Jobcenter übernimmt Bewerbungskosten: Diese Fehler sollten Bürgergeld-Empfänger vermeiden

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Wer Bürgergeld erhält und sich um eine neue Arbeit bemüht, soll dabei finanziell nicht auf der Strecke bleiben. Gleichzeitig ist gesetzlich nur grob geregelt, wann das Jobcenter Bewerbungskosten erstatten darf – und wann nicht. Die Förderung läuft über das sogenannte Vermittlungsbudget nach § 44 SGB III, bei dem die Jobcenter im Einzelfall entscheiden, ob und in welcher Höhe Kosten übernommen werden. Die Bundesagentur für Arbeit erklärt, dass darunter etwa Ausgaben für Bewerbungsunterlagen, Fahrten zu Vorstellungsgesprächen oder notwendige Dokumente fallen können. Auf dieser Grundlage zeigt dieser Artikel Schritt für Schritt, welche Kosten typischerweise erstattet werden, wie hoch die Pauschalen in der Praxis sind und wie Sie den Antrag richtig stellen, um keine Fristen zu verpassen. Weitere Hinweise finden Sie auch direkt bei der Bundesagentur für Arbeit

Bewerbungskosten beim Bürgergeld: Was das Jobcenter zahlen kann – und was nicht

Muss das Jobcenter beim Bürgergeld die Bewerbungskosten übernehmen?

Kann man sich die Bewerbungskosten vom Jobcenter erstatten lassen? Oder einen Vorschuss verlangen?

Die Frage, die sich Bezieher von Bürgergeld stellen, lautet: Muss das Jobcenter die Bewerbungskosten übernehmen? Im allgemeinen Bürgergeld-Satz sind sie nicht enthalten, denn der deckt nur die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens ab.

Das Bürgergeld-Gesetz regelt den Anspruch auf Übernahme der Bewerbungskosten nicht. Er ist in § 44 SGB III geregelt. Diese Vorschrift besagt, dass das Jobcenter die Bewerbungskosten übernehmen kann, nicht muss. Das Jobcenter hat also Ermessen. Dieses muss es in jedem Einzelfall pflichtgemäß ausüben. Das Jobcenter entscheidet also nach den jeweiligen Umständen ob und in welcher Höher es Bewerbungskosten übernimmt.

Bewerbungskosten richtig beantragen: So stellen Sie den Antrag beim Jobcenter

Bei einer Bewerbung können folgende Kosten entstehen:

  • Kosten für Bewerbungsunterlagen (Bewerbungsfotos, Porto. Bewerbungsmappe)
  • Fahrtkosten bzw. Reisekosten zu Vorstellungsgesprächen
  • Kosten für Dokumente, wie beglaubigte Kopien, Übersetzungen, Bescheinigung des Gesundheitsamtes
  • Reisekosten, wozu auch Hotelkosten gehören können
  • Kosten für ein polizeiliches Führungszeugnis
  • Sonstige Kosten (nach den Umständen des Falles)

Die Kosten werden aus dem Vermittlungsbudget übernommen und auch nur dann, wenn der Antrag auf  Übernahme der Bewerbungskosten im Voraus gestellt wurde.

Die Reisekosten zum Bewerbungsgespräch kann man online beim eService Jobcenter beantragen. Wichtig: im Voraus! Belege kann man dann im Nachhinein einreichen.

Wie hoch ist die Erstattung? Vermittlungsbudget und typische Pauschalen

Ebenso wie beim „ob“ entscheidet das Jobcenter auch bei „wie viel“ nach pflichtgemäßem Ermessen. Die Höhe der Bewerbungskostenerstattung ist also gesetzlich nicht Festgelegt. Es gibt ein sogenanntes Vermittlungsbudget, aus dem die Kosten für die Bewerbung erstattet werden. Dieses kann ausgeschöpft werden und beträgt 250 Euro. Pro schriftlicher Bewerbung werden in aller Regel 5 Euro gezahlt.  

Bürgergeld: Erstattung von Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen

Hinsichtlich der Erstattung von Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen beim möglichen Arbeitgeber oder bei einem Assessment-Center ist folgendes zu beachten:

Die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel werden in notwendiger Höher erstattet.

Ansonsten werden pro gefahrenem Kilometer 0,20 Euro gezahlt, wenn man ein Auto nutzt.

Hotel und Verpflegung: Wann Übernachtungskosten übernommen werden

Außerdem werden die Kosten für Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwand übernommen, wobei die günstigste Unterkunft zu wählen ist. Maximal werden 70 Euro pro Nacht erstattet, der Verpflegungsmehraufwand beträgt 12 Euro pro Tag der Abwesenheit; dazu zählen auch Anreisetag und Abreisetag.

Wer einen Antrag auf Erstattung der Bewerbungskosten stellt, sollte vor allem bei den Fahrtkosten diese Besonderheit beachten. Wer die Fahrtkosten erstattet bekommen möchte, muss eine Bestätigung beifügen, dass der potenzielle Arbeitgeber die An- und Abreise zum Vorstellungsgespräch nicht übernimmt.

Wichtige Nachweise: Diese Unterlagen verlangt das Jobcenter

Dem Antrag auf Übernahme der Bewerbungskosten müssen Nachweise beigefügt werden. Geht es um Fahrtkosten, so muss die Einladung zum Vorstellungsgespräch oder Assessment-Center beigefügt werden. Manchmal verlangt das Jobcenter auch eine Teilnahmebescheinigung. Außerdem müssen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel die Tickets vorgelegt werden, bei Übernachtung und Verpflegung die entsprechenden Rechnungen (Hotel, Restaurant usw).  

Formulare und Fristen: So sichern Sie sich die Kostenerstattung

Das Jobcenter bietet Antragsformulare für die Übernahme von Bewerbungskosten, insbesondere für Fahrtkosten an. Dieses Antragsformular finden Sie hier zum Download als PDF-Formular. Zur Fristwahrung reicht zunächst aber auch ein formloser Antrag aus, auch per E-Mail.

Kurz und knapp: Die wichtigsten Regeln zu Bewerbungskosten beim Bürgergeld

Das Wichtigste zum Schluss kurz zusammengefasst:

  • Wer Bürgergeld bezieht und sich um Jobs bewirbt, kann vom Jobcenter die Übernahme von Bewerbungskosten verlangen.
  • Es ist ein entsprechender Antrag erforderlich, ebenso wie eine Absprache mit dem Jobcenter.
  • Es wirden Portokosten, Fahrtkosten, Übernachtungskosten und weitere Kosten übernommen, wenn sie erforderlich sind.

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