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Bürgergeld Erhöhung – neue Grundsicherung: Wie der Regelsatz 2026, 2027, 2028 steigt

Die Bürgergeld-Erhöhung sorgt jedes Jahr für Diskussionen: Wie entwickeln sich die Regelsätze in den kommenden Jahren? Mit der geplanten Umstellung auf die Neue Grundsicherung und einer veränderten Berechnungsmethode stehen 2026, 2027 und 2028 wichtige Veränderungen bevor. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich die Regelsätze für Alleinstehende, Paare und Kinder voraussichtlich entwickeln und was das für Betroffene bedeutet.

Die Diskussion um das Bürgergeld und seine künftige Entwicklung ist aktueller denn je. Nach der deutlichen Erhöhung im Jahr 2024 und einer anschließenden Nullrunde 2025 beim Regelsatz stehen Leistungsbezieher  vor Unsicherheiten. Mit der geplanten Umstellung auf die „Neue Grundsicherung“ unter der schwarz-roten Regierung werden sich nicht nur Name und Sanktionsregeln ändern, sondern auch der Mechanismus zur Anpassung der Regelsätze – und das hat direkte Auswirkungen auf die Höhe der Leistungen in den kommenden Jahren 2026, 2027 und 2028. Hier auf Bürger & Geld finden Sie eine Prognose der Bürgergeld Erhöhung für diese Jahre und eine Hochrechnung, die wir in Form einer Tabelle darstellen.

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Rückblick: Starke Erhöhung, dann Stillstand

Das Bürgergeld wurde 2024 um 12 Prozent erhöht. Grund dafür war die hohe Inflation, die eine schnelle Anpassung der Regelsätze notwendig machte. Für Alleinstehende stieg der monatliche Betrag auf 563 Euro, für Paare auf 1.012 Euro und für Kinder je nach Altersstufe auf bis zu 471 Euro. Doch schon 2025 gab es keine Erhöhung, trotz weiterhin spürbarer Preissteigerungen.

2026: Bürgergeld – Nullrunde

Für das Jahr 2026 ist eine weiteren Nullrunde vorgesehen. Das bedeutet: Die Regelsätze bleiben auf dem Niveau von 2025. Die sich gegenwärtig abzeichnende moderate Inflation von rund zwei Prozent reicht nach der neuen Regelsatz-Berechnungsmethode nicht aus, um eine automatische Anhebung der Grundsicherung auszulösen. Wer aktuell Bürgergeld bezieht, erhält 2026 keine Erhöhung.

2027 und 2028: Moderate Regelsatz Steigerungen durch neue Berechnung

Ab 2027 greift ein neuer Anpassungsmechanismus, der sich wieder stärker an der Zeit vor der Corona-Pandemie orientiert. Die Regelsätze werden dann nicht mehr kurzfristig an die Inflation angepasst, sondern anhand eines Mischwerts aus Lohn- und Preisentwicklung – ähnlich wie früher zu  Hartz IV Zeiten.

Das bedeutet konkret:

  • Anpassungen erfolgen verzögert – Kaufkraftverluste werden erst mit bis zu 18 Monaten Verzögerung ausgeglichen.
  • Erhöhungen fallen geringer aus als zuletzt unter dem Bürgergeld-Modell.
  • Experten rechnen mit Steigerungen von etwa 2 % pro Jahr ab 2027, sofern die Inflation moderat bleibt.

Tabelle: Prognose der Grundsicherung Regelsätze 2027 –2028

JahrAlleinstehende (€)Paare je Person (€)Kinder 0–5 J. (€)Kinder 6–13 J. (€)Kinder 14–17 J. (€)
2025563,00506,00357,00390,00471,00
2026563,00506,00357,00390,00471,00
2027574,26516,12364,14397,80480,42
2028585,75526,44371,42405,76490,03

Die Werte für 2027 und 2028 sind Prognosen auf Basis einer jährlichen Steigerung von 2 % ab 2027.

Die folgende Tabelle zeigt die voraussichtliche Entwicklung der Bürgergeld-Regelsätze für Alleinstehende, Paare und Kinder (drei Altersstufen) auf Basis aktueller Prognosen:

  • 2025: Gesetzlich festgelegte Werte.
  • 2026: Keine Erhöhung („Nullrunde“), Werte bleiben wie 2025.
  • 2027 & 2028: Jährliche Steigerung um 2 % (Prognose).

Prognose: Entwicklung Regelsatz neue Grundsicherung 2026–2028

Nachfolgend noch einmal im Einzelnen die Prognose und die entspechende Begründung.

Regelsatz 2026

Für das Jahr 2026 gibt es eine sogenannten „Nullrunde“ , d.h. die Regelsätze bleiben unverändert auf dem Stand von 2025. Grund dafür ist die aktuell moderate Inflation um 2 % und der politisch beschlossene Wechsel zu einem strengeren Anpassungsmechanismus, der weniger flexibel auf Preissteigerungen reagiert als das bisherige Bürgergeld-System.

Regelsatz 2027 und 2028

Ab 2027 ist wieder mit moderaten Erhöhungen der Regelsätze zu rechnen. Die Anpassung erfolgt dann voraussichtlich wieder nach dem alten Mischindex aus Preis- und Lohnentwicklung, wie er vor der Corona-Pandemie galt. Realistisch ist eine jährliche Steigerung um etwa 2 %, sofern sich die Inflations- und Lohnentwicklung in diesem Rahmen bewegt. Das entspricht auch den Berechnungen und Prognosen verschiedener Institute.

Begründung der Prognose-Berechnung

Politische Vorgaben: Die Bundesregierung plant, den Anpassungsmechanismus zu reformieren und wieder stärker an den Hartz-IV-Mechanismus anzulehnen. Das bedeutet: geringere und verzögerte Anpassungen, weniger Spielraum für schnelle Erhöhungen wie zuletzt beim Bürgergeld.

Inflationsentwicklung: Die EZB strebt eine Inflationsrate von etwa 2 % an. Solange diese Zielmarke eingehalten wird, sind keine außerordentlichen Anpassungen zu erwarten.

Rechtliche Schutzklausel: Eine Absenkung der Regelsätze ist ausgeschlossen. Solange die Inflation niedrig bleibt, werden die Regelsätze aber auch nicht erhöht.

Expertenmeinung: Sozialverbände, Ministerium und Forschungsinstitute gehen übereinstimmend davon aus, dass erst ab 2027 wieder mit einer Erhöhung zu rechnen ist – dann jedoch in deutlich geringerem Umfang als zuletzt.

Was bedeutet das für Leistungsbezieher?

 Kurzfristig bleibt der Regelsatz stabil: Bis einschließlich 2026 ist keine Erhöhung zu erwarten.

Langfristig werden Erhöhungen seltener und geringer: Anpassungen erfolgen verzögert und fallen niedriger aus als zuletzt.

Neue Pflichten und strengere Sanktionen: Mit der „Neuen Grundsicherung“ werden strengere Mitwirkungspflichten und Sanktionen eingeführt, bis hin zum möglichen vollständigen Leistungsentzug bei wiederholter Arbeitsverweigerung .

Zusammenfassung zur Regelsatz Erhöhung 2026, 2027 und 2028

Die Zeit der schnellen und deutlichen Leistungs-Erhöhungen beim Bürgergeld bzw. der Neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende ist vorbei. Mit der Abschaffung des Bürgergeldes wird auch die Anpassung der Regelsätze ausgebremst. Wer Bürgergeld oder künftig die Neue Grundsicherung für Arbeitsuchende bezieht, muss sich auf eine Zeit  ohne Erhöhung und auf strengere Regeln einstellen.

Weiterführende Informationen

Bürgergeld vs Neue Grundsicherung – eine Gegenüberstellung

Bürgergeld Rechner – Bürgergeld Anspruch 2026 selbst berechnen

Redakteure

  • ik

    Sozialrechtsexperte und Redakteur

    Ingo Kosick ist ein renommierter Experte im Bereich des Sozialrechts in Deutschland. Er engagiert sich seit über 30 Jahren in diesem Feld und hat sich als führende Autorität etabliert. Als Vorsitzender des Vereins "Für soziales Leben e.V.", der 2005 in Lüdinghausen gegründet wurde, setzt er sich für die Unterstützung von Menschen ein, die von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen sind. Der Verein bietet über das Internet Informationen, Beratung und Unterstützung für sozial benachteiligte Menschen an.

    Ingo Kosick ist zudem Autor und Redakteur beim Nachrichtenmagazin Bürger & Geld, das der Verein "Für soziales Leben e.V." herausgibt. Ingo hat sich auf Themen wie Bürgergeld, Sozialleistungen, Rente und Kindergrundsicherung spezialisiert. Seine Artikel bieten fundierte Analysen und rechtlich aufgearbeitete Informationen, die Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen sollen.

    Durch seine langjährige Erfahrung und sein Engagement hat Ingo Kosick maßgeblich dazu beigetragen, dass sozial benachteiligte Menschen in Deutschland besser informiert und unterstützt werden können.

    Alle Beiträge ansehen Ingo Kosick
  • Peter Kosick
    Experte:

    Jurist und Redakteur

    Peter Kosick hat an der Universität Münster Rechtswissenschaften studiert und beide juristische Staatsexamen in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg abgelegt. Er arbeitet als freiberuflicher Jurist, ist Autor verschiedener Publikationen und hält Vorträge im Bereich Arbeits- und Sozialrecht. Seit mehr als 30 Jahren engagiert er sich im sozialen Bereich und ist seit der Gründung des Vereins "Für soziales Leben e.V." dort Mitglied. Peter Kosick arbeitet in der Online Redaktion des Nachrichtenmagazins Bürger & Geld, das der Verein herausgibt und ist der CvD. Seinen Artikeln sieht man an, dass sie sich auf ein fundiertes juristisches Fachwissen gründen.

    Peter hat ebenfalls ein Herz für die Natur, ist gern "draußen" und setzt sich für den Schutz der Umwelt ein.

    Seine Arbeit im Redaktionsteam von Bürger & Geld gibt ihm das Gefühl,  etwas Gutes für das Gemeinwohl zu tun.

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