Rente 2026: Auf diese 6 Vergünstigungen sollten Rentner auf keinen Fall verzichten

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2026 gibt es für Rentner jede Menge finanzielle Vorteile – von steuerfreiem Hinzuverdienst über höhere Freibeträge bis zu Zuschüssen für Miete und Gesundheit. Lesen Sie in folgendem News-Artikel auf Bürger & Geld, welche Vergünstigungen Sie kennen msollten und wie Sie sie sich Schritt für Schritt sichern.

1. Aktivrente: Bis zu 24.000 Euro steuerfrei dazuverdienen

Ab 1. Januar 2026 gilt die „Aktivrente“: Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und weiterarbeitet, kann bis zu 2.000 Euro pro Monat bzw. 24.000 Euro im Jahr steuerfrei hinzuverdienen. Diese Steuerfreiheit kommt zusätzlich zur bereits laufenden gesetzlichen Rente.

Die Steuerfreiheit wird automatisch über die ELStAM beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt – es ist kein Extra-Antrag nötig. In Kombination mit dem allgemeinen Grundfreibetrag können so bis zu 36.348 Euro Einkommen im Jahr 2026 steuerfrei bleiben.

Praxisbeispiel

Eine Rentnerin erhält 12.000 Euro Jahresrente und verdient 18.000 Euro im Minijob-plus-Job.

  • 18.000 Euro Aktivrente: komplett steuerfrei (unter 24.000-Euro-Grenze).
  • 12.000 Euro Rente: liegt unter dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro.
    Ergebnis: Sie zahlt 2026 voraussichtlich keine Einkommensteuer.

2. Grundfreibetrag: Mehr Rente steuerfrei

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt 2026 auf 12.348 Euro für Alleinstehende und 24.696 Euro für Verheiratete. Bis zu dieser Grenze bleibt das zu versteuernde Einkommen – also meist der größte Teil der gesetzlichen Rente – steuerfrei.

Gerade Rentner mit kleiner bis mittlerer Rente zahlen dadurch oft gar keine oder nur sehr geringe Einkommensteuer. Viele Ruheständler unterschätzen, wie stark dieser Freibetrag ihre tatsächliche Steuerlast drückt.

3. Altersentlastungsbetrag: Extra-Steuerbonus für Nebeneinkünfte

Wer 2025 seinen 64. Geburtstag hatte, kann 2026 erstmals den Altersentlastungsbetrag nutzen. Für diese Jahrgänge beträgt er 12,8 Prozent bestimmter Einkünfte (z. B. Lohn, Mieteinnahmen, gewerbliche Gewinne), maximal 608 Euro im Jahr.

Der Altersentlastungsbetrag gilt nicht für die gesetzliche Rente selbst, sondern senkt die Steuer auf zusätzliche Einkünfte neben der Rente. Zusammen mit Grundfreibetrag und Aktivrente lassen sich so mehrere hundert Euro Steuer pro Jahr sparen.

4. Günstiger bei Krankenkasse und Betriebsrente

Für gesetzlich krankenversicherte Rentner mit Betriebsrente gibt es 2026 einen erhöhten Freibetrag bei den Krankenversicherungsbeiträgen. Der neue dynamische Freibetrag liegt bei 197,75 Euro monatlich (1/20 der Bezugsgröße von 3.955 Euro).

Bis zur Höhe dieses Freibetrags fallen auf Betriebsrenten keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung an. Das sorgt bei vielen Betriebsrentnern für ein spürbar höheres Netto-Auszahlungsniveau.

5. Wohngeld Plus: Zuschuss zur Miete

Rentner mit hoher Wohnbelastung sollten 2026 unbedingt ihren Wohngeld-Anspruch prüfen. Durch Wohngeld Plus bleiben die verbesserten Tabellen, höheren Miet-Höchstbeträge und großzügigen Einkommensgrenzen bestehen – gerade alleinlebende Senioren profitieren stark.

Typisch ist der Fall, dass die Warmmiete mehr als 40 Prozent der Rente verschlingt; hier kann Wohngeld schnell 150–250 Euro oder mehr im Monat ausmachen. Wichtig: Auch Rentner, die keine Grundsicherung beziehen, können wohngeldberechtigt sein.

Beispiel

Ein alleinstehender Rentner erhält 1.100 Euro Nettorente und zahlt 600 Euro Warmmiete (Mietstufe IV). Laut aktuellen Berechnungen kann er je nach Details über 150 bis 200 Euro Wohngeld im Monat erhalten.

6. Grundsicherung im Alter und weitere Zuschüsse

Wer trotz Rente kaum über die Runden kommt, sollte die Grundsicherung im Alter prüfen. Sie übernimmt das Existenzminimum inklusive angemessener Wohn- und Heizkosten, wenn Einkommen und Vermögen unter den Freibeträgen liegen.

Daneben gibt es Vergünstigungen wie:

  • Befreiung oder Ermäßigung beim Rundfunkbeitrag.
  • Zuzahlungsbefreiungen bei Medikamenten und medizinischen Leistungen, wenn die Belastungsgrenze erreicht ist.
  • Landes- oder kommunale Rabatte (Sozialtickets im ÖPNV, Ermäßigungen für Kultur und Schwimmbäder).

Zusammenfassung: So sichern sich Rentner alle Vergünstigungen 2026

  • Steuercheck machen: Prüfen, ob Grundfreibetrag, Aktivrente und Altersentlastungsbetrag vollständig ausgeschöpft sind; ggf. Steuererklärung abgeben.
  • Wohngeldrechner nutzen und bei hoher Miete einen Antrag stellen.
  • Betriebsrente prüfen: Kontrolle, ob der neue Krankenversicherungs-Freibetrag korrekt angewendet wurde.
  • Bei sehr niedriger Rente Beratung zu Grundsicherung, Rundfunkbeitragsbefreiung und Zuzahlungsbefreiung in Anspruch nehmen.

Wer diese Vergünstigungen aktiv nutzt, kann seine verfügbare Rente 2026 um mehrere hundert Euro im Monat verbessern – ohne dafür noch mehr Steuern oder Beiträge zu zahlen.

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