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Tückische Frage im Rentenantrag 2026: Dieses Kreuz kostet Rente

Ein unscheinbares Kreuz im Rentenantrag – und plötzlich fehlen Monat für Monat Hunderte Euro auf dem Konto. 2026 entscheidet eine Ja/Nein-Frage über Ihre gesamte Ruhestandsplanung. Wer jetzt unbedacht unterschreibt, zahlt womöglich ein Leben lang drauf.

Ein kleines Kreuz im Rentenantrag – und die Rente ist auf Jahrzehnte geschmälert: Wer 2026 in den Ruhestand geht, steht vor einer tückischen Ja/Nein-Frage, die über viele Hundert Euro im Monat entscheiden kann. Besonders brisant: Ein „Ja“, das auf den ersten Blick für einen schnellen Rentenstart sorgt, kann sich später als teure Fehlentscheidung entpuppen. Alle Details und Beispiele dazu gibt es hier auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e. V..

Worum es bei der Frage wirklich geht

Im aktuellen Rentenantrag fragt die Deutsche Rentenversicherung, ob das Einkommen der letzten Monate vor Rentenbeginn hochgerechnet werden soll. Hintergrund: Wer seinen Antrag bis zu drei Monate vor dem Start der Rente stellt, hat oft noch gar keine endgültigen Gehaltsdaten – die Hochrechnung soll dafür sorgen, dass die Rente dennoch pünktlich gezahlt werden kann. Was als pragmatische Lösung gedacht ist, kann aber zur Falle werden, wenn in dieser Zeit Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld, Boni oder Überstundenvergütungen fließen.

Die unscheinbare Ja/Nein-Frage entscheidet darüber, ob diese letzten Einkommensmonate fiktiv geschätzt oder später mit realen Zahlen neu berechnet werden – mit potenziell lebenslangen Folgen für die Rentenhöhe.

Wann ein „Ja“ zur Hochrechnung teuer wird

Ein „Ja“ zur Hochrechnung klingt bequem: Die Rente wird ohne Verzögerung bewilligt, alles läuft scheinbar reibungslos an. Problematisch wird es, wenn in den letzten Monaten vor Rentenbeginn hohe Einmalzahlungen anstehen, die bei der Hochrechnung gar nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden.

Typisch ist der Fall, dass Beschäftigte vor dem Ruhestand Resturlaub ausbezahlt bekommen oder viele Überstunden gesammelt haben. Diese Zahlungen können das beitragspflichtige Einkommen deutlich anheben – und damit eigentlich die spätere Rente erhöhen. Bleibt es bei der Hochrechnung mit Durchschnittswerten, fehlen diese zusätzlichen Entgeltpunkte dauerhaft, die Rente fällt niedriger aus – jeden Monat, ein Leben lang.

Wann ein „Nein“ zur Hochrechnung sinnvoll ist

Wer weiß, dass zum Ende des Arbeitslebens noch Sonderzahlungen, Abfindungen oder ausgezahlter Resturlaub anstehen, sollte die eigene Situation besonders kritisch prüfen. In solchen Konstellationen kann es sich lohnen, im Rentenantrag ausdrücklich „Nein“ zur Hochrechnung anzukreuzen und eine verzögerte, aber dann korrekt berechnete Rente in Kauf zu nehmen.

Die Folge: Die erste Rentenzahlung startet möglicherweise etwas später, dafür fließen alle relevanten Einkommensbestandteile – inklusive der hohen letzten Monatsgehälter – in die Berechnung ein. Auf lange Sicht kann das gegenüber einem vorschnellen „Ja“ zur Hochrechnung einen vier- oder gar fünfstelligen Vorteil bringen.

In welchen Fällen ein „Ja“ sogar profitieren kann

Es gibt allerdings auch Situationen, in denen ein „Ja“ zur Hochrechnung nicht zur Falle, sondern zum Vorteil werden kann. Wer kurz vor der Rente von Vollzeit in Teilzeit wechselt und keine größeren Sonderzahlungen mehr erhält, kann durch die Hochrechnung profitieren: Die Rentenversicherung unterstellt dann für die letzten Monate weiterhin das frühere, höhere Einkommen.

Gerade Gutverdienende, die ihre Arbeitszeit vor Rentenbeginn reduzieren, können so dauerhaft monatlich mehr Rente bekommen, als ohne Hochrechnung möglich wäre. Entscheidend ist daher, ob am Ende des Erwerbslebens eher mit sinkendem laufenden Einkommen ohne Extras oder mit einem Gehalt plus hohen Sonderzahlungen zu rechnen ist.

Was sich ab 2027 grundlegend ändert

Die brisante Wahlmöglichkeit zwischen „Ja“ und „Nein“ wird es nicht dauerhaft geben: Ab Januar 2027 wird die Hochrechnung zur Regel. Das SGB-IV-Änderungsgesetz sieht vor, dass die Rentenversicherung dann immer zunächst mit vorläufigen Daten startet – und später automatisch nachzahlt, wenn sich herausstellt, dass das tatsächliche Einkommen höher war.

Für Neurentnerinnen und Neurentner im Jahr 2026 gilt dieses Sicherheitsnetz aber noch nicht vollständig. Wer jetzt in Rente geht, muss daher besonders genau hinschauen, wo das Kreuz im Antrag gesetzt wird – Fehler können sonst ein Leben lang an der Rentenhöhe zehren.

So lässt sich teuren Fehlern vorbeugen

Wer den Rentenantrag ausfüllt, sollte die letzten zwölf Monate vor Rentenbeginn im Blick haben und vor allem prüfen: Stehen noch Sonderzahlungen, Abfindungen oder Auszahlungen von Resturlaub an? Außerdem empfiehlt es sich, rechtzeitig eine Rentenauskunft bei der Deutschen Rentenversicherung anzufordern und im Zweifel eine Beratungsstelle oder unabhängige Rentenexpertinnen und -experten einzuschalten.

Auch wichtig: Der Rentenbescheid sollte nach Erhalt sorgfältig geprüft werden – fehlerhafte Berechnungen lassen sich nur innerhalb der Widerspruchsfrist korrigieren. Wer später merkt, dass durch ein falsches Kreuz wichtige Entgeltpunkte fehlen, kann diese Versäumnisse nicht beliebig lange rückgängig machen.

Redakteure

  • Peter Kosick

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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  • ik
    Experte:

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

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