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Bürgergeld und Schule – Werden Kinder benachteiligt?

Das neue Bürgergeld soll vieles ändern. Gerade arme Familien sollen stärker unterstützt werden. Doch die Realität sieht ganz anders aus. Kinder von Bürgergeldempfängern bleiben oft außen vor, werden gemobbt und haben kaum Möglichkeiten der Armut zu entkommen. Hinzu kommt noch, dass immer mehr Studenten kein BAföG erhalten. Auch wenn die Politiker es nicht wahrhaben wollen: In Deutschland herrscht Klassismus.

Kein Geld für teure Markenklamotten

Die Regierung will Kinder aus bildungsfernen Schichten fördern. Doch jede Förderung verliert sich, wenn Kinder aufgrund ihrer Herkunft ausgegrenzt werden. An vielen Gymnasien herrscht ein kultureller Kampf. Dazu gehört nur, wer sich teure Markenkleidung leisten kann und im Besitz von einem trendigen Smartphone ist. Viele Kinder aus armen Familien leiden an psychischen Erkrankungen. Wer Hartz IV oder künftig Bürgergeld bezieht, hat kein Geld für teure Kleidung. Diese Familien kaufen in erster Linie in Secondhandshops ein oder erhalten Schuhe und Bekleidung von Wohltätigkeitsorganisationen. Oftmals müssen jüngere Geschwister die Sachen auftragen. Sollten doch einmal ein paar Euro im Monat für Bekleidung übrig bleiben, dann führt der Weg meist in einen Textildiscounter. Der Einkauf in anderen Bekleidungsgeschäften ist finanziell unmöglich.

Ausgrenzung bei der Klassenfahrt

Soziale Verbände und auch Lehrer berichten immer wieder darüber, wie schwer für manche Familien die Finanzierung von Klassenfahrten ist. Hinzu kommt hier noch, dass man noch vor Jahrzehnten in Jugendherbergen übernachtete. Die Fahrten führten in die Naherholungsgebiete. Heute muss das Ziel angesagt sein. Nicht selten reist man ins Ausland und nimmt ein Flugzeug. Übernachtet wird in einem Ferienpark. Solche Reisen kosten schnell ein paar hundert Euro. Für sozial schwache Familien sind solche Klassenfahrten unerschwinglich. Viele Lehrer und Elternvertreter sind in Fördervereinen organisiert. Sie unterstützen die Familien bei der Finanzierung. Aber gerade dadurch erleben Kinder oft noch mehr Ausgrenzung. Sie werden schon vorab gemobbt, weil die Eltern keine hoch bezahlten Jobs haben und die Fahrten nicht aus eigener Tasche finanzieren können. Zudem berichten Lehrer, dass diese Kinder auch vor ganz anderen Problemen stehen. Sie haben oft noch nicht einmal einen Koffer, weil sie aus finanziellen Gründen nie verreisen. Auch ganz normale Dinge, wie ein Schlafanzug oder Pantoffeln besitzen diese Kinder nicht. Für viele Kinder aus armen Familien sind Klassenfahrten eine seelische Belastung. Dabei sollten sie doch eigentlich Spaß machen und ein Ausgleich zum stressigen Schulalltag sein.

Die Wohnsituation ist oft unerträglich

Nicht nur das tägliche Mobbing und eine dauernde Ausgrenzung macht armen Kindern zu schaffen. Sie leiden auch unter der häuslichen Situation. Akademikerkinder leben in großen Häusern und haben eigene Kinderzimmer, die liebevoll eingerichtet sind. Hartz-IV-Familien leben oft am Rande der Stadt in sozialen Brennpunkten. Die Wohnungen sind klein und bieten keinen Platz für einen persönlichen Freiraum. Gerade Alleinerziehende leben oft in viel zu engen Wohnverhältnissen. Nicht selten müssen sich Geschwister ein Zimmer teilen. Das ist gerade während der Pubertät ein unhaltbarer Zustand. Kinder haben keinen Rückzugbereich. Dieses Problem verstärkt sich noch, wenn die Kinder viel für die Schule lernen müssen. Gymnasiasten aus bildungsfernen Familien leiden oft unter den Wohnumständen, weil ihnen durch die Enge schlichtweg die Ruhe zum Lernen fehlt. Das neue Bürgergeld greift hier nur bedingt. Zwar will man Familien nicht gleich sanktionieren und zum Umzug zwingen, wenn sie in zu großen Wohnungen leben, aber nach zwei Jahren ist der Auszug dann doch erforderlich. Die Probleme sind damit nur aufgeschoben und nicht aufgehoben.

Gymnasiasten und Studenten aus armen Familien

Im weiteren Verlauf kommen noch mehr Probleme auf diese Kinder zu. Studenten aus bildungsfernen Familien erleben auch an den Universitäten oft Ausgrenzung. Gymnasiasten kämpfen oft gegen mangelnde Unterstützung an. Akademikereltern helfen ihren Kindern bei Schulproblemen. Für sie sind auch komplizierte Matheaufgaben und Interpretationen kein Problem. Arme Kinder können sich allenfalls online informieren. Aber auch hier fehlt oft der Zugang zu einem Laptop oder generell zum Internet. Teure Nachhilfestunden sind für Eltern ohnehin unerschwinglich. Später an der Universität fehlt die Erfahrung. Arme Kinder haben keine Eltern, die den Uni-Alltag selbst erlebt haben. Das verunsichert oft und so fallen Studenten von bildungsfernen Familien meist durch unsicheres Handeln auf. Somit wird alles noch schwerer.

Das neue Bürgergeld packt die realen Probleme der Kinder nicht an. Der einzige Lichtblick ist, dass der Verdienst aus Ferienjobs künftig nicht mehr angerechnet wird. Was die Kinder in den Ferien verdienen, dürfen sie behalten.

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