Rente: Immer mehr Rentner müssen arbeiten – nicht nur auf 520 Euro Basis

Rentner möchten ihren Ruhestand genießen. Doch immer weniger können das und müssen arbeiten.

Rente: Immer mehr Rentner müssen arbeiten - nicht nur auf 520 Euro Basis
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Die Zahl der Rentner, die älter als 67 Jahre sind, und dennoch weiter arbeiten, steigt und steigt. Machen sie das aus Langeweile oder weil sie keine andere Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt sicherzustellen. Letztere Meinung vertritt die Partei die Linke im Bundestag. Sie fordert eine außerplanmäßige Rentenerhöhung.

Immer mehr Rentner sind erwerbstätig

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Immer mehr Rentner sind darauf angewiesen, neben der Rente arbeiten zu gehen. Viele sind voll erwerbstätig, nicht nur in einem Minijob.

Erneut hat nach statistischen Erhebungen die Anzahl der Rentner, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, zugenommen. Gegenwärtig sind deutschlandweit 1.123.000 berufstätige Menschen jenseits der 67. Diese Zahlen stammen direkt vom Bundesarbeitsministerium. Die Linksfraktion im Bundestag hatte einer parlamentarischen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag gestellt.

Das Bundesministerium für Arbeit hat die Zahl aufgeschlüsselt. Eine viertel Million Rentner arbeitet sozialversicherungspflichtig, weit über 850.000 Rentner gehen einem Minijob, einem 520-Euro-Job nach.

Vergleicht man die Zahlen mit dem Vorjahr, so ist ein Anstieg von 15.000 arbeitenden Rentnern festzustellen. Es gibt sogar hunderttausende Rentner, die bereits über 70 Jahre alt sind und weiter erwerbstätig.


Grund für arbeitende Rentner liegt im Rentensystem

Anfang des Jahres 2023 waren fast 700.000 Rentner auf staatliche Sozialleistungen angewiesen, weil die Rente nicht zum Lebensunterhalt ausreicht. Sie erhielten Grundsicherung im Alter. Diese ist dem Bürgergeld vergleichbar, das nur erwerbsfähige Menschenerhalten können, die noch nicht das reguläre Rentenalter erreicht haben. Auf Grundsicherung angewiesen waren so viele Rentner wie noch nie zuvor.

Rente wurde Anfang Juli erhöht

Die Rente wurde Anfang Juli erhöht und an die Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst. Die Durchschnittsrente liegt bei etwa 1500 Euro, wenn man 45 Versicherungsjahre zugrunde legt. Das ist zu wenig, erklärt die Partei „Die Linke“. Immer mehr Rentner würden zum Arbeiten gezwungen. Das läge an der Inflation und an den zu niedrigen Renten. Nach Erreichen des Rentenalters weiter zu arbeiten, sei keine freiwillige Entscheidung, sondern notwendig, um über die Runden zu kommen, ist aus den Reihen der Linkspartei zu hören. Das Rentensystem sei defekt. Die Linksfraktion im Bundestag hatte deshalb auch schon eine außerordentliche Rentenerhöhung von zehn Prozent oder mindestens 200 Euro pro Monat gefordert. Das sei auch der hohen Inflation geschuldet.