Bürger & Geld ist das unabhängige Nachrichtenportal des gemeinnützigen Vereins (NGO) Für soziales Leben e.V. – Verlässliche News zu Rente, Grundsicherung und Finanzen.

Aktuelle Top‑News

Gericht zu Gasschulden in Grundsicherung: dann muss das Jobcenter Energieschulden Strom / Gas übernehmen

Ingo Kosick

Droht Bürgergeld-Beziehenden eine Strom- oder Gassperre, steht häufig weit mehr als eine offene Rechnung auf dem Spiel: Ohne Energie können Heizung, Warmwasser und ein menschenwürdiger Alltag gefährdet sein. Der Beschluss des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg, Az. L 18 AS 2586/17 B ER, stärkt in solchen Notlagen die Rechte von Leistungsberechtigten.

Das Gericht konkretisiert, unter welchen Voraussetzungen das Jobcenter Energieschulden – insbesondere Gasschulden – als Darlehen übernehmen muss.

Geburtsjahrgang 1964: Recht auf abschlagsfreie Rente für Schwerbehinderte erst mit 65 Jahren!

Peter Kosick

Wer 1964 geboren wurde und als schwerbehinderter Mensch die Voraussetzungen für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen erfüllt, erreicht nun eine wichtige Grenze: Die abschlagsfreie Rente ist regulär erst mit 65 Jahren möglich. Damit ist die schrittweise Anhebung der Altersgrenze für diesen Jahrgang abgeschlossen.

Ein früherer Rentenbeginn bleibt zwar möglich – in der Regel ab 62 Jahren –, doch dann müssen Betroffene dauerhaft Abschläge akzeptieren. Pro Monat des vorgezogenen Rentenstarts sinkt die monatliche Rente um 0,3 Prozent. Bei einem Rentenbeginn drei Jahre vor dem abschlagsfreien Alter summiert sich das auf 10,8 Prozent weniger Rente – und zwar lebenslang.

Minijob neben der Rente: Welche Jobs sich für Rentner 2026 wirklich lohnen

Ingo Kosick

Ein paar Stunden Arbeit pro Woche, Geld brutto für netto und wieder gebraucht werden. Doch wer zwei Minijobs kombiniert oder den falschen Job wählt, erlebt eine böse Überraschung.

Aktuelle Nachrichten

Die Bundesregierung plant höhere Beiträge zur Pflegeversicherung für Kinderlose. Ab 1. Januar 2027 soll ihr Zuschlag von 0,6 auf 0,9 Prozentpunkte steigen, wodurch der Gesamtbeitrag auf 4,5 Prozent wachsen würde. Für 3.000 Euro beitragspflichtiges Monatseinkommen entspräche das 108 Euro mehr im Jahr. Noch ist die Reform jedoch ein Kabinettentwurf und muss Bundestag sowie Bundesrat passieren.

Wir leben heute im Durchschnitt länger als frühere Generationen – ein großer gesellschaftlicher Fortschritt. Doch genau diese Entwicklung steht im Zentrum der geplanten Rentenreform: Die Alterssicherungskommission empfiehlt, die Regelaltersgrenze nach 2031 schrittweise an die Lebenserwartung zu koppeln. Dadurch könnten viele Beschäftigte künftig später abschlagsfrei in Rente gehen. Noch handelt es sich um einen Reformvorschlag, nicht um geltendes Recht. Was der Plan konkret vorsieht und welche Jahrgänge betroffen sein könnten, erfahren Sie hier.

Mehr Freibetrag, mehr Freiheit? Für viele Witwen und Witwer kommt es anders: Eigene Rente, Job und Grundrente greifen ineinander – und ein Fehler kann Tausende Euro kosten.

Ab 2032 sollen zwei Rechenfaktoren bei der jährlichen Rentenanpassung wieder stärker ins Gewicht fallen. Der Nachhaltigkeitsfaktor berücksichtigt die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Rentnern und Beitragszahlern, während der Beitragssatzfaktor höhere Beiträge zur Rentenversicherung einbezieht. Zwar sind allgemeine Kürzungen laufender Renten nicht vorgesehen, ihre Erhöhungen könnten künftig jedoch hinter der Lohnentwicklung zurückbleiben. Bis Ende 2031 sichert die Haltelinie das Rentenniveau weiterhin bei mindestens 48 Prozent.

Ein Minijob kann die Witwenrente deutlich stärker kürzen, als viele Betroffene erwarten. Entscheidend ist nicht nur der Auszahlungsbetrag, sondern die gesetzliche Berechnung des anrechenbaren Einkommens. Bei 600 Euro Monatsverdienst kann ein rentenversicherungspflichtiger Minijob im Modell 96 Euro mehr Witwenrente sichern. Seit Juli 2026 lässt sich eine frühere Befreiung von der Rentenversicherungspflicht einmalig für die Zukunft aufheben.

Ein Vorstellungsgespräch, ein abgelehnter Bewerber – und danach Post vom Jobcenter. Die neue BA-Weisung nimmt das Erscheinungsbild ins Visier. Doch nicht jeder ungepflegte Auftritt rechtfertigt eine Kürzung.

Der Regelsatz in der Grundsicherung 2027 könnte bereits das dritte Jahr in Folge stagnieren – eine Erhöhung wäre damit erneut nicht vorgesehen. Voraussetzung ist allerdings noch die gesetzliche Neufestsetzung anhand aktueller Verbrauchsdaten. Gleichzeitig plant die Bundesregierung, den monatlichen Sofortzuschlag von 25 Euro für Kinder abzuschaffen. Welche Auswirkungen dies konkret haben wird, ist bislang jedoch noch nicht abschließend geklärt.

Ratgeber & Service

Rente – Alles zur gesetzlichen Altersvorsorge

Die gesetzliche Rente ist der Grundbaustein der Altersvorsorge. Sie sollte so hoch sein, dass Rentner ihren Lebensunterhalt großzügig davon bestreiten können.

Es gibt unterschiedliche Rentenarten. Zu nennen sind etwa die reguläre Altersrente, die Erwerbsminderungsrente, die Witwenrente oder die Unfallrente.

Alle haben unterschiedliche Voraussetzungen. Die Rentenhöhe hängt von individuellen Faktoren ab. Die Rentenauszahlung erfolgt monatlich, meistens im Nachhinein.

Wichtig für Rentner: Jährlich findet eine Rentenerhöhung statt, die nächste zum 1. Juli 2026.

Gegebenenfalls kann die Rente durch die Grundsicherung im Alter ergänzt werden.

Ganz wichtig: die Rente gibt es immer nur auf Antrag. Deshalb hier die Infos zum Rentenantrag!

Grundsicherungsgeld

Voraussetzungen

Bürgergeld wurde zum 1. Juli 2026 zum Grundsicherungsgeld, zur neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende. (Vormals war es als Hartz IV bekannt.) Es ist die staatliche Grundsicherung für erwerbsfähige, arbeitsuchende Menschen und ihre Familien in Deutschland. Es setzt sich zusammen aus dem Regelsatz (Regelbedarf), den Kosten der Unterkunft und möglichen Mehrbedarfen. Es wird auf Antrag durch das örtliche Jobcenter ausgezahlt. Einzelheiten hier: Auszahlung und Termine

Zweck des Gesetzes zur Grundsicherung für Arbeitsuchende (ehem. Bürgergeld) ist es, die arbeitsfähigen Menschen nachhaltig in Beschäftigung bzw. Arbeit zu bringen.

Höhe

Der aktuelle Grundsicherungsgeld Regelsatz 2026 beträgt 563 Euro pro Monat für eine alleinstehende, erwachse Person. 2027 wird der die Höhe angepasst werden, so die Prognose unserer Experten für die neue Grundsicherung für Arbeitsuchende!

Der Regelsatz dient der Deckung des alltäglichen Bedarfs. Er wird in unterschiedlicher Höhe ausgezahlt: Alleinstehende, Paare und Kinder erhalten somit keine einheitlichen Summen. Wie hoch ist Ihr individueller Anspruch auf Grundsicherung für Arbeitsuchende? Nutzen Sie den Grundsicherungsgeld Rechner!

Antrag

Bürgergeld muss beantragt werden. Wichtig ist, dass der Antrag auf Grundsicherungsgeld rechtzeitig gestellt wird. Rückwirkung kommt ihm grundsätzlich nicht zu.

Einkommen und Vermögen bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Bei der Grundsicherung für Arbeitsuchende / Grundsicherungsgeld werden Einkommen und Vermögen grundsätzlich auf den Anspruch angerechnet. Allerdings gibt es Einkommensfreibeträge und Vermögensfreibeträge. Letzte werden auch Schonvermögen genannt.

Familie & Kinder – Leistungen und Unterstützung

Für Familien besonders wichtig sind der Unterhalt oder der Unterhaltsvorschuss sowie das Kindergeld, der Kinderzuschlag sowie das Wohngeld.

Finanzen & Sozialleistungen im Überblick

Der Bereich Finanzen vor sozialen Hintergrund umfasst u.a. die Leistungen Arbeitslosengeld, Wohngeld und Pflegegeld. Menschen mit Schwerbehinderung erhalten finanzielle Nachteilsausgleiche.

Über Bürger & Geld

Bürger & Geld ist das Online‑Nachrichtenmagazin des gemeinnützigen Vereins „Für soziales Leben e. V.“ aus Lüdinghausen (NRW). Mehr über unser Selbstverständnis, unsere Finanzierung und Arbeitsweise erfahren Sie auf unserer Seite „Über uns“. Unser Redaktionsteam bereitet komplexe Sozial‑ und Finanzthemen rund um neue Grundsicherung, Rente, Familie und Finanzen verständlich, unabhängig und praxisnah auf. Wenn Sie Fragen, Hinweise oder eigene Erfahrungen teilen möchten, können Sie uns jederzeit kontaktieren. Alle rechtlichen Angaben finden Sie im Impressum sowie in unserer Datenschutzerklärung.

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