Mehr Netto, weniger Frust – viele Beschäftigte in Deutschland fragen sich Anfang 2026: „Kommt nach der Inflation endlich Entlastung bei der Steuer?“ Die neue Einkommensteuer-Tabelle 2026 bringt tatsächlich spürbare Veränderungen mit sich – vom höheren Grundfreibetrag bis zur Anpassung der Progressionszonen. Gleichzeitig ziehen aber auch Sozialabgaben und Beitragsbemessungsgrenzen an und knabbern am Lohn. Wer wissen will, was am Monatsende wirklich übrig bleibt, braucht den Überblick – alle Infos findet man hier auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e. V..
Was sich 2026 bei der Steuer ändert
Für 2026 wurde die Einkommensteuer-Tabelle neu justiert, die Grenzen der einzelnen Steuerzonen wurden angehoben. Ziel ist es, die sogenannte „kalte Progression“ teilweise abzufedern, also heimliche Steuererhöhungen durch Inflation zu begrenzen.
Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro Jahreseinkommen, bis zu dieser Schwelle fällt keine Lohn- und Einkommensteuer an. Entscheidend ist dabei das zu versteuernde Einkommen, also das Bruttoeinkommen abzüglich Sozialversicherungsbeiträgen und weiterer absetzbarer Posten.
Neue Einkommensteuerzonen 2026
Die progressiven Steuerstufen bleiben in ihrer Struktur erhalten, wurden aber nach oben verschoben. Damit rutschen Gehaltssteigerungen weniger schnell in höhere Steuersätze – komplett verhindert wird das zwar nicht, aber abgemildert.
Die Einkommensteuertabelle 2026 im Überblick:
- Bis 12.348 Euro: 0 Prozent Einkommensteuer (Grundfreibetrag).
- Bis 17.799 Euro: 14 bis 24 Prozent Steuersatz, je nach genauer Höhe des Einkommens.
- Bis 69.878 Euro: 24 bis 42 Prozent – hier liegt der breite Mittelbereich der Steuerprogression.
- Bis 277.825 Euro: 42 Prozent Spitzensteuersatz.
- Ab 277.826 Euro: 45 Prozent, der sogenannte Reichensteuersatz.
Im Vergleich zu 2025 wurden die Einkommensgrenzen für die Zonen leicht nach oben verschoben, etwa von 12.084 auf 12.348 Euro beim Grundfreibetrag und von 68.430 auf 69.878 Euro im Bereich der höheren Einkommen. Dadurch werden besonders Durchschnittsverdiener leicht entlastet, sofern Löhne nicht deutlich stärker steigen als die Tabellenwerte.
Wer profitiert – und wer nicht?
Entlastet werden insbesondere Personen, deren Einkommen knapp oberhalb des Grundfreibetrags oder in den unteren Progressionszonen liegt. Weil diese Grenzen erhöht wurden, bleibt von einer Gehaltserhöhung etwas mehr netto übrig, als es ohne Anpassung der Fall wäre.
Für Besserverdienende ist der Effekt bei der Einkommensteuer überschaubar, denn Spitzen- und Reichensteuersatz bleiben unverändert bei 42 beziehungsweise 45 Prozent. Da aber auch die oberen Einkommensgrenzen moderat steigen, wird zumindest verhindert, dass noch mehr Einkommensteile in den Spitzentarif rutschen.
Wichtig: Die individuelle Entlastung zeigt sich erst im Zusammenspiel aus Steuer, Abzügen und möglichen Erstattungen über die Steuererklärung. Wer Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geltend macht, kann sich 2027 für das Steuerjahr 2026 Rückzahlungen vom Finanzamt sichern.
Sozialabgaben steigen mit – das schmälert das Plus
Während die Einkommensteuer etwas Luft verschafft, ziehen gleichzeitig die Sozialabgaben an. Die Beitragsbemessungsgrenzen etwa in der Renten- und Krankenversicherung steigen, besonders Besserverdienende zahlen damit auf einen größeren Teil ihres Gehalts Beiträge.
Das bedeutet: Auch wenn die Einkommensteuer-Tabelle 2026 für leichte Entlastung sorgt, wird ein Teil dieses Effekts durch höhere Sozialversicherungsbeiträge aufgefressen. Vor allem Personen mit hohen Bruttogehältern bemerken, dass das Netto-Einkommen trotz stabiler Steuersätze unter Druck geraten kann.
Wer seinen tatsächlichen Nettoeffekt für 2026 berechnen möchte, sollte nicht nur auf die Steuertabelle schauen, sondern auch die neuen Beitragssätze und Bemessungsgrenzen berücksichtigen. Online-Rechner für Einkommensteuer, Brutto-Netto oder Rente helfen, die persönliche Situation konkret durchzurechnen.
So lässt sich das eigene Netto prüfen
Um zu verstehen, was 2026 wirklich im Portemonnaie ankommt, lohnt sich ein strukturierter Blick auf das eigene Einkommen. Grundlage ist zunächst das Jahresbrutto, also das vertraglich vereinbarte Gehalt vor allen Abzügen inklusive Sonderzahlungen.
Darauf folgen Sozialversicherungsbeiträge für Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, deren Höhe sich aus Beitragssätzen und Bemessungsgrenzen ergibt. Erst danach greift die Einkommensteuertabelle 2026 mit ihren Stufen und Sätzen auf das so ermittelte zu versteuernde Einkommen.
Sinnvolle Schritte für Beschäftigte 2026:
- Aktuelle Abrechnung prüfen: Stimmt der angewendete Steuersatz mit der neuen Tabelle überein?
- Online-Steuerrechner nutzen: Mit wenigen Eingaben sehen Steuerpflichtige, ob die monatliche Lohnsteuer plausibel ist.
- Steuervorteile planen: Werbungskosten (z. B. Fahrten zur Arbeit), Altersvorsorgebeiträge oder Handwerkerleistungen frühzeitig sammeln.
Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten kann eine gezielte Steuerplanung helfen, am Jahresende ein paar Hundert Euro mehr herauszuholen. Wer sich nicht allein durch das Regelwerk arbeitet, kann Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberatungen in Anspruch nehmen.


