Ab Januar kostet das Deutschlandticket 66,80 Euro, fast vier Euro mehr als heute. Für Menschen mit kleiner Rente wird damit jede Fahrt zur Rechenaufgabe. Umso relevanter ist eine Entscheidung aus dem Bahntower: Die ICE-Tickets ab 6,99 Euro bleiben länger buchbar, und laut Deutscher Bahn bleiben die Fernverkehrspreise im Fahrplan 2027 stabil.
Aktion verlängert: Last-Minute-Tickets bis 13. Dezember buchbar
Ursprünglich war der Super Sparpreis Last Minute als Testlauf bis Mitte September gedacht. Wegen der hohen Nachfrage hat die Deutsche Bahn das Angebot bis zum 13. Dezember 2026 verlängert, dem letzten Tag der laufenden Fahrplanperiode. Das Prinzip bleibt gleich: Gebucht wird ausschließlich samstags und sonntags, gefahren wird in der darauffolgenden Woche von Montag bis Sonntag.
Der Einstiegspreis liegt bei 6,99 Euro für eine einfache Fahrt in der 2. Klasse im ICE, IC oder EC innerhalb Deutschlands. Allerdings steht nur ein begrenztes Kontingent zu diesem Preis bereit. Sind die günstigsten Plätze vergeben, steigt der Preis in Stufen an. Wer erst am Sonntagabend sucht, findet auf beliebten Strecken häufig nur noch teurere Varianten.
Eine Einschränkung trifft gerade ältere Menschen: Die Aktionstickets gibt es nur online auf bahn.de, in der App DB Navigator und bei digitalen Vertriebspartnern. Am Schalter im Reisezentrum sind sie nicht erhältlich. In der Buchungsmaske erkennt man sie an einer kleinen Krone mit dem Zusatz „Aktion“.
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Kurzstrecken im ICE dauerhaft ab 6,99 Euro
Unabhängig von der befristeten Wochenend-Aktion bietet die Bahn ganzjährig einen Super Sparpreis für kurze Fernverkehrsstrecken bis etwa 150 Kilometer an. Auch hier beginnt der Preis bei 6,99 Euro. Typische Verbindungen sind etwa Hamburg–Bremen, Dresden–Leipzig oder Stuttgart–Ulm. Für Fahrten zu Arztterminen in der nächsten Großstadt, zu Kindern und Enkeln oder zu einem Tagesausflug kann das günstiger sein als jede Tankfüllung.
Senioren-BahnCard drückt den Preis auf 5,24 Euro
Deutlich interessanter wird die Rechnung für Reisende ab 65 Jahren. Die Senioren-BahnCard 25 kostet in der 2. Klasse 40,90 Euro im Jahr und gewährt 25 Prozent Rabatt auf Super Sparpreise, Sparpreise und Flexpreise im Fernverkehr. Aus einem 6,99-Euro-Ticket werden so 5,24 Euro. Maßgeblich ist allein das Alter am ersten Geltungstag, nicht der Rentenstatus.
Ab wann sich die Karte trägt, zeigt ein Rechenbeispiel: Eine 69-jährige Rentnerin besucht sechsmal im Jahr ihre Schwester und zahlt pro Fahrt einen Sparpreis von 29,99 Euro. Mit der Senioren-BahnCard 25 spart sie je Ticket rund 7,50 Euro, aufs Jahr gerechnet also etwa 45 Euro. Die Karte hat sich damit bereits nach der sechsten Fahrt bezahlt gemacht. Grundsätzlich lohnt sie sich, sobald im Jahr Fernverkehrstickets für mehr als 163,60 Euro gekauft werden.
Die Senioren-BahnCard 50 halbiert zwar den Flexpreis, gibt auf Spar- und Super Sparpreise aber ebenfalls nur 25 Prozent Rabatt. Der günstige Aktionspreis aus dem Frühjahr und Sommer ist inzwischen ausgelaufen. Für Menschen, die fast ausschließlich Sparangebote buchen, bringt die teurere Karte daher keinen zusätzlichen Vorteil.
Auch jüngere Menschen können vergünstigt einsteigen: Wer eine volle Erwerbsminderungsrente bezieht oder einen Schwerbehindertenausweis mit einem Grad der Behinderung von mindestens 70 besitzt, hat Anspruch auf die ermäßigte BahnCard zum gleichen Preis wie die Seniorenkarte.
Fahrplan 2027: Fernverkehr stabil, Deutschlandticket teurer
Seit dem 14. Oktober sind Tickets für den neuen Fahrplan buchbar, der am 13. Dezember 2026 in Kraft tritt. Damit lassen sich bereits Fahrten über Weihnachten, Silvester und bis in den Herbst 2027 sichern. Die Bahn verzichtet zum Fahrplanwechsel auf eine allgemeine Preiserhöhung im Fernverkehr: Super Sparpreise beginnen weiterhin bei 6,99 Euro, Flexpreis und BahnCard-Preise bleiben unverändert.
Anders sieht es im Nahverkehr aus. Das Deutschlandticket steigt zum 1. Januar 2027 von 63 auf 66,80 Euro im Monat. Erstmals wurde der Preis über einen Kostenindex ermittelt, der Personal-, Energie- und Betriebskosten berücksichtigt. Für Rentnerinnen und Rentner, die nur gelegentlich weitere Strecken fahren, kann eine Kombination aus Senioren-BahnCard und gezielt gebuchten Sparpreisen daher günstiger sein als ein dauerhaftes Abo.
Preisübersicht, Stand Oktober 2026
| Angebot | Preis 2. Klasse | Bedingungen |
|---|---|---|
| Super Sparpreis Last Minute | ab 6,99 Euro | Buchung nur Sa/So für die Folgewoche, bis 13. Dezember 2026, nur online |
| Super Sparpreis Kurzstrecke | ab 6,99 Euro | ganzjährig, Strecken bis ca. 150 km |
| Super Sparpreis mit Senioren-BahnCard 25 | ab 5,24 Euro | 25 Prozent Rabatt auf den Ticketpreis |
| Senioren-BahnCard 25 | 40,90 Euro pro Jahr | ab 65 Jahren |
| Ermäßigte BahnCard 25 | 40,90 Euro pro Jahr | volle Erwerbsminderungsrente oder GdB ab 70 |
| Deutschlandticket | 63 Euro, ab Januar 2027: 66,80 Euro | Nah- und Regionalverkehr, Monatsabo |
Zugbindung als Stolperfalle
Der niedrige Preis hat eine Kehrseite. Super-Sparpreis-Tickets gelten nur für den gebuchten Zug, Umtausch und Erstattung sind ausgeschlossen. Wer den Zug verpasst, weil der Bus zum Bahnhof ausfällt oder der Arzttermin länger dauert, steht ohne gültige Fahrkarte da. Der etwas teurere Sparpreis lässt sich dagegen gegen Gebühr stornieren.
Bei Verspätungen der Bahn selbst greift eine Schutzregel: Ist absehbar, dass der Zielbahnhof mit mindestens 20 Minuten Verspätung erreicht wird, entfällt die Zugbindung. Angesichts einer Pünktlichkeitsquote von zuletzt 52,4 Prozent im Fernverkehr im September ist das keine Randnotiz. Für die An- und Abreise im Nahverkehr gilt bei vielen Tickets ohnehin keine feste Zugbindung. Das kostenpflichtige City-Ticket wird von der BahnCard allerdings nicht rabattiert.
Häufige Fragen zum Bahnfahren mit kleiner Rente
Wie lange gibt es die 6,99-Euro-Tickets noch?
Die Last-Minute-Aktion ist bis zum 13. Dezember 2026 buchbar, jeweils am Wochenende für die Folgewoche. Ob die Bahn das Angebot im Fahrplan 2027 fortführt, ist bislang nicht bekannt. Der reguläre Super Sparpreis für Kurzstrecken ab 6,99 Euro bleibt dagegen auch nach dem Fahrplanwechsel bestehen.
Lässt sich das Ticket am Schalter kaufen?
Die Last-Minute-Variante nicht. Sie ist ausschließlich auf bahn.de, im DB Navigator und bei Online-Partnern erhältlich. Reguläre Super Sparpreise sind dagegen auch in Reisezentren und Agenturen erhältlich, soweit Kontingent vorhanden ist.
Gilt die Senioren-BahnCard auch für Begleitpersonen?
Nein. Die Karte ist personengebunden und gilt nur für die Inhaberin oder den Inhaber. Reist ein Ehepaar gemeinsam, braucht jede Person eine eigene BahnCard, um den Rabatt zu erhalten.
Macht die BahnCard das Deutschlandticket günstiger?
Nein. Der Preis des Deutschlandtickets ist bundesweit einheitlich festgelegt und lässt sich mit einer BahnCard nicht reduzieren. In einzelnen Verkehrsverbünden gibt es allerdings Rabatte für BahnCard-Inhaber auf andere Nahverkehrstarife.
Einschätzung der Redaktion
Die Verlängerung der 6,99-Euro-Aktion ist eine gute Nachricht, aber sie hat einen blinden Fleck. Gerade die Menschen, die am stärksten auf jeden Euro achten müssen, erreichen das Angebot oft nicht: Wer kein Smartphone nutzt oder sich mit Online-Buchungen schwertut, bleibt vom Last-Minute-Tarif ausgeschlossen. Hinzu kommt die strenge Zugbindung bei einer Bahn, die nur jeden zweiten Fernzug pünktlich ans Ziel bringt. Für Bezieherinnen und Bezieher von Grundsicherung im Alter ist zudem schon das Deutschlandticket mit künftig 66,80 Euro eine spürbare Belastung. Wenn die Bahn Mobilität im Alter ernsthaft fördern will, gehören günstige Aktionspreise auch an den Schalter, und ein bundesweites Sozialticket für Menschen mit kleinen Renten sollte endlich auf die politische Tagesordnung.