Strom ist für alle Haushalte teuer geworden – für Menschen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Bürgergeld) besonders, weil sie die Kosten vollständig aus dem Regelsatz zahlen müssen. Das Jobcenter übernimmt Haushaltsstrom grundsätzlich nicht zusätzlich. Wer weiß, welche Geräte im Alltag am meisten verbrauchen, kann mit einfachen Änderungen spürbar Geld sparen, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen.
Im folgenden Artikel erklären wir, wo die größten Stromfresser im Haushalt sitzen und welche konkreten Sparhebel es gibt – speziell mit Blick auf knappe Budgets in der Grundsicherung.
Die größten Stromfresser im Haushalt
Einige Geräte verbrauchen deutlich mehr Strom als andere – oft, weil sie lange oder rund um die Uhr laufen. Aktuelle Praxiswerte und Verbraucherinfos zeigen:
- Alte Heizungspumpen und elektrische Warmwasserbereiter (Boiler, Durchlauferhitzer) gehören zu den stärksten Stromverbrauchern. Alte ungeregelte Heizungspumpen können 500 bis 800 kWh pro Jahr benötigen, moderne Hocheffizienzpumpen oft nur 60 bis 150 kWh.
- Elektrische Warmwasserbereitung schlägt ebenfalls kräftig zu Buche, insbesondere bei hohen Temperaturen und häufiger Nutzung – hier kommen schnell Stromkosten im dreistelligen Euro-Bereich pro Jahr zusammen.
Auch klassische Haushaltsgeräte haben es in sich:
- Wäschetrockner, Elektroherd/Backofen, Kühl- und Gefriergeräte erreichen je nach Alter und Nutzung mehrere hundert kWh pro Jahr. Ein Wäschetrockner kann laut aktuellen Übersichten rund 400 kWh pro Jahr verbrauchen, eine Kühl-Gefrierkombination etwa 300 bis 330 kWh.
- Weil Kühlgeräte rund um die Uhr laufen und der Trockner viel Wärme erzeugen muss, summieren sich die Kosten über das Jahr erheblich.
Moderne Unterhaltungstechnik wirkt oft sparsamer, hat aber in Summe Gewicht:
- Fernseher, Receiver, Router, Computer und Spielkonsolen sind einzeln effizienter geworden, machen zusammen aber einen großen Anteil am Haushaltsstrom aus, vor allem durch Dauerbetrieb und Standby.
Hinzu kommen:
- Wasch- und Spülmaschinen, die bei hohen Temperaturen und häufiger Nutzung ebenfalls merkliche Strommengen benötigen – insbesondere, wenn sie nur halb gefüllt laufen oder alte Modelle ohne Eco-Programme im Einsatz sind.
Spar-Hebel bei Heizung und Warmwasser
Beim Thema Heizung und Warmwasser lohnt sich genaues Hinsehen – hier lassen sich oft zweistellige Prozentsätze beim Stromverbrauch einsparen.
- Heizungspumpen austauschen: Der Wechsel von einer alten Umwälzpumpe zu einem Hocheffizienzmodell kann den Stromverbrauch von etwa 600–800 kWh auf 60–150 kWh pro Jahr senken. Das bedeutet Einsparungen von mehreren hundert Kilowattstunden und oft über 100 Euro pro Jahr.
- Zeitprogramme nutzen: Eine Heizungspumpe muss nicht rund um die Uhr laufen. Zeitsteuerungen und Nachtabsenkung sorgen dafür, dass sie nur dann arbeitet, wenn Wärme wirklich gebraucht wird.
Bei der elektrischen Warmwasserbereitung gilt:
- Temperatur sinnvoll einstellen: Eine zu hohe Temperatur verbraucht unnötig Strom. Fachportale empfehlen, die Warmwassertemperatur so zu wählen, dass Hygiene und Komfort gesichert sind, aber keine Übertemperaturen erzeugt werden.
- Regelmäßig entkalken und abschalten: Entkalkte Geräte arbeiten effizienter. Bei längerer Abwesenheit – etwa im Urlaub – sollte der Boiler oder Durchlauferhitzer nach Möglichkeit abgeschaltet werden.
Zusätzlich helfen kurze Duschzeiten und der bewusste Umgang mit warmem Wasser, den Stromverbrauch zu senken – gerade bei hohen kWh-Preisen.
Küche: Herd, Backofen, Kühlschrank und Gefriertruhe
In der Küche lässt sich mit einfachen Verhaltensänderungen viel erreichen:
- Energiesparend kochen: Töpfe mit Deckel nutzen, Wasser im Wasserkocher statt auf der Herdplatte erhitzen, Restwärme beim Elektroherd ausnutzen und möglichst Umluft statt Ober-/Unterhitze verwenden – all das reduziert den Strombedarf deutlich.
- Moderne Kochfelder: Ältere Kochfelder (Guss, ältere Ceranfelder) verbrauchen mehr Strom als moderne Induktionskochfelder. Bei einem ohnehin anstehenden Austausch lohnt der Blick auf effiziente Modelle.
Bei Kühl- und Gefriergeräten gilt:
- Richtige Temperatur: Für den Kühlschrank empfehlen Fachstellen etwa 5–7 Grad, für das Gefrierfach –18 Grad. Jede unnötige Zusatzkühlung verteuert den Stromverbrauch.
- Gute Aufstellung: Kühlgeräte sollten frei belüftet stehen, nicht direkt neben Herd oder Heizung. Stehen sie zu warm oder eingeengt, steigt der Strombedarf spürbar.
- Alte Geräte prüfen: Kühlschränke und Gefriertruhen, die älter als zehn Jahre sind, gelten oft als „Stromfresser“. Ein Austausch gegen ein Gerät mit guter Effizienzklasse kann den Verbrauch um 25–50 Prozent senken.
Waschen, Spülen, Trocknen: Eco statt Turbo
Gerade Waschmaschine, Geschirrspüler und Trockner verbrauchen viel Strom, weil sie Wasser erhitzen oder Luft trocknen müssen.
- Niedrige Temperaturen nutzen: 30–40-Grad-Programme und Eco-Modi reichen für normal verschmutzte Wäsche und Geschirr meist aus. Der größte Stromanteil fließt in das Erhitzen des Wassers – niedrigere Temperaturen sparen daher besonders viel.
- Voll beladen waschen und Spülen: Maschinen sollten möglichst voll, aber nicht überladen laufen. Vorwaschprogramme sind meist unnötig und verbrauchen nur zusätzlich Energie und Wasser.
Beim Trocknen gibt es großes Einsparpotenzial:
- Wäsche an der Luft trocknen: Der Wäschetrockner gehört zu den teuersten Geräten im Haushalt. Ein typischer Trockner verbraucht bis zu 400 kWh pro Jahr – allein dafür fallen schnell über 100 Euro an Stromkosten an. Wer auf Wäscheständer oder Leine umsteigt, kann diesen Posten nahezu auf null drücken.
- Effiziente Trockner nutzen: Wenn ein Trockner unverzichtbar ist, lohnt sich der Umstieg auf einen Wärmepumpentrockner. Diese Geräte benötigen deutlich weniger Strom pro Durchgang als ältere Kondenstrockner.
Unterhaltungselektronik, Standby – und was für Haushalte mit Grundsicherung für Arbeitsuchende (Bürgergeld) besonders wichtig ist
Unterhaltungstechnik läuft häufig still im Hintergrund – und verbraucht dabei dauerhaft Strom:
- Standby vermeiden: Fernseher, Receiver, Router, PC, Drucker und Konsolen ziehen auch im Standby-Spannung aus der Steckdose. Schaltbare Steckerleisten oder Netzschalter helfen, diese „versteckten“ Verbräuche abzustellen.
- Router nicht dauerhaft laufen lassen: Ein WLAN-Router muss nicht rund um die Uhr eingeschaltet sein. Wer ihn nachts oder während längerer Abwesenheiten ausschaltet, spart ohne Komfortverlust – insbesondere, wenn keine Telefonie darüber läuft.
Für Rentnerinnen, Rentner und Haushalte mit Grundsicherung für Arbeitsuchende (Bürgergeld) sind insbesondere einfache, kostenfreie Maßnahmen sinnvoll:
- Temperaturen bei Kühlgeräten anpassen, Eco-Programme bei Wasch- und Spülmaschine nutzen, Wäsche möglichst an der Luft trocknen und Standby-Verluste vermeiden.
- Strommessgeräte nutzen: Verbraucherzentralen und Energieberatungsstellen verleihen oft kostenlos Messgeräte, mit denen sich der Verbrauch einzelner Geräte ermitteln lässt. So lassen sich heimliche Stromfresser aufspüren und bei Gelegenheit gezielt durch effizientere Geräte ersetzen.
Gerade in der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Bürgergeld) ist wichtig: Die Kosten für Haushaltsstrom sind im Regelsatz eingerechnet und müssen davon bezahlt werden. Das Jobcenter übernimmt Stromkosten nicht zusätzlich – nur Heizkosten werden in der Regel gesondert berücksichtigt.

