Die Erwerbsminderungsrente liegt im Durchschnitt bei rund 1.000 Euro im Monat und fällt je nach persönlicher Erwerbsbiografie deutlich höher oder niedriger aus. Wie hoch deine Rente konkret ist, hängt von Entgeltpunkten, Rentenart (voll/teilweise), Abschlägen und der Zurechnungszeit ab.
Einleitung: Warum die Frage 2026 so wichtig ist
Die Frage „Wie hoch ist die Erwerbsminderungsrente?“ ist 2026 besonders relevant, weil sich sowohl Rentenwerte als auch Zurechnungszeiten in den letzten Jahren spürbar verändert haben. Dadurch steigen neue Erwerbsminderungsrenten im Schnitt, bleiben aber für viele Betroffene dennoch weit unter dem letzten Nettoeinkommen. Gleichzeitig gelten höhere Hinzuverdienstgrenzen, was zusätzliche Job-Einnahmen attraktiver machen kann. Viele Menschen erfahren erst im Krankheitsfall, wie knapp die Leistung tatsächlich ist und welche Lücke zu schließen bleibt.
Schnell erklärt: Höhe der Erwerbsminderungsrente
- Durchschnittliche volle Erwerbsminderungsrente: rund 1.050–1.100 Euro monatlich (nach aktuellen Rentenanpassungen).
- Durchschnittliche teilweise Erwerbsminderungsrente: rund 600 Euro monatlich, also etwa die Hälfte der vollen Rente.
- Volle Erwerbsminderungsrente erhältst du, wenn du aus gesundheitlichen Gründen weniger als drei Stunden täglich arbeiten kannst.
- Teilweise Erwerbsminderungsrente gibt es, wenn du noch drei bis unter sechs Stunden am allgemeinen Arbeitsmarkt einsatzfähig bist.
- Die tatsächliche Höhe hängt von deinen bisher erworbenen Entgeltpunkten, dem Rentenartfaktor, Abschlägen und dem aktuellen Rentenwert ab.
So wird deine Erwerbsminderungsrente berechnet
Die Erwerbsminderungsrente nutzt grundsätzlich dieselbe Formel wie die Altersrente, wird aber durch die Zurechnungszeit ergänzt. Dabei werden dir Rentenpunkte so angerechnet, als hättest du bis zum gesetzlichen Rentenalter weiter gearbeitet.
Zentrale Bausteine der Berechnung:
- Entgeltpunkte: Sie spiegeln wider, wie viel du im Verhältnis zum Durchschnittsverdienst eingezahlt hast.
- Rentenartfaktor: 1,0 für volle Erwerbsminderungsrente, 0,5 für teilweise Erwerbsminderungsrente.
- Zugangsfaktor: Frühere Inanspruchnahme führt zu Abschlägen, in der Regel bis zu 10,8%.
- Aktueller Rentenwert: Wert eines Entgeltpunkts; er wird jährlich angepasst und erhöht so die laufenden Renten.
- Zurechnungszeit: Für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen früh aus dem Job ausscheiden, verlängert sie die Versicherungsbiografie fiktiv bis zum Rentenalter und erhöht so die Rentenhöhe.
Durch die in den letzten Jahren verlängerte Zurechnungszeit sind neue Erwerbsminderungsrenten zum Teil deutlich höher als früher – im Durchschnitt um einige Dutzend Euro pro Monat.
Tabelle: Wichtige Werte zur Höhe der Erwerbsminderungsrente 2026
Typische Beträge und Kennzahlen 2026
Die Tabelle zeigt: Die volle Erwerbsminderungsrente ersetzt das vorherige Erwerbseinkommen meist nur zu einem Teil und liegt bei vielen Betroffenen im Bereich von etwas über 1.000 Euro. Die teilweise Erwerbsminderungsrente deckt noch weniger ab und setzt praktisch einen ergänzenden Verdienst oder weitere Absicherung voraus.
Praxisbeispiele: So könnten typische Renten aussehen
Um die Größenordnungen greifbar zu machen, helfen einfache Beispiele mit gerundeten Werten:
- Person A – volle Erwerbsminderungsrente
- Angenommene Entgeltpunkte inklusive Zurechnungszeit: 30 EP.
- Monatsrente: 30 EP × aktueller Rentenwert × Faktor 1,0; das ergibt eine Rente im Bereich von gut 1.000 Euro, abhängig vom genauen Rentenwert.
- Mit Abschlägen von z. B. 10,8% sinkt die Auszahlung um rund ein Zehntel, bleibt aber typischerweise leicht vierstellig.
- Person B – teilweise Erwerbsminderungsrente
- Gleiche Entgeltpunkte, aber Rentenartfaktor 0,5.
- Die Rente fällt damit nur halb so hoch aus wie bei voller Erwerbsminderung, also ungefähr im Bereich um 600 Euro.
- Diese Rente ist ausdrücklich dafür gedacht, durch einen Teilzeitjob ergänzt zu werden; daher gelten höhere Hinzuverdienstgrenzen.
Diese Beispiele zeigen, dass selbst bei solider Erwerbsbiografie eine deutliche Lücke zwischen Erwerbsminderungsrente und früherem Einkommen bleibt.
Warum eine private Absicherung wichtig ist
Viele Versicherte merken erst bei näherem Hinsehen, wie klein der Anteil der Erwerbsminderungsrente im Vergleich zum letzten Nettoeinkommen tatsächlich ist. Je höher dein bisheriges Einkommen war, desto größer ist meist die Lücke zwischen gesetzlicher Leistung und deinem gewohnten Lebensstandard. Private Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen können diese Lücke zumindest teilweise schließen und sind deshalb gerade für jüngere Erwerbstätige relevant. Wichtig ist, frühzeitig zu prüfen, wie hoch deine voraussichtliche Erwerbsminderungsrente ausfallen würde und ob zusätzliche Vorsorge sinnvoll ist.

