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Mehr Geld vom Rententräger: Diese 5 Formulare lohnen sich

Mit den richtigen Formularen lässt sich die Rente spürbar erhöhen. Viele Anträge bleiben ungenutzt – und kosten bares Geld. Hier erfahren Leser, welche fünf Formulare entscheidend sind, um mehr Rente zu bekommen – einfach erklärt und aktuell geprüft.

Der Rentenantrag ist oft komplizierter, als viele denken – doch wer die richtigen Formulare kennt, kann seine Ansprüche deutlich steigern. Fehlende Nachweise, ungenutzte Zeiten oder versäumte Anträge führen häufig dazu, dass Geld auf dem Konto fehlt. Dieser Überblick zeigt, welche fünf Formulare besonders wichtig sind, um mehr aus der gesetzlichen Rente herauszuholen und welche Fristen dabei beachtet werden müssen.
Alle wichtigen Informationen dazu gibt es hier auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e. V.

Mehr aus der gesetzlichen Rente holen

Viele Menschen verschenken bares Geld, weil sie wenig bekannte Anrechnungszeiten, Ausbildungsphasen oder Auslandsjahre nicht für die Rente geltend machen. Mit den richtigen Anträgen lassen sich Rentenpunkte sichern, Lücken im Verlauf schließen und Abschläge minimieren – ohne zusätzliche Beiträge. Die fünf wichtigsten Anträge sind V0800, V0410, V0100, E2070 und V0210, die sich für verschiedene Lebenssituationen eignen und meist online eingereicht werden können.

Die fünf wichtigsten Rentenanträge im Detail

1. Antrag V0800: Kindererziehungszeiten anrechnen

Über den Antrag V0800 können Eltern Kindererziehungszeiten melden, die erheblich die Rentenhöhe steigern: Bis zu drei Jahre pro Kind werden als Beitragszeit anerkannt – das sind jährlich etwa ein Rentenpunkt, aktuell rund 38 Euro mehr Monatsrente. Der Antrag ist besonders für Eltern mit vor 1992 geborenen Kindern interessant, und sowohl Mütter als auch Väter können gemeinsam die Anrechnung bestimmen.

Vorteile

  • Bis zu drei Jahre pro Kind voll anrechenbare Beitragszeit
  • Anrechnung auch für berufstätige Eltern mit doppeltem Bonus
  • Einfache Online-Abwicklung, Zwischenspeicherung und Hilfefunktionen verfügbar

2. Antrag V0410: Lücken im Versicherungsverlauf schließen

Mit dem V0410-Antrag lassen sich Krankheitszeiten, längere Arbeitslosigkeit, Ausbildung oder Mutterschutz nachträglich als Anrechnungszeiten für die Rente eintragen. So werden Phasen ab dem 17. Lebensjahr mit mindestens sechs Monaten Dauer anerkannt und schaffen Anspruchszeiten ohne Beitragszahlung. Nachweise wie Immatrikulationsbescheinigungen oder Reha-Berichte sind nötig.

Vorteile

  • Bessere Rentenhöhe durch Lücken-Schließung
  • Steuerliche Vorteile möglich, da Anrechnungszeiten den steuerpflichtigen Rentenanteil senken
  • Für Krankheit, Mutterschutz, Arbeitslosigkeit oder Ausbildung

3. Antrag V0100: Kontenklärung für die vollständige Renten-Berechnung

Wer nie genau überprüft hat, ob alle Phasen des Berufs- und Lebenswegs korrekt gespeichert sind, sollte mit dem V0100 eine Kontenklärung beantragen. Dazu zählen Ersatzzeiten im Ausland, Schul- oder Ausbildungsjahre und Kindererziehung, die sonst verloren gehen. Die Kontenklärung ist die Basis für jeden weiteren Antrag – und kann einfach online gestellt werden.

Vorteile

  • Versicherungskonto lückenlos und rechtssicher stellen
  • Voraussetzung für die maximale Rentenauszahlung
  • Lösung für Auslandzeiten, Ausbildungslücken, Kinderbetreuung

4. Antrag E2070: Zeiten im Ausland für die deutsche Rente geltend machen

Wer im EU-Ausland gearbeitet hat, kann mit E2070 die dortigen Zeiten für die deutsche Rente vollständig anrechnen lassen. Wichtig sind Arbeitsverträge oder Gehaltsabrechnungen als Nachweis; der Antrag sorgt dafür, dass keine Monate aus dem Ausland verloren gehen.

Vorteile

  • Volle Integration von Beschäftigungszeiten im EU-Ausland
  • Voraussetzung für Rentenansprüche auch bei internationaler Biografie
  • Dauer der Bearbeitung: sechs bis zwölf Wochen, unkomplizierte Einreichung

5. Antrag V0210: Abschläge bei früherem Rentenbeginn ausgleichen

Dank V0210 können Versicherte freiwillig sogenannte Ausgleichzahlungen leisten, um dauerhafte Abschläge bei vorgezogenem Renteneintritt zu mindern. Jeder Monat vor dem regulären Rentenalter bedeutet 0,3% weniger Rente. Die Ausgleichszahlung ist steuerlich absetzbar, bis zu 24.305 Euro pro Jahr. Nach der Besonderen Rentenauskunft sind die Konditionen drei Monate gültig.

Vorteile

  • Verringerung oder Ausgleich von Abschlägen durch freiwillige Einzahlung
  • Erhöhung der Monatsrente trotz früherem Ruhestand
  • Steuerliche Absetzbarkeit der Einzahlungen

FAQ zu den Rentenanträgen

Wer kann die Anträge stellen?

Jeder Versicherte, die Zeiten nachzuweisen hat oder rentenwirksam ändern möchte, kann die Anträge stellen. Voraussetzungen und Nachweise variieren nach Antrag und Lebensphase.

Gibt es Fristen?

Generell können die Anträge jederzeit gestellt werden, bei der Zuordnung von Kindererziehungszeiten zum Vater aber nur für die Zukunft und maximal zwei Monate rückwirkend.

Muss ich alle Anträge gleichzeitig stellen?

Nein, jeder Antrag hat einen eigenen Zweck. Die Kontenklärung mit V0100 ist als Basis oft ratsam, um Lücken zu finden.

Welche Nachweise benötige ich?

Typisch sind Bescheinigungen von Arbeitgebern, Immatrikulations- oder Arbeitsverträge, Reha-Berichte, Kindergeburtsurkunden oder Nachweise über Zeiten im Ausland.

Fazit: Für mehr Rente lohnt sich jeder Antrag

Wer systematisch und rechtzeitig die passenden Formulare nutzt, holt sich oft mehrere hundert Euro pro Jahr zurück. Die koordinierte Antragstellung, vollständige Nachweise und Kontenklärung schaffen Transparenz und sichern Ansprüche, die sonst verfallen würden – ein wichtiger Schritt zur gesellschaftlichen Gerechtigkeit und Altersvorsorge.

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