Weihnachtsgeld für Rentner: Pensionäre teils mit Extra, Schweiz zahlt 13. Rente

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Im Dezember überweist die Deutsche Rentenversicherung dieselbe Summe wie im November. Weihnachtsgeld für Rentner sieht das Gesetz nicht vor, und der Petitionsausschuss des Bundestags hat eine Petition für eine 13. Monatsrente nicht befürwortet. Die Schweiz zahlt eine solche Rente im Dezember erstmals. Für Haushalte mit kleiner Rente ist dieser Unterschied am Jahresende spürbar.

Weihnachtsgeld für Rentner fehlt im deutschen Rentenrecht

Die gesetzliche Rente wird zwölfmal im Jahr ausgezahlt, und jede Zahlung ist gleich hoch. Eine Sonderzahlung zum Jahresende gibt es nicht. Das gilt für Altersrenten ebenso wie für Erwerbsminderungs- und Witwenrenten.

Das hat mit dem Beitragssystem zu tun. Wer im Berufsleben Weihnachtsgeld bekam, zahlte darauf Rentenbeiträge. Das Geld floss ins versicherte Jahresentgelt und erhöhte die Entgeltpunkte. Anteilig steckt es damit in jeder Monatsrente. Der Petitionsausschuss hat diese Begründung bei früheren Eingaben wiederholt angeführt.

Mehr Geld kam 2026 nur über die reguläre Anpassung. Zum 1. Juli stiegen die Renten um 4,24 Prozent. Aus einer Bruttorente von 1.150 Euro wurden so 1.198,76 Euro. Auch die Grundsicherung im Alter kennt keine Weihnachtsbeihilfe. Ob eine Betriebsrente eine Sonderzahlung enthält, steht in der Versorgungsordnung des jeweiligen Arbeitgebers.

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Sonderzahlung für Pensionäre: Jedes Land entscheidet selbst

Bei Beamtinnen und Beamten im Ruhestand gibt es eine Sonderzahlung, allerdings nur bei einem Teil der Dienstherren. Der Bund hat sie 2009 und 2012 in die laufenden Bezüge eingearbeitet. Für Versorgungsempfänger des Bundes gibt es deshalb keine eigene Dezemberzahlung mehr. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen haben die Sonderzahlung ebenfalls ins Grundgehalt integriert.

Bayern zahlt seinen Pensionärinnen und Pensionären die jährliche Sonderzahlung mit den Dezemberbezügen. Sie besteht aus einem Grundbetrag und einem Sonderbetrag für Kinder, so das Landesamt für Finanzen. Laut den Besoldungstabellen des dbb, gültig ab Oktober 2026, liegt der Satz bei 60 Prozent bis Besoldungsgruppe A 11 und bei 56 Prozent ab A 12. Ein Ruhestandsbeamter aus A 9 mit gleichbleibend 3.200 Euro Ruhegehalt im Monat erhält damit rechnerisch 1.920 Euro brutto.

Berlin zahlt Festbeträge. Nach der Berliner Besoldungstabelle 2026 erhalten Versorgungsempfänger aus A 5 bis A 9 775 Euro, alle übrigen 450 Euro. Hessen verteilt die Sonderzahlung auf das ganze Jahr. Pensionäre bekommen monatlich einen Zuschlag von 2,66 Prozent. Bei 3.200 Euro Ruhegehalt sind das 85,12 Euro im Monat oder 1.021,44 Euro im Jahr.

DienstherrRegelung für VersorgungsempfängerAuszahlung
Bundin laufende Bezüge eingearbeitetkeine Extrazahlung
Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalenins Grundgehalt integriertkeine Extrazahlung
Bayern60 % (bis A 11), 56 % (ab A 12)mit Dezemberbezügen
Berlin775 Euro (A 5–A 9), 450 Euro (übrige)für Dezember
Hessen2,66 % Zuschlagmonatlich

Stand: November 2026. Die übrigen Länder sind in der Tabelle nicht aufgeführt.

13. und 14. Rente: Österreich und die Schweiz zahlen mehr als zwölfmal

In Österreich gehören 14 Pensionszahlungen seit Langem zum System. Die beiden Sonderzahlungen kommen mit der April- und mit der Oktoberpension. Laut oesterreich.gv.at wurden die Pensionen zum Jahresbeginn 2026 mit dem Faktor 1,027 angepasst. Bis 2.500 Euro brutto gab es die vollen 2,7 Prozent, darüber einen festen Betrag von 67,50 Euro im Monat. Die Sonderzahlungen werden mit der erhöhten Pension berechnet.

Die Schweiz zahlt die 13. AHV-Rente im Dezember 2026 zum ersten Mal. Die Stimmberechtigten hatten sie im März 2024 angenommen. Der Zuschlag beträgt ein Zwölftel der im Jahr bezogenen Altersrente. Einen Antrag braucht es nicht. Die Ausgleichskassen in Zürich und Graubünden haben laut Südostschweiz den 7. Dezember als Zahltag genannt, der Aargau den 3. Dezember. Wer im Juli 2026 mit 2.100 Franken in Rente ging, bekommt für sechs Monate 1.050 Franken extra. Invaliden- und Hinterlassenenrenten sind ausgenommen.

Polen, Benelux und Dänemark mit eigenen Modellen

Polen zahlt zwei Extras. Die 13. Rente kommt im April und entspricht der Mindestrente, 2026 sind das 1.978,49 Złoty brutto. Die 14. Rente folgt im Herbst. In voller Höhe gibt es sie nur bis zu einer Rente von 2.900 Złoty, darüber wird sie Złoty für Złoty gekürzt.

Die Niederlande und Belgien zahlen ihren Rentnern Urlaubsgeld im Mai. In den Niederlanden waren das 2026 für Alleinstehende 1.257,36 Euro brutto. In Belgien berät die Regierung derzeit, ob das Urlaubsgeld der Pensionierten eingefroren wird (Stand: 23. Oktober 2026). Luxemburg behält seine Jahresendzulage für Rentner bei. Bei 40 Versicherungsjahren lag sie zuletzt bei rund 1.004 Euro. Dänemark zahlt einmal im Jahr den sogenannten Ældrecheck an Rentner mit kleinem Einkommen. Laut borger.dk sind das 2026 bis zu 26.900 Kronen vor Steuern. Frankreich und Tschechien kennen keine allgemeine Zusatzzahlung für Rentner.

Fragen und Antworten zum Weihnachtsgeld für Rentner

Bekommen Rentner in Deutschland im Dezember mehr Geld?

Nein. Die Dezemberrente ist so hoch wie die Rente der Vormonate. Mehr Geld gibt es nur über die jährliche Anpassung zum 1. Juli, 2026 waren das 4,24 Prozent.

Erhalten Pensionäre des Bundes Weihnachtsgeld?

Eine eigene Zahlung gibt es nicht. Der Bund hat die Sonderzahlung 2009 und 2012 in die laufenden Bezüge eingerechnet, sie wird also über das Jahr verteilt mit der Pension ausgezahlt.

Wer bekommt die 13. AHV-Rente aus der Schweiz?

Anspruch hat, wer am 1. Dezember lebt und für Dezember eine AHV-Altersrente bezieht. Das betrifft auch frühere Grenzgänger mit Schweizer Altersrente. Einzelheiten klärt die zuständige Ausgleichskasse.

Ist die Sonderzahlung für Pensionäre steuerpflichtig?

Ja. Sie zählt wie das Ruhegehalt zu den Versorgungsbezügen und wird regulär versteuert. Die Steuerermäßigung über die Fünftelregelung gilt für solche wiederkehrenden Zahlungen nicht.

Einschätzung der Redaktion

Die Debatte über ein Weihnachtsgeld für Rentner wird mit der 13. AHV-Rente wieder lauter werden. Gegen eine pauschale 13. Rente spricht die Systematik: Die deutsche Rente bildet die Beiträge ab, und das frühere Weihnachtsgeld ist darin schon enthalten. Eine Zusatzzahlung ohne Beiträge müsste aus Steuern oder höheren Beiträgen kommen. Schwerer wiegt die Ungleichheit im eigenen Land. Pensionäre in Bayern oder Berlin bekommen im Dezember ein Extra, Rentner mit gleich langem Arbeitsleben nicht. Wer gezielt helfen will, sollte sich eher am dänischen Modell orientieren, das kleine Einkommen stützt, als allen dieselbe Summe zu zahlen.

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