shatner wurde 2021 zum ältesten Menschen, der in den Weltraum flog. Im Alter von 90 Jahren startete er mit der „New Shepard“-Rakete von Blue Origin auf einen suborbitalen Flug und sah die Erde aus dem All.

Shatner beschrieb das Erlebnis später als tief emotional und existenziell – und bewies, dass spektakuläre Lebensträume sich auch im hohen Alter noch erfüllen können.

7. Ältester NASA-Astronaut im Orbit – John Glenn (77 Jahre)

John Glenn, der erste Amerikaner im Orbit, kehrte 1998 mit 77 Jahren noch einmal ins All zurück. Neun Tage war er an Bord des Space Shuttle „Discovery“ und wurde damit zum ältesten Astronauten, der im Orbit arbeitete.

Der Flug diente auch dazu, die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf ältere Menschen zu erforschen – Glenn verband somit persönliche Geschichte mit wissenschaftlichem Nutzen.

8. Älteste Universitätsabsolventin – Nola Ochs (95 Jahre)

Die US-Amerikanerin Nola Ochs schloss mit 95 Jahren ihr Bachelor-Studium an der Fort Hays State University ab und wurde damit als älteste Universitätsabsolventin der Welt bekannt. Später erwarb sie mit 98 sogar noch einen Master-Abschluss.​​

Für ihr Studium zog sie eigens in die Nähe des Campus und studierte zusammen mit deutlich jüngeren Kommilitoninnen und Kommilitonen – ein starkes Beispiel dafür, dass lebenslanges Lernen keine Floskel sein muss.​

9. Ältester PhD-Träger einer Universität – Doktorgrad mit über 80

Rund um den Globus gibt es mehrere Beispiele älterer Menschen, die im Rentenalter eine Promotion abschließen. So wurde etwa Andries Conradie in Südafrika mit 91 Jahren der älteste Mann, der an der Universität Unisa einen Doktortitel erhielt.

Auch an der University of Texas wurde Charles „Chuck“ Corley als ältester PhD-Absolvent der Ingenieurfakultät geehrt, als er im Alter von 78 Jahren promovierte – mit dem Motto „Don’t quit“.​

10. Hochschulabschluss mit über 80 – „älteste Absolventen“ moderner Unis

Zahlreiche Hochschulen berichten über ihre jeweils ältesten Absolventinnen und Absolventen, die zum Teil deutlich über 80 sind. So erhielt etwa die 83-jährige Marie Fowler an der Howard University einen Doktortitel in Theologie und wurde als älteste Doktorandin der Hochschule gefeiert.

Auch 87-jährige oder über 70-jährige Studierende schließen regelmäßig Bachelor- oder Masterstudiengänge ab – oft nach einem unterbrochenen Bildungsweg, der im Ruhestand bewusst vollendet wird.

11. Älteste Schul- und Collegeabschlüsse – Bildungsträume spät erfüllt

Nicht nur Universitäten, auch Schulen und Community Colleges melden Rekorde älterer Absolventen. Eine 92-jährige Frau erhielt als älteste Teilnehmerin ihren High-School-Abschluss an einem College-Programm und schrieb damit Schulgeschichte.

Eine 77-jährige US-Amerikanerin wurde als älteste Absolventin eines Community College ausgezeichnet, nachdem sie ihr Studium über Jahrzehnte hinweg – trotz gesundheitlicher Rückschläge – Stück für Stück fertiggestellt hatte.​

Was diese 11 Rekorde über die Rente verraten

Ob Surfen, Marathon, Bergsteigen, Uniabschluss oder Raumflug: All diese Beispiele zeigen, wie viel im Ruhestand möglich ist. Gemeinsam haben die Rekordhalter, dass sie Ziele formulieren, drangeblieben sind und ihr Alter nicht als Ausrede, sondern als Erfahrungsschatz sehen.

Für dein Leben in und mit Rente heißt das: Du kannst neue Leidenschaften entdecken, alte Träume nachholen oder dich geistig und körperlich weiterentwickeln – und dafür ist es fast nie zu spät.

Altersrekorde sind keine exotischen Ausnahmen, sondern Beispiele dafür, was Menschen im Ruhestand erreichen können, wenn sie Ziele haben. Sie zeigen, dass man die Rente nicht nur als „Ruhestand“, sondern als aktive Lebensphase mit Projekten, Träumen und Herausforderungen gestalten kann.

Praktische Impulse für dich:

  • Wähle eine Aktivität, die dich wirklich begeistert (Sport, Kunst, Ehrenamt, Reisen).
  • Starte langsam, aber konsequent – kleinere Ziele führen zu größeren Erfolgen.
  • Suche dir Gemeinschaft: Vereine, Kurse oder Gruppen sorgen für Motivation und Austausch.

Gesundheit als Basis: Was viele Rekordrentner gemeinsam haben

Hinter spektakulären Rekorden stehen meist sehr bodenständige Gewohnheiten. Viele dieser Seniorinnen und Senioren berichten von regelmäßigem Training, ausreichender Bewegung im Alltag und bewusster Ernährung.

Hinzu kommen Faktoren wie:

  • konsequente ärztliche Kontrollen,
  • realistische Risikoeinschätzung,
  • mentale Stärke und Optimismus.

Gerade Menschen wie Seiichi Sano betonen, wie wichtig es ist, sich selbst nicht vorschnell als „alt“ zu sehen, sondern sich weiterhin Ziele zu setzen.

Vorbilder für die jüngere Generation

Altersrekorde inspirieren nicht nur Gleichaltrige, sondern auch jüngere Menschen. Am Strand von Enoshima etwa trainiert Sano neben vielen Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ihn respektvoll „surfernden Urgroßvater“ nennen und mit ihm gemeinsam Wellen reiten.Solche Begegnungen schaffen Verbindung zwischen Generationen, bauen Vorurteile ab und zeigen, dass Leidenschaft und Freude am Tun keine Frage des Geburtsjahres sind. Wer im Alter aktiv bleibt, kann so auch für Kinder und Enkel zum glaubwürdigen Vorbild werden.

Mentale Stärke: Rekorde im Kopf

Neben körperlichen Höchstleistungen gibt es auch mentale „Rekorde“, etwa das Lernen neuer Sprachen, Studienabschlüsse oder berufliche Projekte im Rentenalter. Viele Seniorinnen und Senioren bilden sich weiter, engagieren sich ehrenamtlich oder starten kleine Unternehmen – auch wenn diese Leistungen nicht im Guinness-Buch stehen.

Die Botschaft ist dieselbe: Wer neugierig bleibt, kann auch im Ruhestand wachsen und sich weiterentwickeln. Der wichtigste Schritt ist oft, den eigenen inneren „Das-kann-ich-nicht-mehr“-Satz zu hinterfragen.

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