Boomer-Soli Spezial: Wie sich Ihre private und betriebliche Rente ändert

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Was ist der Boomer-Soli und wer muss zahlen?

Der Boomer-Soli ist eine ab 2026 geplante Sonderabgabe, die höhere Renteneinkommen – nach aktuellen Plänen also vor allem gut situierte Rentner der Babyboomer-Generation – stärker belasten soll. Ziel ist es, das gesetzliche Rentensystem zu stabilisieren und Generationengerechtigkeit zu fördern, indem einkommensstarke Gruppen solidarisch zur Finanzierung der Renten beitragen.

Bemessungsgrundlage der Sonderabgabe soll nicht nur die gesetzliche Rente, sondern auch damit verbundene Einkünfte aus privater und betrieblicher Vorsorge sein. Wer also größere Auszahlungen aus Riester-, Rürup- oder Direktversicherungen bezieht, könnte betroffen sein.

Wer tiefer in die Hintergründe und Analysen zum Thema einsteigen möchte, findet bei der Frankfurter Rundschau einen aktuellen Beitrag zu den Auswirkungen des Boomer-Soli auf verschiedene Rentenarten und die soziale Debatte.

Auswirkungen auf die private Altersvorsorge: Riester- und Rürup-Renten

Viele Deutsche investieren seit Jahren in die geförderte Privatvorsorge – etwa Riester- oder Rürup-Renten. Bislang galten diese als steuerlich attraktiv und relativ sicher vor politischen Eingriffen. Mit dem Boomer-Soli rückt jedoch die steuerliche Belastung stärker in den Fokus:

  • Riester-Rente: Künftige Auszahlungen könnten als Teil des Gesamteinkommens in die Bemessungsgrundlage für den Boomer-Soli einfließen. Das Risiko: Die laufenden Auszahlungen werden mit der Sonderabgabe belastet, weswegen Anbieter und Finanzdienstleister bereits zu alternativen Auszahlungsmodellen beraten. Für wen lohnt sich eine frühzeitige Kapitalentnahme und welche Freibeträge gelten weiterhin?
  • Rürup-Rente: Auch Rürup-Auszahlungen sind betroffen, da sie als Leibrenten besteuert werden. Besonders Selbstständige und Freiberufler sollten prüfen, ob ihre Verträge zu einer unerwartet hohen Belastung führen. Experten raten zu einer frühzeitigen Bestandsaufnahme und ggf. Umstellung der Auszahlungsstruktur.

Betriebliche Altersvorsorge im Schatten des Boomer-Soli

Betriebsrenten – von Direktversicherungen über Pensionskassen bis hin zu Unterstützungskassen – sind ein zentraler Pfeiler der Altersvorsorge vieler Arbeitnehmer. Der Boomer-Soli könnte je nach Modell erhebliche Auswirkungen haben:

  • Direktversicherung und Pensionskassen: Hier droht eine Doppelbelastung aus Sozialabgaben und Boomer-Soli auf die Auszahlungen. Besonders betroffen: Arbeitnehmer, deren Betriebsrenten die Bemessungsgrenze überschreiten.
  • Unterstützungskassen und Zusatzbeiträge: Auch hier gilt: Je höher die Rente, desto stärker könnte die Abgabe ins Gewicht fallen. Neue und alte Zusagen sollten jetzt kritisch geprüft werden – vor allem wenn eine Kapitalauszahlung oder Rentenzahlung ab 2026 geplant ist.

Praxisbeispiele und Freibetragsrechner

Einzelne Praxisfälle zeigen, wie der Boomer-Soli die Vorsorgeplanung verändert:

  • Rentner mit Riester und Betriebsrente müssen prüfen, ob die kumulierten Einkünfte die Freigrenzen übersteigen.
  • Für Selbstständige mit Rürup-Verträgen empfiehlt sich eine frühzeitige Beratung zur Vermögensstruktur.
  • Angestellte mit hohen Betriebsrenten sollten auf flexible Auszahlungsoptionen achten.

Unser tagesaktueller Freibetragsrechner auf buerger-geld.org hilft, die persönliche Betroffenheit transparent zu machen und rechtzeitig gegenzusteuern.

Tipps für eine krisenfeste Altersvorsorge

  • Vertrag jetzt prüfen und auf alternative Auszahlungsmodelle umstellen.
  • Steuerberatung gezielt nach Risiken und Gestaltungsmöglichkeiten fragen.
  • Neue Vertragsabschlüsse an den möglichen Boomer-Soli anpassen.
  • Kapitalauszahlung und Rentenbeginn frühzeitig planen – evt. noch 2025 umsetzen.

Fazit

Die Einführung des Boomer-Soli macht die Altersvorsorgeplanung komplexer. Für privat und betrieblich Vorsorgende ist es jetzt entscheidend, Verträge zu prüfen, steuerliche Auswirkungen zu kalkulieren und ggf. die Auszahlungsstruktur zu optimieren. Bürger & Geld empfiehlt allen Betroffenen, sich frühzeitig zu informieren und professionelle Beratung wahrzunehmen, damit die eigene Vorsorge auch unter neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen sicher bleibt.

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