So hoch ist die durchschnittliche Rente 2026 – und so viel mehr Geld könnte 2027 drin sein

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Viele Rentner fragen sich: Reicht meine Rente morgen noch für ein gutes Leben? 2026 bringt ein deutliches Plus – und auch für 2027 stehen die Signale auf mehr Geld. Im folgenden Artikel auf Bürger & Geld, dem Nachrichtenmagazin des Vereins Für soziales Leben e.V., zeigen wir wie hoch die durchschnittliche Rente wirklich ist, was das für den Alltag bedeutet und mit welchen Erhöhungen in den nächsten Jahren zu rechnen sind.

Kurzüberblick: Rente 2026 in Deutschland

  • Die Standardrente (45 Beitragsjahre, Durchschnittsverdienst) liegt 2026 (seit der letzten Rentenerhöhung aus dem Vorjahr) bei 1.835,55 Euro brutto im Monat und gilt einheitlich in Ost und West.​
  • Der Rentenwert beträgt seit Anfang 2026 aktuell 40,79 Euro pro Entgeltpunkt; für Juli 2026 wird mit einem weiteren Plus von rund 3,7 Prozent gerechnet.
  • Die durchschnittlich ausgezahlte Altersrente liegt deutlich unter der Standardrente, weil viele Menschen weniger als 45 Jahre voll einzahlen. Sie liegt im Bereich von rund 1.100 Euro Zahlbetrag für Versichertenrenten.

Ein Beispiel: Wer aktuell 1.200 Euro brutto Altersrente erhält, kann bei einer Erhöhung um 3,7 Prozent mit rund 44 Euro mehr im Monat rechnen – also etwa 1.244 Euro brutto.

Durchschnittliche Rente 2026: Was die Zahlen bedeuten

Die bekannteste Kennzahl ist die Standardrente: Ein Versicherter mit 45 Jahren Beitragszeit bei durchgehend durchschnittlichem Einkommen kommt seit 1. Juli 2025 auf 1.835,55 Euro brutto pro Monat. Diese Zahl zeigt, was im System „theoretisch“ möglich ist, spiegelt aber nicht den Alltag der meisten Rentnerinnen und Rentner wider.

In der Praxis sind Erwerbsbiografien oft unterbrochen durch Teilzeit, Kindererziehung, Arbeitslosigkeit oder Selbstständigkeit ohne Pflichtbeiträge. Deshalb liegt die tatsächliche durchschnittliche Rentenzahlung deutlich niedriger als die Standardrente; Statistiken der Deutschen Rentenversicherung weisen für Versichertenrenten typische durchschnittliche Zahlbeträge von rund 1.100 Euro aus. Gerade Frauen haben im Schnitt noch geringere Renten, weil sie häufiger Teilzeit arbeiten und Care-Arbeit übernehmen.

Rentenerhöhung 2026: So viel plus kommt wirklich an

Mehrere Quellen gehen davon aus, dass die Renten zum 1. Juli 2026 um rund 3,7 Prozent steigen werden. Grundlage sind vor allem die Lohnsteigerungen im Jahr 2025, an die die Rentenanpassung gesetzlich gekoppelt ist. Die endgültige Zahl legt die Bundesregierung zwar erst im Frühjahr fest, doch die aktuelle Prognose gilt als sehr wahrscheinlich.

So wirkt sich ein Plus von 3,7 Prozent beispielhaft aus:

bisherige Rente (brutto)Rente + 3,7% (prognostisch ab 07/2026)Zuwachs pro Monat
1.000 Euroca. 1.037 Euroca. 37 Euro
1.200 Euroca. 1.244 Euroca. 44 Euro
1.400 Euroca. 1.452 Euroca. 52 Euro

Im Zusammenspiel mit einer erwarteten Inflationsrate von rund gut zwei Prozent verbessert sich damit tendenziell die reale Kaufkraft vieler Rentnerinnen und Rentner.

Prognose für 2027: So könnte die Rente weiter steigen

Für 2027 ist entscheidend, wie sich die Löhne 2026 entwickeln. Auswertungen verschiedener Institute gehen von einer Bruttolohnsteigerung zwischen etwa 2,7 und 4,7 Prozent aus. Daraus ergeben Modellrechnungen für 2027 eine Rentensteigerung zwischen rund 2,83 und 3,83 Prozent, mit einem realistischen Mittelwert von etwa 3,3 Prozent.

Offizielle Langfristberichte der Bundesregierung rechnen ohnehin mit durchschnittlichen Rentensteigerungen von rund 2,8 Prozent pro Jahr bis Ende der 2030er-Jahre. Parallel dazu soll der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung voraussichtlich mindestens bis 2027 stabil bei 18,6 Prozent bleiben. Das entlastet Beschäftigte und Arbeitgeber, begrenzt aber auch den Spielraum für deutlich höhere Rentensteigerungen.

Rechenbeispiel für eine mögliche Rente 2027: Wer nach der Anpassung 2026 bei rund 1.244 Euro liegt, käme bei einem Plus von 3,3 Prozent im Jahr 2027 auf etwa 1.285 Euro.

Was das für deine Vorsorge bedeutet

Auch wenn die gesetzliche Rente mit durchschnittlichen jährlichen Steigerungen von knapp drei Prozent wächst, bleibt sie für viele nur ein Baustein der Altersvorsorge. Wer lange in Teilzeit gearbeitet hat oder viele Lücken im Versicherungsverlauf hat, sollte zusätzlich auf betriebliche und private Vorsorge setzen.

Für eine bessere Einschätzung der eigenen Lage lohnt sich ein Blick in die jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung und in die dort ausgewiesene Hochrechnung auf das 67. Lebensjahr. Sinnvoll ist es, rechtzeitig zu prüfen, ob sich zusätzliche Einzahlungen, betriebliche Angebote oder private ETF-Sparpläne eignen, um die persönliche Rentenlücke zu schließen.

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